10.07.2014 · smart steuern ·

Trinkgeld bekommen? Steuerfreiheit prüfen!

Es gibt viele Branchen, in denen üblicherweise Trinkgelder gezahlt werden – am häufigsten vermutlich in der Gastronomie. Doch wussten Sie, dass Trinkgeld manchmal in der Einkommensteuererklärung angegeben werden muss?

Nicht nur in der Gastronomie gibt es Trinkgeld. Auch Taxifahrer und zahlreiche andere Dienstleister wie beispielsweise Frisöre, Gärtner, Handwerker, Paketboten oder Umzugshelfer freuen sich, dass ihre Leistungen mit einem kleinen Bonus honoriert werden. Was stets gut gemeint ist, kann allerdings zum steuerlichen Bumerang für den Empfänger werden: Denn auch hier möchte der Fiskus unter Umständen etwas abhaben von dem Geld, das in aller Regel ohne Rechnung und Beleg den Besitzer wechselt. Nichtwissen schützt dabei nicht vor Strafe in Form von Steuernachzahlungen.

Was sagt der Gesetzgeber zum Trinkgeld für Arbeitnehmer?

Manch einer mag erstaunt sein, dass es überhaupt ein Gesetz gibt, das sich dieser speziellen Thematik widmet, weil landläufig die Meinung vorherrscht, dass Trinkgeld eine ganz private Sache ist. Aber im „Gesetz zur Steuerfreistellung von Arbeitnehmertrinkgeldern“ ist dieser Tatbestand geregelt. Demnach sind Trinkgelder nur steuerfrei, „die anlässlich einer Arbeitsleistung dem Arbeitnehmer von Dritten freiwillig und ohne dass ein Rechtsanspruch auf sie besteht, zusätzlich zu dem Betrag gegeben werden, der für diese Arbeitsleistung zu zahlen ist“. Das heißt, dass ein Trinkgeld freiwillig gegeben und zusätzlich zur Rechnung gezahlt werden muss. Anders verhält es sich nämlich, wenn auf der Speisekarte darauf hingewiesen wird, dass der Gast einen Bedienungszuschlag schuldet oder bei Speditionen ein sog. Metergeld mit berechnet wird. In solchen Fällen erfolgt die Bezahlung nicht mehr freiwillig und zählt insofern zum steuerpflichtigen Einkommen!

Trinkgeld für Einzelunternehmer

In sämtlichen Dienstleistungsbereichen ist es nicht ungewöhnlich, dass der Arbeitgeber selbst mitarbeitet. Bekommt er dann von zufriedenen Kunden ein Trinkgeld, so kann er sich darüber nur bedingt freuen: Hierfür gilt die Steuerfreiheit nicht. Bei Selbstständigen spielt es keine Rolle, dass der Kunde seine Dankbarkeit zum Ausdruck bringen möchte. Hier ist die Nähe zur unternehmerischen Tätigkeit ausschlaggebend. Sie begründet letztlich, dass die Trinkgeldzahlungen den Betriebseinnahmen zugerechnet werden und der Einkommensteuer unterfallen. Außerdem sind Trinkgelder in diesen Fällen auch umsatzsteuerpflichtig.

(Viola C. Didier / smartsteuer)

Jennifer Dittmann Geschrieben von:

Mach Dein Insiderwissen zu Geld!
Steuererklärung starten

LETZTE BEITRÄGE


Kommentar schreiben (* Pflichtfelder)