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1. Allgemeines

Bei allen Unternehmen, deren Tätigkeit vorwiegend auf den Handel mit Gütern ausgerichtet ist, zählt das Warenkonto zu den wichtigsten Konten in der Buchführung. Bei den Buchungen auf diesem Konto muss beachtet werden, dass der Wareneinkauf und die Warenbestände zum Bilanzstichtag, die durch die Inventur ermittelt werden, jeweils mit den Anschaffungskosten zu erfassen sind, während die Warenverkäufe mit ihrem Verkaufspreis zu buchen sind. In der Praxis hat sich die Aufteilung in ein Wareneinkaufs-, Warenverkaufs- und Warenbestandskonto bewährt. Wareneinkaufs- bzw. Warenverkaufskonto sind jeweils ein Erfolgskonten, das Warenbestandskonto ist ein gemischtes Konto, da es sowohl einen Bestands- als auch einen Erfolgsteil enthält.

Soll

Wareneinkaufskonto

Haben

Wareneinkäufe

Rücksendungen

Preisnachlässe

Verderb, Diebstahl, Schwund

Eigenverbrauch

Saldo (Abschluss über G+V)

Summe

Summe

Abschlussbuchung: G+V-Konto an Wareneinkauf

Soll

Warenverkaufskonto

Haben

Rücksendungen

Erlöse aus Warenverkauf

Preisnachlässe

Saldo (Abschluss über G+V)

Summe

Summe

Abschlussbuchung: Warenverkauf an G+V-Konto

Soll

Warenbestandskonto

Haben

Anfangsbestand

Endbestand (durch Inventur ermittelt)

Saldo = Bestandserhöhung = Ertrag (Abschluss über G+V)

Saldo = Bestandsminderung = Aufwand (Abschluss über G+V)

Summe

Summe

Abschlussbuchung: Bestandserhöhung an G+V-Konto bzw. G+V-Konto an Bestandsminderung

2. Begriffsdefinitionen

2.1. Wareneinsatz

Unter Wareneinsatz versteht man den Geldwert der Waren, die im laufenden Geschäftsjahr tatsächlich verkauft worden sind. Aus dem Wareneinkaufskonto und dem Warenbestandskonto wird ermittelt, welche Waren innerhalb eines Wirtschaftsjahres zum Einkaufspreis verkauft worden sind.

Der Wareneinsatz lässt sich nach folgender Formel ermitteln:

Warenanfangsbestand

+

Saldo Wareneinkaufskonto

./.

Warenendbestand

=

Wareneinsatz

oder

Saldo Wareneinkaufskonto

+

Bestandsminderungen bzw.

./.

Bestandserhöhungen

=

Wareneinsatz

2.2. Warenumsatz

Der Warenumsatz, auch wirtschaftlicher Umsatz genannt, ergibt sich aus der Summe der verkauften Waren zum Verkaufspreis. Er entspricht dem Saldo des Warenverkaufskontos und ist somit Ertrag.

2.3. Rohgewinn

Der Rohgewinn ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Warenumsatz und dem Wareneinsatz. Er stellt die Handelsspanne zwischen Nettoeinkaufspreisen und Nettoverkaufspreisen dar und ist daher das Ergebnis des Warengeschäfts. Bezogen auf den einzelnen Warenposten wird er auch als Rohaufschlag bezeichnet.

Beispiel:

Aus der Buchführung ergibt sich folgendes Zahlenwerk:

Soll

Wareneinkaufskonto

Haben

900 000 €

5 000 €

7 000 €

9 000 €

9 000 €

870 000 € (Saldo)

900 000 €

900 000 €

Soll

Warenverkaufskonto

Haben

20 000 €

1 500 000 €

30 000 €

1 450 000 € (Saldo)

1 500 000 €

1 500 000 €

Soll

Warenbestandskonto

Haben

Anfangsbestand 100 000 €

Endbestand 200 000 € (durch Inventur ermittelt)

100 000 € (Saldo = Bestandserhöhung (Abschluss über G+V)

200 000 €

200 000 €

Lösung:

Soll

G+V-Konto

Haben

Wareneinkauf 870 000 €

Warenverkauf 1 450 000 €

Bestandserhöhung 100 000 €

Saldo = Rohgewinn 680 000 €

1 550 000 €

1 550 000 €

Berechnung des Wareneinsatzes:

Warenanfangsbestand

100 000 €

+ Saldo Wareneinkaufskonto

870 000 €

./. Warenendbestand

200 000 €

= Wareneinsatz

770 000 €

oder

Saldo Wareneinkaufskonto

870 000 €

+ Bestandsminderungen bzw.

./. Bestandserhöhungen

100 000 €

= Wareneinsatz

770 000 €

Saldo Warenverkaufskonto

1 450 000 €

./. Wareneinsatz

./. 770 000 €

= Rohgewinn

680 000 €

(siehe Saldo G+V-Konto).

3. Verwandte Lexikonartikel

» Doppelte Buchführung

© Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart. Josef Schneider u.a., Finanz und Steuern, Band 16, Lexikon des Steuerrechts. 6. Auflage, www.schaeffer-poeschel.de

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Stand: 2012-01-01
Autor(en):
  • Martin Durm

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