27.10.2014 · smart leben ·

Transit – ein Navi für die öffentlichen Verkehrsmittel

Gehen Sie noch ohne Ihr Navi aus dem Haus? Ich nicht. Wo käme ich da hin? Manchmal erwische ich mich sogar dabei, dass ich es im Auto anschalte, obwohl ich die paar Kilometer zum Baumarkt schon öfter gefahren bin – und den Weg wahrscheinlich auch im Schlaf finden würde. Aber, und das ist das Tröstliche: Ich bin nicht allein. In immer mehr Autos leuchten die farbenfrohen Mini-Bildschirme, dass es eine wahre Freude ist. Und: Nicht nur Autofahrer lassen sich von den immer besser werdenden Geräten leiten. Auf dem Markt tummeln sich spezielle Navis für Wanderer, Radfahrer, LKW-Fahrer, Wohnmobil-Urlauber, Wassersportler und noch mehr. 

Ist es da zuviel verlangt, wenn es eine Art Navi für den öffentlichen Nahverkehr gäbe? Also eins, dass unterwegs die schnellste Verbindung zwischen zwei Orten innerhalb einer Stadt findet – zurückgelegt mit Bus und Bahn. Gründe dafür gäbe es ja so einige: der letzte verpasste Bus gegen Mitternacht, der einen in die heimische Wohnung am Stadtrand bringen sollte. Oder die Ausdrucke von der Website des örtlichen Verkehrsunternehmens, die man zu Hause gemacht hat und dort gern mal liegen lässt. Oder das rausgeschmissene Taxigeld in einer fremden Stadt.

Google kümmert sich auch um den Transit

Was viele nicht wissen: Sie haben so ein Navi für den Nahverkehr längst in der Hosentasche! Google Transit heißt die Lösung und befindet sich in der Regel schon auf Ihrem Smartphone. Nun, werden Sie sagen, das habe ich auf meinem Handy noch nie gesehen. Richtig, denn es versteckt sich in der beliebten App Google Maps. Wenn Sie dort eine Route planen, sehen Sie oben auf dem Display vier Symbole: ein Auto, ein Fahrrad, einen Fußgänger für das jeweilige Fortbewegungsmittel. Und eben auch ein Symbol, das einen Bus oder eine Lok darstellen könnte – und für öffentliche Verkehrsmittel steht.
Google hat in den letzten Monaten immer mehr deutsche Städte und Regionen in die App integriert. Die recht umfangreiche komplette Liste finden Sie hier.

Kinderleichte Bedienung

Das Planen einer Route mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist ohne Übertreibung ein Kinderspiel. Sie tippen auf das Bus-Symbol, wählen den Start (Ihr aktueller Standort ist voreingestellt) und dann das Ziel. Dabei müssen Sie nicht mal die Adresse wissen. Geben Sie zum Beispiel einfach den Namen eines Restaurants oder Hotels ein. Google erledigt den Rest und bietet in der Regel vier verschiedene Routen an. Ein Fingertipp auf eine Route und Sie erhalten detaillierte Informationen. In den Routenoptionen lässt sich zum Beispiel noch einstellen, ob es bevorzugte Verkehrsmittel, wenig Umstiege oder kurze Fußwege geben soll. Das klappte bei mir in Städten wie Berlin und Hamburg reibungslos.

Geht das alles auch ohne Google?

Ganz klar, es gibt viele Leute, die um Google einen großen Bogen machen, weil sie den immer großen Datenhunger des Internetgiganten fürchten. Eine ernstzunehmende Alternative gibt es immerhin. Sie heißt Öffi. Das ist eine kostenlose App des Entwicklers Andreas Schildbach. Aber: Die App ist nur für Android-Telefone verfügbar. Und die sind, Sie haben es geahnt, auch an Google gekoppelt.

Öffi gibt es schon ein paar Jahre. Auch diese App brachte mich schon oft durch den Großstadtdschungel. Ein paar Nachteile hat sie aber: Sie müssen auswählen, in welcher Region Sie gerade sind, um die Routenplanung dort nutzen zu können. Darüber hinaus braucht Öffi die genauen Adressen oder Haltestellen für Start und Ziel. Gut hingegen: Es lassen sich auch Netzpläne abrufen („Öffi Netzpläne“) und Haltestellen in der Nähe finden („Öffi Haltestellen“).

Probieren Sie diese Apps mal aus, wenn Sie öffentlich unterwegs sind. Sie werden überrascht sein, wie gut die schon sind – und vielleicht finden Sie sogar ganz neue Wege durch Ihre Stadt.

Björn Waide Geschrieben von:

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