04.11.2014 · smart arbeiten ·

Mathematik und Steuern: Zwangsehe oder Liebesheirat?

Klare Sache: Die Steuererklärung hat mit Zahlen zu tun. Aber wie viel Mathematik und welche Mathematiker stecken eigentlich hinter dem Programm, mit dem Sie diese lästige Pflicht erledigen? Unser Mathematiker Markus hat sich da einmal ein paar Gedanken gemacht:

Meine erste Reaktion, nachdem ich erfahren hatte, dass ich einen Artikel zum Thema „Steuern und Mathematik“ schreiben darf: „Oh je!“

Wie soll ich da bloss anfangen? Etwa mit Mathematik? Die ist mir wenigstens halbwegs vertraut. Eine kleine Abhandlung von Euklid über Newton und Einstein bis hin zu Kurt Gödel? Sozusagen zum Warmwerden? Und wenn’s dann erstmal läuft, langsam zu den Steuern übergehen. Hört sich nach einer sportlich-sinnvollen Strategie an. Allerdings: Das steht irgendwie im Widerspruch zu einer bewährten Vorgehensweise im Arbeitsalltag. Da sollte man schließlich gerade die schwer einschätzbaren Aufgaben (als Beispiel fällt mir spontan das Schreiben eines Blog-Beitrags ein) möglichst früh angehen. Man weiß schließlich nie, was da noch kommt.

Außerdem soll der Artikel davon handeln, ob und wie Mathematik und Steuern zusammenpassen. Wenn ich erst etwas über das eine und dann über das andere schreibe, verfehle ich womöglich das Thema. Naja, zumindest habe ich überhaupt schon etwas geschrieben. Und für Mathematiker war auch etwas höchst erfreuliches dabei: ein Widerspruch!

„Einspruch!“, höre ich mich selbst einwerfen. Denn: Nur im Rahmen eines mathematischen Widerspruchsbeweises erfreut sich ein Mathematiker an einem Widerspruch. Den Widersprüchen des täglichen Lebens hingegen ringe ich genauso viel oder wenig ein Lächeln ab wie ein Nicht-Mathematiker. Also gut: „Stattgegeben.“

Aber das passt doch alles nicht wirklich zum Thema Steuern. Macht nichts, denn: Die ganze höhere Mathematik, die man mir im Studium beizubringen versuchte, hat im Grunde herzlich wenig mit meiner Arbeit zu tun. Die Pfade, auf denen sich die zu zahlenden Steuerbeträge errechnen, sind zwar höchst verschlungen, aber Integralen, Differentialen, komplexen Zahlen oder ähnlichen Dingen begegnet man dort nicht. Plus, Minus, Mal, Geteilt und etwas Prozentrechnung, in höheren mathematischen Sphären bin ich hier normalerweise nicht unterwegs.

Mmh, also ist alles ganz einfach und demnächst übernimmt der Enkel von Tante Gerda meinen Job? Der soll nämlich ganz toll im Kopfrechnen sein.

Das gibt mir die Gelegenheit, mit einem weit verbreiteten Vorurteil über Mathematiker aufzuräumen. Auch wenn es sich widersprüchlich anhört: Ich versuche zwar grundsätzlich mit allem zu rechnen, aber ich selbst rechne nicht. Das macht mein Kollege Computer. Sogar noch ein klein wenig schneller als der Enkelsohn von Tante Gerda.

Überflüssig bin ich deshalb noch lange nicht. Zu meiner Existenzsicherung trägt die Tatsache bei, dass der Computer die Sprache, in der die Steuergesetze formuliert sind, noch sehr viel weniger versteht als ich. Deshalb besteht mein Job, vereinfacht gesprochen, darin, ihm klar zu machen, welche Berechnungen er so blitzschnell durchführen soll. Die Tücke steckt dabei wie immer im Detail und das Ganze ist komplizierter als seine Teile. Aber deshalb arbeite ich bei smartsteuer auch in einem Team zusammen mit Entwicklern und Steuerexperten. Mit meinem Kollegen Michael gibt es hier sogar noch einen anderen Mathematiker, der mein Los teilt.

Da geteiltes Leid bekanntlich halbes Leid und geteilte Freude doppelte Freude ist, stellt das einen gut berechenbaren Vorteil dar. Und die Tatsache, dass er sich demnächst auch an einem Blog-Artikel versuchen darf, hat sogar etwas tröstliches.

Zum Schluss gestatten Sie mir noch einen Mathematiker-Scherz: Angesichts der Widersprüche in diesem Artikel ist selbiger in Anlehnung an den Logiker Kurt Gödel nun vollständig.


Markus Thormann Geschrieben von:

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