12.02.2015 · smart steuern ·

Dienstwagen: Benzinkosten von der Steuer absetzen?

Wer vom Arbeitgeber einen Dienstwagen zur Verfügung gestellt bekommt, kann sich freuen – vor allem dann, wenn das Auto auch noch privat genutzt werden darf. Probleme können allerdings auftreten, wenn es um die Steuererklärung geht, wie ein aktuelles Urteil des Finanzgerichts Düsseldorf zeigt.

Ein Außendienstmitarbeiter hatte von seinem Arbeitgeber einen Wagen auch zur privaten Nutzung bekommen. Der Wagen wurde mittels der 1 %-Regelung versteuert. Die Benzinkosten musste der Arbeitnehmer selbst tragen. Diese machte er dann in seiner Einkommensteuererklärung als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit geltend. Das Finanzamt lehnte den Abzug der Aufwendungen aber ab.

Erfolg vor dem Finanzgericht
Das Finanzgericht Düsseldorf gab dem Arbeitnehmer Recht und ließ seine Benzinkosten insgesamt zum Abzug zu (Aktenzeichen: 12 K 1073/14 E). Die auf die beruflichen Fahrten entfallenden Benzinkosten seien abziehbar, weil sie zur Erzielung von Barlohns aufgewendet worden seien. Aber auch die für Privatfahrten aufgewendeten Benzinkosten seien abziehbar, da sie zum Erwerb von Sachlohn in Gestalt der privaten Pkw-Nutzung aufgewendet worden seien. Der Abzug dieser Werbungskosten darf das Finanzamt nicht deshalb versagen, weil der Wert der Privatnutzung schon nach der 1 %-Regelung ermittelt wurde. Diese betreffe allein die Bewertung der Einnahme, nicht aber den Werbungskostenabzug.

Abmilderung von Ungleichbehandlung
Es sei zwar Sache des Arbeitnehmers, seine Werbungskosten nachzuweisen, so die Richter weiter, ein Fahrtenbuch muss aber nicht geführt werden. Durch den Abzug individueller Werbungskosten auch bei Anwendung der 1 %-Regelung wird laut Ansicht der Richter die Ungleichbehandlung zwischen Arbeitnehmern, deren Arbeitgeber alle Kosten tragen, und Arbeitnehmern, die die Pkw-Kosten teilweise selbst tragen müssen, abgemildert.

Unser Tipp: Wie funktioniert die 1 %-Regelung?
Die 1 %-Regelung sieht vor, pauschal ein Prozent des Brutto-Listenneupreises des Fahrzeugs pro Monat zu versteuern. Achtung! Der Bruttolistenneupreis ist auch dann anzusetzen, wenn es sich bei dem Dienstwagen um einen alten, gebrauchten oder geleasten Pkw handelt. Wer die 1 %-Regelung anstatt der Fahrtenbuchmethode wählt, für den fällt zusätzlich noch pauschal Steuer für Fahrten zum Arbeitgeber an: 0,03 Prozent des Listenpreises pro Monat und Entfernungskilometer.
(Viola C. Didier / smartsteuer)

Jennifer Dittmann Geschrieben von:

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Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Unwissend sagt:

    Zitat:
    „Durch den Abzug individueller Werbungskosten auch bei Anwendung der 1 %-Regelung wird laut Ansicht der Richter die Ungleichbehandlung zwischen Arbeitnehmern, deren Arbeitgeber alle Kosten tragen, und Arbeitnehmern, die die Pkw-Kosten teilweise selbst tragen müssen, abgemildert.“

    Und wo bleibt die Gleichberechtigung für diejenigen, die mit ihrem privaten Pkw unterwegs sind?

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Für die Arbeitnehmer, der seine Kosten selbst trägt, gibt es die 30 Cent pro EntfernungsKm.


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