12.06.2014 · smart steuern ·

Kehrwoche als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen?

Wer öffentliche Gehwege vor seinem Haus pflegen und instand halten muss, der darf auch seine Kosten hierfür als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen, wenn er jemanden mit der Erledigung beauftragt. Das hat der Bundesfinanzhof jetzt in einem aktuellen Urteil klargestellt.

Ein Mann hat eine Hausmeisterfirma mit der Schneeräumung der in öffentlichem Eigentum stehenden Straßen entlang seines Grundstücks beauftragt. Die Kosten hierfür betrugen knapp 150 Euro, die er in seiner Einkommensteuererklärung als Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machte. Das Finanzamt gewährte die Steuerermäßigung jedoch nicht. Denn die Dienstleistung sei außerhalb der Grundstücksgrenzen und damit nicht mehr innerhalb des Haushalts durchgeführt worden. Soweit Dienstleistungen wie z. B. Straßen- und Gehwegreinigung, Ausbesserung oder Winterdienst auf öffentlichem Gelände durchgeführt würden, seien sie nicht als haushaltsnahe Dienstleistungen nach § 35a EStG begünstigt.

Grundstücksgrenze ist nicht maßgeblich

Der Bundesfinanzhof widersprach dem Finanzamt vehement (Az. VI R 55/12). Denn der Begriff „im Haushalt“ sei nicht räumlich, sondern funktionsbezogen zu verstehen. Daher würden die Grenzen des Haushalts nicht durch die Grundstücksgrenze abgesteckt. Insofern genügt es, wenn die Dienstleistung für den Haushalt – also zum Nutzen des Haushalts – erbracht wird. Die Aufwendungen für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen sind also in vollem Umfang nach § 35a EStG begünstigt.

Unser Tipp:

Wichtig: Für die Anerkennung von Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung muss es sich um Tätigkeiten handeln, die ansonsten üblicherweise von Familienmitgliedern erbracht und zudem in direktem räumlichem Zusammenhang zum Haushalt durchgeführt werden. Dass ist insbesondere der Fall, wenn Steuerpflichtige als Eigentümer oder Mieter zur Straßenreinigung („Kehrwoche“) und Schneeräumung von öffentlichen Straßen und Gehwegen vor ihrem Haus verpflichtet sind.

(Viola C. Didier / smartsteuer)


Jennifer Dittmann Geschrieben von:

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