26.08.2014 · smart steuern ·

Die neue Reisekostenabrechnung: Was Sie wissen müssen!

Seit diesem Jahr schaut das Finanzamt in Sachen Reisekosten etwas genauer auf Ihre Steuererklärung. Hintergrund: Mit der Neuregelung (siehe auch unser Blogbeitrag aus 2013) hat sich das steuerliche Reisekostenrecht enorm verändert. Es ermöglicht nun sowohl Arbeitgebern als auch Arbeitnehmern einen deutlich größeren Handlungsspielraum.

Die neue »Freiheit« über die Höhe des Werbekostenabzugs oder die Berücksichtigung der Verpflegungspauschale lädt – wenn man es böse ausdrücken möchte – durchaus auch zu steuerlichem Gestaltungsmissbrauch ein. Ganz klar: Wir raten Ihnen, bei der Reisekostenabrechnung gründlich und genau vorzugehen – das erspart unangenehme Nachfragen vom Finanzamt oder gar Ärger vor Gericht.

Die Änderung des Reisekostenrechts betrifft in erster Linie Arbeitnehmer und angestellte GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer. Im Folgenden haben wir einmal zusammengefasst, was Sie bei der Abrechnung der Fahrtkosten, bei den Verpflegungsaufwendungen und bei weiteren Reisekosten beachten müssen.

Neuerungen bei der Fahrtkostenabrechnung

Sie fahren morgens in die Firma, abends zurück? Die Arbeitsstätte wechselt nicht? Dann bleibt für Sie alles beim alten: Sie dürfen weiterhin die Entfernungspauschale von 0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer ansetzen. Neu: Wenn Sie über einen längeren Zeitraum bei einem Kunden Ihres Arbeitgebers oder bei einem verbundenem Unternehmen arbeiten, dürfen Sie die Fahrtkostenpauschale auch für diese Strecken ansetzen. Wichtig wird in diesen Fällen die Definition der sogenannten »primären« Arbeitsstätte.

Die primäre Arbeits- oder Tätigkeitsstätte

Arbeiten Sie an mehreren Arbeits- oder Tätigkeitsstätten, müssen Sie nun eine davon als primär festlegen. Nur von dieser darf ab dem 1.1.2014 die Entfernungspauschale abgerechnet werden. Der Weg zu den anderen Arbeitsstätten wird als Dienstreise behandelt. Dabei werden dann die tatsächlich gefahrenen Kilometer berücksichtigt. Welche die erste und einzige Tätigkeitsstätte ist, hängt von bestimmten Faktoren ab.

Ein wichtiger Punkt: Gibt es mehrere Tätigkeitsorte, kann der Arbeitgeber eine davon als »primäre« Tätigkeitsstätte bestimmen. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, ob Sie dort auch die meiste Zeit verbringen. Erst wenn keine solche Zuordnung erfolgte, greifen andere Kriterien. Als erste Tätigkeitsstätte gilt dann der Ort, an dem Sie

  • normalerweise täglich arbeiten oder
  • je Arbeitswoche mindestens zwei volle Arbeitstage verbringen oder
  • mindestens 1/3 der vereinbarten regelmäßigen Arbeitszeit tätig sind.

Die Fahrten zu allen anderen Einsatzorten gelten als Dienstreisen.

Dienstreisen

Die Reisekostenreform vereinfacht die Abrechnung von Dienstreisen. Beim Verpflegungsaufwand gibt es nur noch zwei Pauschalen. Eine für Dienstreisen ohne Übernachtung von 8 bis 24 Stunden und eine für ganze Tage der Abwesenheit (also für 24 Stunden).

Diese Neuregelung wirkt sich gerade bei Kurzreisen positiv aus: Für Abwesenheiten zwischen acht und vierundzwanzig Stunden erhalten Sie ab diesem Jahr doppelt so viel Geld wie in den Jahren zuvor. Wer also an verschiedenen Einsatzorten tätig ist, darf nun mit einer höheren Steuererstattung rechnen.

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Alle Pauschalen und weiterführende Informationen finden Sie auf reisekostenabrechnung.org

Franziska Zachert Geschrieben von:

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