17.07.2014 · smart steuern ·

Steuerliche Stolperfalle: Riesterrente

Riesterverträge werden als private Altersvorsorge mit Zulage und Steuervorteilen gefördert. Mittlerweile sind fast 16 Millionen Riesterverträge abgeschlossen worden. Leider treten jedoch immer wieder Schwierigkeiten bei Förderung und Steuererklärung auf.

Um eine Riester-Förderung zu erhalten, müssen Riestersparer der elektronischen Datenübermittlung an die Finanzverwaltung zustimmen. Das erfolgt bei neuen Verträgen bereits mit Abschluss des Vertrages weitgehend reibungslos. Riestersparer wie Beamte, Soldaten oder Richter müssen zusätzlich bei ihrem Dienstherrn einwilligen, dass dieser ebenfalls elektronisch die Gehaltsdaten zur Förderung an die zentrale „Riesterstelle“ übermittelt – diese bürokratische Hürde führt immer wieder zum Verlust der Förderung.

Böses Erwachen: die Rückforderung

Das Problem betrifft auch Angestellte, die bereits einen geförderten Riestervertrag haben. Werden sie später verbeamtet, denkt oft niemand mehr daran, den Dienstherrn mit der Datenübermittlung zu beauftragen. Die Folge ist, dass die bereits gezahlten Zulagen und gewährten Steuervorteile zurückgefordert werden. Über geänderte Steuerbescheide erfährt der Riestersparer oft erst Jahre später davon. Die fehlende Einwilligung lässt sich für die zurückliegenden Jahre nicht nachholen, da sie innerhalb von zwei Jahren erfolgen muss.

Das sollten Sie bei der Steuererklärung beachten:

Weitere Schwierigkeiten treten immer wieder mit der Steuererklärung auf. Es reicht nicht aus, wenn der Steuerpflichtige die Anlage AV zum Riestervertrag in seiner Steuererklärung ausgefüllt und die Daten elektronisch an die Finanzverwaltung übermittelt hat. Fehlt bei den Finanzämtern noch die Datenmeldung des Anbieters, werden die beantragten Steuervorteile nicht gewährt! Der Steuerpflichtige sollte dann unbedingt Einspruch gegen seinen Steuerbescheid einlegen. Nur dann kann er sicher sein, dass die Riester-Beiträge nachträglich berücksichtigt werden können, wenn die Meldung später vorliegt.

(Viola C. Didier / smartsteuer)

Stefan Heine Geschrieben von:
2 Kommentare

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Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Ma Beck sagt:

    Hallo Herr Heine,

    genau so ist es mir passiert.. wie soll man sich denn verhalten, wenn man so eine Steuerbescheid-Neuberechnung bekommt?!?
    Jahrelang hat es geklappt mit dem Riestern, und dann steht irgendwo versteckt, dass man diese Datenübermittlungsgenehmigung braucht. (im Rahmen einer Verbeamtung)
    Und noch vor Ablauf der Frist (im Dezember) verschickt die ZfA die Mitteilung an das FA. Aber das FA sendet erst nach Ablauf der Frist im Januar die Neuberechnung.
    Habe schon einen negativen Bescheid von der ZfA bzgl. Neufestsetzung erhalten (nach 11 Monaten; Begründung: Gründe nach §110 AO nicht ersichtlich). Hätte ich nach § 91 vorher angehört werden müssen?

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Hallo Herr Beck,

    das ist wirklich ärgerlich. Leider besteht ohne Einwilligung kein Anspruch auf Zulage oder Sonderausgabenabzug. Die Deutsche Rentenversicherung Bund hat hier einen Leitfaden für Beamte bereitsgestellt:

    http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/208044/publicationFile/19490/leitfaden_fuer_beamte.pdf

    Bitte beachten Sie die Frist: Für 2012 endet die Frist zur Abgabe der Einwilligung am 31.12.2014!

    Beste Grüße

    Stefan Heine


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