14.08.2013 · smart steuern ·

Fortbildungskosten sind nicht immer abzugsfähig

Fortbildungskosten

Mit Urteil vom 3. Juni 2013 (Az. 5 K 1261/12) hat sich das Finanzgericht Rheinland-Pfalz mit der Frage beschäftigt, ob Fortbildungskosten eines Bankbetriebswirts für „Psycho- und Pathophysiognomik“ als Werbungskosten zu berücksichtigen sind.

Ein Bankangestellter machte in seiner Einkommensteuererklärung Kosten für die Fortbildung in „Psycho- und Pathophysiognomik“ in Höhe von rund 1.800 Euro als Werbungskosten geltend. Das Fachgebiet beschäftigt sich mit dem Versuch, von physiologischen Merkmalen wie Körperbau, Schädelform und Gesichtszügen auf die seelischen Eigenschaften eines Menschen, insbesondere dessen Charakter zu schließen.

Finanzamt zweifelt beruflichen Nutzen an

Das Finanzamt vertrat die Auffassung, dass es sich bei der Psycho- und Pathophysiognomik um eine Pseudowissenschaft handle und dass die geltend gemachten Aufwendungen überwiegend privat veranlasst seien. Der Bankangestellte argumentierte, er sei seit sechs Jahren für die Auswahl der Auszubildenden verantwortlich, weshalb ihm diese Kenntnisse überaus hilfreich gewesen seien. Der Besuch der Fortbildungskurse sei daher beruflich veranlasst.

Berufliche Veranlassung bei Fortbildungskosten muss klar nachgewiesen werden!

Vor dem Finanzgericht hatte er keinen Erfolg. Das Gericht hielt die Auffassung des Finanzamts für zutreffend, dass es sich bei den geltend gemachten Kosten um gemischte Aufwendungen handle, bei denen die private Veranlassung die berufliche Veranlassung deutlich überwiege. An der Grenzlinie zwischen Berufs- und Privatsphäre bestehe für den Steuerpflichtige ein Anreiz, Privataufwendungen als beruflich veranlasst darzustellen, um so den Abzug dieser Aufwendungen zu erreichen. Eine (überwiegende) berufliche Bedeutung der Seminare, die auch von seiner Ehefrau besucht wurden, konnte nicht nachgewiesen werden. Er habe die Veranstaltungen mit dem Titel „Selbstverwirklichungswille“ und „Einfühlsames Erfragen der Anlagen, um Gesundheit und Krankheit zu erkunden“ vor allem aus privaten Gründen besucht.

Björn Waide Geschrieben von:

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