02.01.2015 · smart steuern ·

Abfindung: So können Steuern gespart werden

Eine Kündigung ist für den Betroffenen immer ein folgenreicher Lebenseinschnitt. Mit einer Abfindung kann wenigstens die finanziellen Einbußen, die durch den verlorenen Arbeitsplatz verursacht werden, abgeschwächt werden. Insbesondere bei langjähriger Betriebszugehörigkeit kann die sich auf eine stattliche Summe addieren. Kein Wunder, dass sich der Fiskus auch daran beteiligen will.

Eine Abfindung steht dem Arbeitnehmer nicht zwangsläufig zu, sondern ist prinzipiell eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers, die individuell verhandelbar ist. Zu beachten ist, dass eine Abfindung in der Regel nicht sozialversicherungspflichtig – wohl aber lohnsteuerpflichtig ist. Sie muss bei der Steuererklärung im Jahr der Auszahlung angegeben werden und ist in der Anlage N „Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit“ einzutragen. Damit eine Abfindung als Entschädigungszahlung für den Verlust des Arbeitsplatzes steuerlich günstiger behandelt werden kann als klassischer Arbeitslohn, muss die Initiative für die Auflösung des Arbeitsverhältnisses vom Arbeitgeber ausgehen.

Was ist die Fünftelregelung?

Der Fiskus lässt bei der Besteuerung unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit einer so genannten Fünftelregelung zu. Bei dieser Berechnungsweise wird fiktiv so verfahren, als würde der Arbeitnehmer über einen Zeitraum von fünf Jahren jeweils ein Fünftel der Abfindung erhalten. Das reduziert in aller Regel den zu zahlenden Steuerbetrag und bewirkt eine Abschwächung des Progressionseffekts, der bei einer einmaligen Abfindungszahlung schnell zu einer unerwünscht hohen Einkommensbesteuerung führen könnte. Allerdings muss die sich aus der Fünftelung ergebende Gesamtsteuersumme sofort im Jahr des Erhalts der Abfindung gezahlt werden.

Wem nutzt die Fünftelregelung?

Für Arbeitnehmer, die ohne die Abfindungssumme steuerlich relativ gering belastet sind, bringt die Fünftelregelung einen Vorteil: Ohne diese Regelung könnte sonst durch die Einmalzahlung eine deutlich erhöhte Steuerlast eintreten. Für Arbeitnehmer mit hohem Einkommen, das bereits dem Spitzensteuersatz unterliegt, bringt die Fünftelregelung keine steuerlichen Vorteile. Für sie ist vielmehr der Auszahlungszeitraum steuerlich von Interesse, insbesondere wenn künftig ein niedrigeres Einkommen erwartet wird.

Unser Tipp: Zeitliche Streckung der Auszahlung

Steuerlichen Belastungen lassen sich verringern, wenn die Abfindungszahlung ins nächste Jahr verschoben oder auf mehrere Jahre verteilt wird. Für die Höhe der zu zahlenden Steuern werden dann nur die Zahlungen berücksichtigt, die tatsächlich im Jahr zugeflossen sind (Zufluss-Prinzip). Der Bundesfinanzhof hat in seinem Urteil vom 11. November 2009 (Az. IX R 1/09) entschieden, dass es unter bestimmten Voraussetzungen nicht missbräuchlich ist, wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus rein steuerrechtlichen Gründen den Zahlungszeitpunkt auf verschiedene Zeiträume verteilen, also den Zeitpunkt des Zuflusses einer Abfindung steuerwirksam gestalten. Für Arbeitnehmer, die eine Abfindung erwarten, kann es sich lohnen, den für sie günstigsten Termin der Auszahlung und die jeweilige Größenordnung gemeinsam mit dem Arbeitgeber festzulegen.

Mehr Informationen zum Thema Abfindungen finden Sie auch auf abfindungsrechner.com

(Viola C. Didier / smartsteuer)

Franziska Zachert Geschrieben von:

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