02.10.2014 · smart steuern ·

Was sind Vorsorgeaufwendungen?

Vorsorgeaufwendungen spielen eine immer größere Rolle – nicht nur im Leben der Menschen, sondern auch bei der Steuererklärung. Das Finanzamt erkennt zum Beispiel Beiträge zu Rentenversicherungen an. Mit dem Bürgerentlastungsgesetz wurden zudem die Möglichkeiten zur steuerlichen Absetzbarkeit für Kranken- und Pflegeversicherungen verbessert.

Vorsorgeaufwendungen zählen steuerlich zu den Sonderausgaben. Sie können mit der Anlage AV (Anlage Vorsorgeaufwendungen) im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Beiträge zur Altersvorsorge sind mit einem bestimmten Anteil vom tatsächlichen Aufwand als Sonderausgaben abziehbar. Dieser Anteil steigt jährlich um 2 Prozent und beträgt 78 Prozent für das Jahr 2014. In vollem Umfang steuerlich berücksichtigt werden hingegen die tatsächlich geleisteten Beiträge zur privaten und gesetzlichen Krankenversicherung, zur gesetzlichen Pflegeversicherung und zur privaten Pflege-Pflichtversicherung, soweit sie der Basisabsicherung dienen.

Nicht vergessen: Anlage AV

Die weiteren sonstigen Vorsorgeaufwendungen können allerdings nur beschränkt im Rahmen der geltenden Höchstbeträge von 1.900 Euro (z. B. für Angestellte, Beamte und Rentner) bzw. 2.800 Euro (z. B. für Selbstständige) geltend gemacht werden, soweit der Höchstbetrag nicht bereits durch die oben genannten Beiträge zu Basis-Kranken- und Pflegeversicherungen ausgeschöpft wurde. Zu diesen Vorsorgeaufwendungen gehören Beiträge zur Arbeitslosen-, Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherung, zu Unfall- und Haftpflichtversicherungen und zu bestimmten Renten- und Lebensversicherungen. Auch Beiträge zu Kranken- und Pflegeversicherungen außerhalb der Basisabsicherung sind hier zuzurechnen. Zu der Frage, ob auch Versicherungskosten, die die Höchstbeiträge überschreiten, steuerlich anzuerkennen wären, ist derzeit ein Verfahren vor dem Bundesfinanzhof anhängig (Az. X R 5/13).

Unser Tipp: Details zur Absetzbarkeit der Kranken- und Pflegeversicherung

Für gesetzlich Krankenversicherte sind sämtliche gezahlten Beiträge abzugsfähig, die der Basisabsicherung dienen. Keine Berücksichtigung findet also der Beitragsanteil, der etwa der Finanzierung von Krankengeld dient. Dieser bleibt pauschal durch einen Abschlag von vier Prozent steuerlich unberücksichtigt. Bei privat Krankenversicherten, bei denen häufig der Leistungskatalog über das gesetzlich als notwendig Erachtete hinausgeht, erkennt das Finanzamt folglich nicht alle Aufwendungen an. So bleiben beispielsweise Beitragsbestandteile für die Chefarztbehandlung oder das Einzelzimmer steuerlich unberücksichtigt. Somit müssen privat Versicherte stets darauf achten, dass ihre Krankenkasse die nicht steuerbegünstigten getrennt von den steuerbegünstigten Leistungen ausweist.

(Viola C. Didier / smartsteuer)

Stefan Heine Geschrieben von:

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Ihre Erläuterungen stimmen nicht mit dem überein, was das FA KL mir
    abrechnet. Ich habe Pensions-, Zuatzversorgungs- und Altersrenteansprüche.
    Ich bin freiwillig gesetzl krankenversichert; daher bezahlt mir die DRV einen
    mtl Zuschuß zu den Kosten. Dieser Betrag wird seit dem Jahr 2009 (2008
    nicht) vom FA KL bei den Vorsorgeaufwendungen gekürzt, obwohl in §3
    ESTG diese Beträge als steuerfreie Leistungen bezeichnet werden. Bis jetzt
    alle Einwendungen dagegenohne Erfolg geblieben.
    Ich bitte um Ihre Einschätzunge dazu.
    Mit freundl. Grüßen
    Bernhard Molitor Leipziger 124

  • Björn Waide Björn Waide sagt:

    Vielen Dank für Ihr Feedback. Ohne weitere Details können wir da leider nicht viel zu sagen. Als smartsteuer-Kunde können Sie uns aber gerne Ihren Steuerfall samt Fotokopie des Steuerbescheids zukommen lassen, dann werfen wir mal einen Blick drauf.


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