04.12.2014 · smart steuern ·

Weihnachtszeit – Spendenzeit: So lohnt sich die gute Gabe steuerlich

Die Adventszeit bringt Spendenaufrufe verschiedenster Organisationen mit sich. Mehr Menschen als sonst greifen in dieser Zeit auch tatsächlich in den Geldbeutel und spenden etwas. Neben dem guten Gefühl können Spenden aber auch Steuern sparen.

Bis zu einem Höchstbetrag von 20 Prozent der persönlichen Einkünfte sind Spenden als Sonderausgaben absetzbar. Das Finanzamt erkennt Spenden allerdings nur an, wenn sie an Organisationen, die steuerbegünstigte Zwecke verwirklichen, gezahlt werden. Zu diesen Organisationen zählen zum Beispiel Kirchen, Organisationen mit karitativen Zielen, Vereine und Stiftungen, die vom Finanzamt als „gemeinnützig“ anerkannt wurden sowie staatliche Einrichtungen wie z. B. Universitäten, Schulen und Museen. Im Zweifelsfall sollten sich Spender im Vorfeld informieren.

Wichtig: Nachweis vorlegen!

Für Einzelspenden bis zu 200 Euro oder Spenden in Katastrophenfällen genügt in der Regel ein einfacher Nachweis der Spenden in Form eines Kontoauszugs, Bareinzahlungs- oder Überweisungsbelegs. Name und Kontonummer des Empfängers müssen hier ersichtlich sein ebenso wie Spendenbetrag und Buchungstag. Für die Nutzer von Onlinebanking-Portalen genügt auch ein Ausdruck bzw. Screenshot mit den entsprechenden Daten. Bei einer Einzelspende über 200 Euro benötigt der Spender eine offizielle Zuwendungsbestätigung. Unbedingt vermerkt sein müssen darauf neben Spendenbetrag, Namen und Anschrift des Spenders selbstverständlich auch der Zuwendungsempfänger mit Unterschrift, Ort, Datum, Finanzamt, Steuernummer und – wichtig – dem Datum des letzten Freistellungsbescheids der Organisation.

Spenden ohne Grenzen?

Spenden an Organisationen, die nicht in der EU liegen werden leider gar nicht berücksichtigt. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs und einer anschließenden Gesetzesänderung sind prinzipiell auch Spenden an Organisationen in der EU als Sonderausgaben absetzbar. Hier gelten jedoch verschärfte Nachweisbedingungen: Der Spender muss nachweisen, dass der Empfänger nach deutschem Recht gemeinnützig, mildtätig oder religiös tätig ist. In der Praxis dürfte dieser Nachweis recht schwierig sein, da hierfür neben der Spendenquittung Satzungen, Tätigkeitsberichte oder Vorstandsprotokolle vorgelegt werden müssen.

Unser Tipp: Parteispenden sind besonders begünstigt

Spenden an politische Parteien haben in der Vorweihnachtszeit nicht unbedingt Saison, dennoch sollte man wissen, dass sie gleich doppelt begünstigt werden! Bis zu einem jährlichen Betrag von 1.650 Euro bei Alleinstehenden und 3.300 Euro bei Verheirateten wird die Hälfte der Zuwendung direkt von der Steuerschuld abgezogen. Die andere Hälfte kann, wie andere Spenden auch, im Rahmen der Sonderausgaben geltend gemacht werden.

(Viola C. Didier / smartsteuer)

Jennifer Dittmann Geschrieben von:

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