25.04.2013 · smart steuern ·

Werbungskosten für Telefonate auf Dienstreise

Sind Sie als Arbeitnehmer beruflich länger als eine Woche auswärts eingesetzt, gibt es eine gute Nachricht für Sie. Das Finanzamt erlaubt einen Werbungskostenabzug für während dieser beruflichen Auswärtstätigkeit angefallene Privattelefonate. Was zu beachten ist – hier erfahren Sie es.

In dem Urteilsfall ging es um einen Marinesoldaten, der an 15 Wochenenden 252 Euro für Telefonate mit Familie, Bekannten und Freunden ausgab. Den Werbungskostenabzug verweigerte das Finanzamt ihm für diese Telefonate. Begründung: Es handele sich bei den Telefonaten um rein private Telefonate. Das sahen die Richter des Bundesfinanzhofs jedoch ganz anders. Bei einer beruflichen Auswärtstätigkeit von einer Woche ist es einem Arbeitnehmer nicht mehr möglich, seine privaten Angelegenheiten ohne Zusatzkosten, wie beispielsweise Telefonkosten, zu erledigen. Da diese Mehrkosten nur aufgrund der beruflichen Auswärtstätigkeit entstanden sind, steht einem Werbungskostenabzug nichts im Weg.

Tipp: Noch besser als der Werbungskostenabzug sind gesparte Telefonkosten. Die Telefonkosten lassen sich sparen, wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber während der beruflichen Auswärtstätigkeit ein betriebliches Handy zur uneingeschränkten Nutzung überlässt oder wenn er Ihre entstandenen Telefonkosten als Reisenebenkosten steuerfrei erstattet.

Quelle: Bundesfinanzhof, Urteil v. 5.7.2012, Az. VI R 50/10
Geschrieben von:
Stefan Heine Stefan versteht als Fachanwalt für Steuerrecht selbst die Gesetze, die ihre eigenen Autoren verzweifeln lassen. Dabei widerlegt er das Gerücht, Juristen könnten nicht rechnen – zur Freude unserer Kunden und zum Ärger des Finanzamtes. Als Geschäftsführer von smartsteuer hält Stefan das Team mit seiner harmonischen Art zusammen und fokussiert es auf das gemeinsame Ziel: Die einfachste Steuererklärung.
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