13.06.2013 · smart steuern ·

Neues zum Thema: Häusliches Arbeitszimmer

Die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer können trotz dienstlichem Poolarbeitsplatz abzugsfähig sein, entschied das Finanzgericht Düsseldorf mit Urteil vom 23.04.2013 (Az.:10 K 822/12 E).

md_351895

Im Streitfall begehrte ein Arbeitnehmer den Werbungskostenabzug für sein häusliches Arbeitszimmer. Anhand einer Bescheinigung seiner Dienststelle wies er nach, dass bei seinem Arbeitgeber nur sogenannte Poolarbeitsplätze zur Verfügung stehen. In diesem Fall kamen auf acht Arbeitnehmer drei Arbeitsplätze. Das Finanzamt lehnte den Abzug jedoch unter Hinweis darauf ab, dass dem Arbeitnehmer ja von seinem Arbeitgeber ein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt werde. Er müsse sich schon vom Arbeitgeber ausdrücklich bescheinigen lassen, dass er einen vollumfänglich nutzbaren Arbeitsplatz beantragt hat und diesem Antrag nicht entsprochen werde.

Arbeitsplatz war nicht jederzeit zugänglich

Das Finanzgericht Düsseldorf hat der Klage stattgegeben und darauf hingewiesen, dass dem Arbeitnehmer gerade kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung gestanden habe, sodass der Abzugsauschluss nicht eingreife. Zwar handele es sich bei dem Büroarbeitsplatz in seiner Dienststelle um einen anderen Arbeitsplatz, dieser habe ihm jedoch nicht für sämtliche beruflichen Zwecke zur Verfügung gestanden. Da der Arbeitnehmer aufgrund der Unterdeckung an Arbeitsplätzen nicht jederzeit auf einen solchen hätte zugreifen können, habe er einen Großteil der im Rahmen seiner Tätigkeit anfallenden vor- und nachbereitenden Arbeiten im häuslichen Arbeitszimmer verrichten müssen. Dies rechtfertige auch den Werbungskostenabzug.

Neues zum Thema: Häusliches Arbeitszimmer – Teil 2

Die Benutzung des Gäste-WCs in der Privatwohnung mit häuslichem Arbeitszimmer ist nicht beruflich veranlasst und daher nicht steuerlich absetzbar, stellte das Finanzgericht Baden-Württemberg im Urteil vom 21.01.2013 (Az.: 9 K 2096/12) klar.

Dem Betriebsprüfer eines Finanzamts stand in den Räumen des Finanzamts ein fester Arbeitsplatz zur Verfügung. Als er seine Privatwohnung (4 Zimmer, Küche, Bad mit WC und Gäste-WC) renovierte, richtete sich ein häusliches Arbeitszimmer ein. Dann machte er insbesondere die Kosten für die Renovierung seines Arbeitszimmers sowie seines Gäste-WC als Werbungskosten geltend. Nach dem von ihm geführten Toilettentagebuch nutze er die Toilette ca. 9- bis 10-mal täglich, davon 8- bis 9-mal beruflich. Es ergebe sich daher eine berufliche Toilettennutzung von 73,58 %, argumentierte er.

Kosten für WC-Renovierung sind steuerlich nicht absetzbar
Doch das Finanzgericht wies die Klage ab. Weder die Aufwendung für das Arbeitszimmer noch die Aufwendungen für die Toilette seien Werbungskosten. Die für einen Betriebsprüfer prägenden Tätigkeiten übt er außerhalb des häuslichen Arbeitszimmers im Außendienst aus. Daher ist das Arbeitszimmer nicht der Mittelpunkt seiner beruflichen Tätigkeit. Das gilt „erst recht“ für die Toilette. Bei dieser handelt es sich nicht um einen betriebsstättenähnlichen Raum, sondern um das private Gäste-WC, das der Betriebsprüfer auch während seiner Dienstzeit nutzt. Aufgrund dieser Nutzung besteht kein besonderer beruflicher Zusammenhang.


Stefan Heine Geschrieben von:

Mach Dein Insiderwissen zu Geld!
Steuererklärung starten

LETZTE BEITRÄGE


Kommentar schreiben (* Pflichtfelder)