03.09.2015 · smart leben ·

Drei Tipps für Selbstständige: Erfolgsblockaden überwinden

Ob im Sommerloch oder während einer Auftragsflaute – drei Tipps, mit denen Sie neuen Aufwind bekommen, innere und äußere Hemmnisse hinter sich lassen und wieder frisch durchstarten.

Selbstständige Unternehmer kennen das Phänomen: Eigentlich sind alle Voraussetzungen ideal, um eine lang geplante Aufgabe in Angriff zu nehmen:

Um endlich ein dringend nötiges neues spannendes Angebot zu konzipieren, oder auch nur die lästigen organisatorischen Tätigkeiten aus dem Weg zu räumen, damit es mit vollem Überblick in Mailbox, Ablage und Schreibtisch weitergehen kann.

Aber dann steht man sich selbst im Weg.

Einige typische, aber schädliche Verhaltensweisen schleichen sich so langsam ein, dass man sie zuerst kaum wahrnimmt … und stehen dann als Erfolgsblockaden träge im Weg herum, bis sie irgendwann zum Problem werden.

Die schwierigste Aufgabe: Eigenwerbung

Verdrängung der nötigen Marketing-Aktivitäten ist eine solche Verhaltensweise. Auch für Profis, sogar für jene aus der Marketingbranche, ist es bekanntlich eine der schwierigsten Übungen überhaupt, an der eigenen Selbstdarstellung zu arbeiten.

Nur zu gerne schiebt man die Werbung für das eigene Angebot immer wieder auf die lange Bank, weil andere dringliche Aufgaben dazwischenkommen.

Schließlich können die eigene Website, der neue Flyer oder das professionelle XING-Profil ja nicht wirklich wichtig sein, wenn man vor lauter Arbeit kaum Zeit dafür findet?

Falsch. Akquise, Eigenwerbung und Marketingkonzepte darf man gerade in erfolgreichen Zeiten nicht vernachlässigen. Erst damit anzufangen, wenn Auftragsflaute herrscht, ist gefährlich.

Das schlechte Gewissen im Hinterkopf quengelt und drängelt also aus gutem Grund. Hören Sie nicht mehr auf die Stimmen, die Ihnen zum weiteren Aufschieben raten.

Unser Tipp:

Nehmen Sie sich und Ihr Marketing so wichtig wie jeden Kunden. Verwandeln Sie jede der bereits zu lange hinausgezögerten Marketingaufgaben in ein eigenes Mini-Projekt, das sofort auf der To-Do-Liste landet – und einen festen Termin bekommt.

Die verschwendete Chance: Einbahnstraßen-Networking

Alles ist kostenlos im Internet oder so scheint es oft.

Sie haben eine Frage? Einfach ins nächste Forum gehen und sich unverbindlich und komfortabel eine Vielzahl von Meinungen und Lösungen einzusammeln kostet Sie bekanntlich nur wenige Minuten.

Oder Sie möchten eine Info unters Web-Volk bringen. Dann sagen Sie einfach, dass Sie sich freuen, wenn jemand auf „Verteilen“ oder „Retweeten“ klickt und schon wird es geschehen.

So einfach, so komfortabel und praktisch. Hilfsbereite User sind sogar noch praktischer als Google, denn mit deren Unterstützung muss man gar nicht mehr selbst so richtig viel denken.

Verständlich also, dass auch Sie sich gerne Feedback zu allgemeinen Fragen einholen, einfacher geht es kaum.

Aber: Und die Qualität der Antworten ist, um es vorsichtig zu sagen, sehr stark schwankend. Reine Glückssache, wenn sie später zum Erfolg beitragen.

Und mit der Flüchtigkeit in solchen Foren verzichten Sie auch darauf, sich ein echtes, langfristig tragendes Netzwerk aufzubauen. Eine virtuelle Community, in der Sie die Qualität der Beiträge (und der Beitragenden) gut einschätzen können.

In der Sie durch eine Ausgewogenheit von Geben und Nehmen für sich selbst einen Ruf als Experte etablieren können und automatisch mit einbezogen werden, wenn es um Ihre Herzblutthemen geht.

Auch Ihre eigenen Ziele lassen sich wesentlich besser erreichen, wenn Networking in höherer Qualität stattfindet.

Unser Tipp:

Bei der nächsten komplexenFachfrage nicht Google oder Facebook befragen, sondern auf Linkedin oder XING die passende aktive Expertengruppe suchen, eintreten und in den Austausch treten. Dableiben, selbst etwas beitragen und nach und nach Teil einer wertvollen Ressource werden.

So werden aus Problemlösungs-Eintagsfliegen echte nützliche Networking-Kontakte.

Der Irrtum: Mehr hilft nicht immer mehr

Viel zu tun bedeutet: Überstunden. Geopferte Wochenenden, durchgearbeitete Feiertage. Jeder Selbstständige kennt Phasen, in denen Mittagspausen aus dem Sandwich nebenbei bestehen, weil es zu viel zu tun gibt für eine echte Mahlzeit.

Aber viel zu schnell gewöhnt man sich daran, immer noch zu arbeiten, wenn die anderen schon heim gegangen sind. Bereits schlafen. Oder ins Freibad gehen.

Irgendwie ist es ja auch kein schlechtes Gefühl, den vollen Einsatz zu geben und viel zu tun zu haben. Es arbeitet sich bekanntlich auch sehr ungestört, wenn keiner sonst es gerade tut.
Doch wenn Sie immer weniger andere Menschen treffen, Ihre Mahlzeiten nach dem Zufallsprinzip stattfinden und das einzige Gesprächsthema bei Ihren selten zwischenmenschlichen Kontakten die Arbeitsauslastung ist … dann sind Sie falsch abgebogen.

Viel zu schnell gewöhnt man sich an einen Arbeitsrhyhtmus, der geradeaus in den Burnout führt.

Spätestens wenn jeder Abend viel zu lang wird und daher auch jeder Morgen sich irgendwie zermatischt anfühlt, sind Sie auch gar nicht mehr leistungsfähig.

Erfolge sind dann weit entfernt, denn man kann nichts Überdurchschnittliches leisten, wenn alles in Zeitdruck und den falschen Routinen versinkt.

Sie können noch lange so weitermachen. Oder Sie geben sich einen Ruck und ändern den selbstgestrickten Mini-Teufelskreis.

Unser Tipp:

Warten Sie nicht, bis Sie vor dem nächtlichen PC verwahrlosen. Gerade wenn es viel zu viel Arbeit gibt, um sie zu schaffen, sind Pausen nämlich wichtiger als je zuvor.

Die Welt wird nicht untergehen, wenn Sie mindestens dreimal in der Woche halbwegs pünktlich Feierabend machen. Stattdessen werden Sie in der restlichen Zeit viel leistungsfähiger sein. Probieren Sie es aus.

*
Nachhaltiges Networking, tragfähige Arbeitszeiten und Investition in Eigenwerbung sind vielleicht nicht das Erste, was den meisten Leuten zum Thema „Erfolgsblockaden überwinden“ einfällt.

Knackige Todo-Listen, aufgeräumte Schreibtische, regelmäßig Sport und gute Ernährung sind hier die Klassiker. Ebenso wie Coaching, Weiterbildung, Kommunikationstraining.

Aber auch diese Klassiker unter den Erfolgszwerkzeugen funktionieren weit besser, wenn Sie unsere drei Tipps beherzigen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Beseitigung von inneren Blockaden gemacht? Wir freuen uns über Ihren Erfahrungsbericht.

Geschrieben von:
Jennifer Dittmann Jenni kann als Steuerfachangestellte ihr Fachwissen mit technischem Verständnis kombinieren. Ihre große Stärke ist es, schwierige Sachverhalte als einfach verständliche Inhalte zu vermitteln. Selbst Kollegen ohne steuerliches Wissen werden nach ihren Erklärungen schwach und interessieren sich vermehrt für die Thematik. Dies gemeinsam mit ihrer Hilfsbereitschaft bringt Kunden und Kollegen zum Staunen.
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