26.02.2015 · smart steuern ·

Kapitalertragsteuer: Reicht der Freistellungsauftrag aus?

Zahlreiche Sparer sind verunsichert, ob sie für ihre Kapitalerträge eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung, die sog. NV-Bescheinigung, beim Finanzamt beantragen müssen oder ob ein Freistellungsauftrag bei der Bank genügt, um den Abzug der Kapitalertragsteuer zu vermeiden.

Mit dem Freistellungsauftrag – zumeist ein einfaches Online-Formular der eigenen Bank – beauftragen Anleger das Kreditinstitut, anfallende Kapitalerträge vom automatischen Steuerabzug zu befreien. Ohne diesen Auftrag führt die Bank nämlich 25 % Kapitalertragsteuer zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an das Finanzamt ab. Häufig liegen die steuerpflichtigen Kapitalerträge von Sparbuch, Aktienfonds, Tagesgeldkonto und Co. unterhalb des Sparer-Pauschbetrags: pro Jahr sind dies 801 Euro, bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften 1.602 Euro. In diesen Fällen kann der Gang zum Finanzamt gespart werden, da ein Freistellungsauftrag bei der Bank vollkommen ausreicht. Dieser sollte für alle Konten und Depots bei allen Banken erteilt werden. Er darf in der Summe jedoch die 801 bzw. 1602 Euro nicht überschreiten.

Wann wird eine NV-Bescheinigung benötigt?

Liegen die Kapitaleinkünfte über dem Sparer-Pauschbetrag, die gesamten Einkünfte des Jahres aber insgesamt unter dem Grundfreibetrag von derzeit 8.354 Euro (bzw. 16.708 Euro bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften), so kann man mit Hilfe einer Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV-Bescheinigung) auch bei höheren Kapitaleinkünften nicht nur von der Abgeltungsteuer sondern insgesamt für die nächsten drei Jahre von der Abgabe einer Steuererklärung befreit werden, sofern sich die Einkommensverhältnisse nicht verändern und den Grundfreibetrag übersteigen. Dafür muss beim zuständigen Finanzamt die NV-Art. 01 A beantragt werden. Die NV-Bescheinigung muss auch an die Bank weitergeleitet werden.

Unser Tipp: Freistellungsauftrag rechtzeitig einrichten!

Beim Einrichten von Freistellungsaufträgen passieren immer wieder Fehler. Richten sie einen Freistellungsauftrag sofort bei Konto- oder Depoteröffnung ein, da dies später oft vergessen wird und dann unerwünschte Steuerzahlungen anfallen! Natürlich kann ein Freistellungsauftrag jederzeit eingerichtet werden. Er gilt dann stets ab dem 1.1. des Jahres, in dem er eingereicht wird –für das ganze Kalenderjahr. Eine Kündigung ist nur zum 31.12. möglich. Wird die Bankverbindung aufgelöst, sollten Sie unbedingt an einen separaten Auftrag zur Löschung des bestehenden Freistellungsauftrags denken, ansonsten bleibt ein ungenutzter Freibetrag dort bestehen.

(Viola C. Didier / smartsteuer)

Jennifer Dittmann Geschrieben von:

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