01.09.2015 · smart steuern ·

Flüchtlingen helfen – ganz konkret

Karte-übergriffe-QUELLE Spiegel OnlineEs gab in der letzten Zeit wohl kaum ein Thema in Deutschland, über das mehr diskutiert wurde. Und obwohl wir von smartsteuer als Firma damit auf den ersten Blick recht wenig zu tun haben, arbeiten bei uns doch einfach auch nur Menschen. Menschen, die das Herz am rechten Fleck haben und die sich darüber Gedanken machen, wie man Flüchtlingen helfen kann. Und so entstand die Idee zu diesem Blogbeitrag. Wir haben einige nützliche Informationen zusammengetragen – und erklären Ihnen auch, was smartsteuer dann doch noch mit dem Thema zu tun hat.

Zwei Karten zur Demonstration

Karte-übergriffe-QUELLE Spiegel OnlineImmer mehr Flüchtlinge suchen den Weg auch nach Deutschland. Viele schaffen es nicht, Tausende ertranken 2015 schon im Mittelmeer. 71 verreckten, ja man muss dieses Wort leider verwenden, vor kurzem in Österreich in einem LKW, darunter auch vier Kinder. Wie groß muss die Verzweiflung der Menschen sein, wenn sie trotz solcher Nachrichten die Flucht auf sich nehmen? Offenbar riesengroß, und dabei spielt es meiner Meinung nach auch keine Rolle, ob es Angst vor Krieg, Gewalt, Armut oder etwas anderes ist.

Das sehen einige Deutsche anders, wie dieser Screenshot einer SPIEGEL ONLINE-Seite zeigt.

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Den ganzen Artikel finden Sie übrigens hier.

Brennende Asylbewerberunterkünfte, dumpfe rechte Parolen auf den Straßen und vor allem Hetz-Kommentare auf Facebook & Co. dominierten kurzzeitig die Nachrichten. Doch mittlerweile zeigen immer mehr Deutsche Flagge und helfen ehrenamtlich, wie die zweite Landkarte zeigt. Und ich sage es Ihnen ganz ehrlich: Diese zweite Karte macht mich stolz.

Viele Fragen – aber auch viele Antworten

Wo kann ich Kleiderspenden abgeben? Kann ich mit meinem Auto nach Feierabend Sachen von A nach B transportieren? Kann ich als Dolmetscher helfen? Soll ich einzelnen Flüchtlingen als Pate zur Seite stehen, um etwa bei Behördengängen zu helfen? Hilft auch einfach eine Geldspende? Diese und noch viel mehr Fragen tauchten bei uns auf. 
Prinzipiell gilt: Informieren Sie sich zuerst. Welche Hilfe wird konkret jetzt gebraucht? Denn: In einem Ort kann es zum Beispiel schon genug Altkleider geben und es werden stattdessen ganz andere Sachen wie neue Unterwäsche dringend gebraucht.

Ein erster Schritt ist dabei die zweite Karte. Zoomen Sie in Ihre Region und sehen Sie, wer die Hilfe organisiert und koordiniert. Wem das zu unübersichtlich ist, der kann mit der einfacheren Karte des Flüchtlingsrates allgemeine Informationen für sein Bundesland finden. Empfehlenswert sind außerdem die Informationen auf der Seite der bekannten Hilfsorganisation PRO ASYL und die Inforamtionsangebote „Wie kann ich helfen“ und „Ich helfe“.
Einen wunderbaren Artikel auf ZEIT Online möchte ich Ihnen abschließend auch noch ans Herz legen. Übersichtlich werden hier drei Möglichkeiten der individuellen Hilfe ausführlich beleuchtet: „Ich habe Zeit…“, „Ich habe Geld…“ und „Ich habe Platz…“.

Was selbst im Kleinen möglich ist – und was meine Kollegen in den letzten Wochen besonders begeistert hat. Vielleicht erinnern Sie sich auch an die ein oder andere Aktion – oder finden hier eine Anregung:

  • Da ist die Geschichte des Busfahrers, der Flüchtlinge willkommen heißt – und so den routinierten ZDF-Moderator Claus Kleber fast zu Tränen rührt.
  • Der Opernsänger, der in unsere Heimatstadt Hannover einen Flüchtlingschor leitet, bei dem auch ganz nebenbei noch Deutsch gelernt wird.
  • Mehrere Berliner Startups, die sich sozial engagieren. So vermittelt das Projekt Flüchtlinge willkommen WG-Zimmer an Asylsuchende.
  • Hoteliers in Rheinland-Pfalz, die mit der Aktion „Integration durch Ausbildung“ bis zu 300 Flüchtlingen einen Ausbildungsplatz vermitteln wollen.
  • In Köln helfen Flüchtlinge ehrenamtlich Deutschen – ein immer noch ungewöhnliches Engagement.
Was hat smartsteuer nun mit alldem zu tun?

Nun, ich will es so kurz wie möglich machen: Spenden lassen sich prinzipiell von der Steuer als Sonderausgaben absetzen. Und zwar komplett. Spenden Sie also Geld an eine der gemeinnützigen Hilfsorganisationen, erhalten Sie meist auch die sogenannte Spendenquittung (im Amtsdeutsch Zuwendungsbestätigung). Bis zu einem Betrag von 200 Euro erkennen die Finanzämter aber auch einen Einzahlungsbeleg oder den Kontoauszug an, wenn erkennbar ist, welche (gemeinnützige) Organisation der Empfänger ist. Abzugsfähig sind auch die Mitgliedsbeiträge bei gemeinnützigen Vereinen.

Nicht ganz so einfach ist es mit den Sachspenden. Spenden Sie etwa Altkleider, will das Finanzamt auf der Zuwendungsbestätigung (die von der Hilfsorganisation stammen muss) eine exakte Auflistung der Sachen mit Neuwert, Alter und Zustand. Dazu den geschätzten aktuellen Wert. Gerade bei Altkleidern ist die Sache viel komplizierter, als ich jetzt ausführen möchte. Aus (steuer-) rechtlichen Gründen stellen viele Vereine die Zuwendungsbestätigung deshalb nicht mehr aus. Ich bin aber der Meinung, dass Sie das trotzdem nicht von einer Spende abhalten sollte. Denn es geht ja um die Hilfe – und nicht um die steuerlichen Vorteile, die es zusätzlich noch geben könnte.
Immerhin: Bei Spenden von neuen Artikeln reicht die Quittung. Aufgelistet werden muss aber trotzdem alles. 

Haben Sie zusätzliche Hinweise oder Tipps? Dann teilen sie uns diese gerne als Kommentar mit.

 

 

 

Björn Waide Geschrieben von:

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Michaela sagt:

    Vielen Dank, dass auch Sie einen Artikel gegen die in Deutschland aufkeimende Fremdenfeindlichkeit veröffentlichen! Ein Grund mehr für mich, Smartsteuer weiter zu empfehlen!

  • Avatar Ilse sagt:

    Besten Dank für den Artikel und die vielen Informationen. Leider kann man gar nicht
    genug tun und auf die dringend benötigten Hilfen hinweisen. Je mehr und intensiver dies alle tun, desto größer die Bereitschaft. Davon bin ich überzeugt und hoffe, dass viele Leser so darüber denken!!!

  • Avatar Martens sagt:

    Dank für den Artikel. Claus Kleber & Co schaffen es schon.

  • Super Leute!

    Danke, dass sich auch hier Leute engagieren und Flagge zeigen. Wenn alle helfen, können wir Menschen in Not wirklich helfen und etwas verändern.

    Weiter so!

  • Avatar Manfred Wendl sagt:

    Tolle Überraschung der Blog. Solche Überraschungen brauchen wir viel mehr, dass klar wird die Mehrheit sind wir, die die helfen wollen, die ein weltoffenes und menschliches Deutschland wollen. Und nicht die „Dumpfbacken“ von Pegida oder gar der braune Filz und dessen terrorverdächtige Ableger, die Brandanschläge verüben und abscheuliche Hasstiraden im Netz und auf der Strasse verbreiten und viel zu oft ungestraft davonkommen.
    Wir sind das Volk und nicht die!

  • Lieber Björn,

    danke für den Artikel und den Einsatz. Viele Grüsse von den Freunden aus Berlin.
    Leander


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