04.09.2014 · smart steuern ·

Achtung Steuer: Die Gartenlaube als Zweitwohnung?

Wer eine Gartenlaube besitzt, der muss normalerweise dafür keine Zweitwohnungsteuer zahlen müssen. Schließlich ist so eine Laube keine vollwertige Wohnung. Allerdings können die Behörden durchaus auch mal anderer Meinung sein…

Der Eigentümer einer Gartenlaube hatte es sich dort sehr bequem eingerichtet. Unter anderem war das Objekt mit Wasseranschluss, Toilette, Bett und Kochplatte ausgestattet. Daraufhin forderte die zuständige Gemeinde von dem Mann die Zahlung der Zweitwohnungsteuer. Seine Art der Nutzung gehe weit über das hinaus, was man gemeinhin unter der Nutzung einer Laube verstehe, behauptete die Behörde. Und so landete der Fall vor Gericht, wie die Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen (LBS) berichtet.

Auf die tatsächliche Nutzung kam es nicht an

Das Oberverwaltungsgericht Mecklenburg-Vorpommern schenkte der Argumentation des Laubenbesitzers keinen Glauben (Aktenzeichen 1 M 72/12). Der hatte betont, das Gartenhäuschen eigne sich gar nicht wirklich, um darin zu wohnen. Dem hielt die Behörde entgegen, dass alles für einen dauerhaften Aufenthalt in der Laube vorhanden sei. Über die tatsächliche Nutzung wollten die Richter gar nicht erst diskutieren. Es reiche schon, dass hier die Möglichkeiten einer Zweitwohnung vorhanden seien.

Unser Steuertipp:

Die Zweitwohnungsteuer ist für zahlreiche Städte eine einträgliche Einnahmenquelle. Sofern Sie aus beruflichen Gründen eine Zweitwohnung unterhalten und mit der Steuer belastet werden, sollten Sie die Zweitwohnungsteuer unbedingt als Werbungskosten in Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen.

(Viola C. Didier / smartsteuer)

Geschrieben von:
Jennifer Dittmann Jenni kann als Steuerfachangestellte ihr Fachwissen mit technischem Verständnis kombinieren. Ihre große Stärke ist es, schwierige Sachverhalte als einfach verständliche Inhalte zu vermitteln. Selbst Kollegen ohne steuerliches Wissen werden nach ihren Erklärungen schwach und interessieren sich vermehrt für die Thematik. Dies gemeinsam mit ihrer Hilfsbereitschaft bringt Kunden und Kollegen zum Staunen.
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Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Horsche sagt:

    Da hätte der Betroffene Zweitwohnungssteuerveranlagte doch mal beim Bauordnungsamt bauvoranfragen sollen, ob denn die Gartenlaube überhaupt zu Wohnzwecken, dh. zur Dauernutzung, gebraucht werden darf. Dabei kommt es dort gar nicht so sehr auf den Ausstattungsgrad an, sondern auf die zwischenmenschlichen Beziehungen, sprich Nachbarrecht, derer sich die Bauverwaltung habbar macht um die Wohnnutzung zu verhindern. Und das in meinem Fall in einer ausschließlich wohngenutzten Umgebung aus Angst vor nachbarlichen Streitigkeiten, denn bauordnungsrechtlich, von einer sog. Hinterbebauung -eine Vorderbebauung gibt´s nicht- mal abgesehen, gibt´s nichts zu beanstanden. Damit wäre natürlich demjenigen nicht geholfen, aber interessant ist´s allemal wie sich behördliche Trägheit und Gier hier gegenseitig im Wege stehen – natürlich ungestraft.
    Ich wäre über eine rechtmäßig veranlagte Zweitwohnungssteuer wohl eher erfreut.


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