19.07.2013 · smart steuern ·

„Sensibilisierungswoche“ als Arbeitslohn?

Bietet ein Unternehmen seinen Mitarbeitern Seminare an, muss geprüft werden, ob diese im Interesse des Arbeitnehmers oder des Arbeitgebers liegen – denn dann werden die übernommenen Teilnahmekosten als Arbeitslohn angesehen.md_313526

Eine Firma hat ihren Mitarbeitern im Rahmen ein einwöchiges Seminar zur Vermittlung grundlegender Erkenntnisse über einen gesunden Lebensstil angeboten. Die Firma bat das Finanzamt um Auskunft über die lohnsteuerliche Behandlung der Kosten für die Teilnahme an dieser „Sensibilisierungswoche“. Pro Mitarbeiter lagen die Kosten bei ca. 1.300 Euro und die Firma betonte, dass die angebotene Maßnahme ganz überwiegend in ihrem eigenen Interesse liege, sodass es am Entlohnungscharakter für die Mitarbeiter fehle. Das Finanzamt war jedoch der Auffassung, dass es sich um Arbeitslohn handele, wobei der Freibetrag für Leistungen zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands und der betrieblichen Gesundheitsförderung in Höhe von 500 € abgezogen werden könne.

Präventivmaßnahmen liegen im Interesse des Arbeitnehmers
Dagegen wandte sich die Firma erfolglos vor dem Finanzgericht Düsseldorf (Urteil vom 18.04.2013, Az.: 16 K 922/12 L). Die Zuwendung stelle Arbeitslohn dar, da es sich bei der Sensibilisierungswoche um eine allgemein-gesundheitspräventive Maßnahme handele. Dafür sprächen neben der Verwendung der Bezeichnungen „Demografieprojekt“ und „Präventionsmaßnahme“ im Sinne des Sozialrechts die bezweckte Vermittlung von Erkenntnissen über einen gesunden Lebensstil sowie der Inhalt des vorgelegten Wochenplans. Zudem bestehe keine Verpflichtung der Arbeitnehmer zur Teilnahme, sie seien vielmehr gezwungen, Fahrtkosten und Freizeit dafür aufzuwenden.

Stefan Heine Geschrieben von:

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