13.11.2014 · smart steuern ·

Steuerklasse jetzt noch optimieren!

Paare, die jetzt noch ihre Steuerklassen optimieren, können beim Elterngeld richtig profitieren und mehr Netto in die Kasse spülen. Die Frist für den Wechsel ist der 30. November 2014.

Grundsätzlich können verheiratete Arbeitnehmer und eingetragene Lebenspartner ihre Steuerklasse frei wählen. So bestimmen sie mit, wie viel Lohnsteuer der Arbeitgeber jeden Monat an das Finanzamt abführt. Zur Wahl stehen derzeit drei Kombinationen und als Faustregel gilt: Die Kombination IV / IV ist erste Wahl, wenn beide Partner etwa gleich viel verdienen. Die Kombination III / V bringt mehr Netto im Monat, wenn der Gehaltsunterschied hoch ist. Dabei wird das höhere Einkommen mit der Klasse III relativ niedrig, das geringe Einkommen mit der Klasse V hoch besteuert. Ein Steuerklassenwechsel ist aber nur einmal im Jahr möglich und spätestens bis zum 30. November beim zuständigen Finanzamt einzureichen.

Elterngeld und Steuerklasse

Die Wahl der Steuerklasse hat immense Auswirkungen auf die Höhe von Lohnersatzleistungen, zu denen auch das Elterngeld gehört. Eine günstige Steuerklasse in diesem Zusammenhang ist eine, die mehr Netto übrig lässt, also die Bewertungsbasis für das zukünftige Elterngeld positiv beeinflusst. Aber Achtung: Der Steuerklassenwechsel vor der Geburt ist vom Gesetzgeber erschwert worden. Seit 2013 spielt der Zeitpunkt des Wechsels eine entscheidende Rolle, denn die Berechnung der Höhe des Elterngeldes erfolgt auf Basis der Steuerklasse, die mindestens sieben Monate vor der Geburt eingetragen war. Nach erkannter Schwangerschaft sollte also schnell gehandelt werden, um die für die Betroffenen beste Berechnungsbasis sicherzustellen.

Höhe des Elterngeldes

Für die Berechnung des Elterngeldes ist grundsätzlich das pauschal ermittelte durchschnittliche Bruttoeinkommen aus Erwerbstätigkeit vor der Geburt relevant und zwar maßgeblich die letzten zwölf Kalendermonate. Klingt einfach, wirft jedoch immer wieder Fragen auf, zum Beispiel im Zusammenhang mit Provisionen. Gemäß einer aktuellen Entscheidung des Bundessozialgerichts sind diese unter bestimmten Voraussetzungen bei der Elterngeldberechnung zu berücksichtigen. Anders verhält es sich mit Zahlungen, die nicht regelmäßig erfolgen. Aber unabhängig von diesen speziellen Fällen liegt das Elterngeld zwischen 100 und 65 Prozent der Einkünfte sowohl aus selbstständiger als auch aus nichtselbstständiger Tätigkeit, gekürzt um Abzüge für Steuern und Sozialabgaben. Das Elterngeld beträgt höchstens 1.800 Euro und mindestens 300 Euro. Bei Mehrlingsgeburten erhöht sich der jeweilige Betrag um 300 Euro je Kind.

Unser Tipp:

Gerade Paare, für die das Thema Kindergeld aktuell ist, sollten ihre Steuerklassenwahl überprüfen. Für die Änderung der Steuerklassen gibt es einen amtlichen Vordruck, der von beiden Ehe- bzw. Lebenspartnern unterschrieben an das Finanzamt geschickt werden muss.

(Viola C. Didier / smartsteuer)


Stefan Heine Geschrieben von:

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