18.09.2014 · smart steuern ·

Zeitschriften als Werbungskosten abziehbar?

Die Kosten für Fachliteratur – darunter fallen auch Zeitschriften – können Arbeitnehmer und Selbstständige als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung steuermindernd geltend machen. Das Finanzamt erkennt die Kosten jedoch nur an, wenn die Fachliteratur eindeutig berufsbezogen ist.

In einem aktuellen Streitfall vor dem Finanzgericht Münster machte ein Arbeitnehmer in seiner Einkommensteuererklärung Kosten für diverse Computerzeitschriften (PC-Magazin, PC-Welt, c’t, ELV) als Fachliteratur geltend. Das Finanzamt weigerte sich, die Kosten anzuerkennen. Der Mann widersprach: Seine Tätigkeit als Netzwerkadministrator in einem weltweit operierenden Unternehmen erfordere die ständige Fortbildung im IT-Bereich.

Fachliteratur aus privatem Interesse?

Dem folgte das Gericht nicht und wies die Klage ab (Az. 5 K 2767/13). Der Mann hatte nicht ausreichend dargelegt, dass er die konkreten Zeitschriften weitaus überwiegend beruflich verwendet habe. Der allgemeine Hinweis auf die Notwendigkeit von Weiterbildung genüge hierfür nicht. Nach einer Begutachtung aktueller Ausgaben der benannten Zeitschriften kamen die Richter zu dem Schluss, dass diese zu einem beachtlichen Teil Artikel enthielten, die auch für private Computernutzer von Interesse seien, etwa in Bezug auf Computerspiele oder eBay-Verkäufe. Auch die Artikel, die sich mit Fragen der Programmierung befassen, seien gleichermaßen für den Privatgebrauch von Interesse und in einer für Laien verständlichen Sprache abgefasst. Sie dienten daher nicht in erster Linie der Vermittlung von Fachwissen.

Unser Tipp: Gut begründen!

Voraussetzung für die Abzugsfähigkeit ist, dass die Zeitschriften eindeutig berufsbezogen sind. Dieser Nachweis ist schwierig zu erbringen, da die meisten Zeitschriften auch Inhalte aufweisen, die von privatem Interesse sein können. Jedoch verwies der Bundesfinanzhof in einem Urteil (Az. VI R 112/87) darauf, dass eine theoretisch mögliche Privatnutzung nicht zur Versagung der Abzugsfähigkeit führen darf. Wer also Zeitschriften als Werbungskosten absetzen möchte, sollte möglichst genau belegen, inwiefern die Zeitschrift der beruflichen Sphäre dient.

(Viola C. Didier / smartsteuer)

Geschrieben von:
Stefan Heine Stefan versteht als Fachanwalt für Steuerrecht selbst die Gesetze, die ihre eigenen Autoren verzweifeln lassen. Dabei widerlegt er das Gerücht, Juristen könnten nicht rechnen – zur Freude unserer Kunden und zum Ärger des Finanzamtes. Als Geschäftsführer von smartsteuer hält Stefan das Team mit seiner harmonischen Art zusammen und fokussiert es auf das gemeinsame Ziel: Die einfachste Steuererklärung.
Mach Dein Insiderwissen zu Geld!
Steuererklärung starten

LETZTE BEITRÄGE


Kommentar schreiben (* Pflichtfelder)