08.10.2015 · smart leben ·

Home Office? Alternativen zum Arbeiten daheim

Existenzgründer müssen sich mit vielen Facetten ihrer unternehmerischen Persönlichkeit auseinandersetzen, teilweise bereits vor der Gründungsphase: Nicht alle Eigenschaften eines erfolgreichen Einzelkämpfers oder Kleinunternehmers kann man sich auch später noch aneignen.

Von Anfang an mitbringen sollten Sie zum Beispiel die Bereitschaft, immer wieder neue Dinge zu lernen. Ein gewisses Durchhaltevermögen auch auf längeren Durststrecken ist von Vorteil – und natürlich ist es wichtig, dass Sie bereits über fundiertes Wissen rund um das eigene Fachgebiet verfügen.

Ebenso interessant ist aber auch die Überlegung, ob Sie sich ernsthaft mit dem Lifestyle eines Einzelkämpfers anfreunden können. Nicht jeder kommt gut damit zurecht, zumindest in der Anfangszeit ganz ohne Kollegen oder Mitarbeiter im Büro zu sitzen.

Oder allein im „Home Office“.

Aus guten Gründen klagen nicht wenige Freelancer darüber, dass ihnen nach einiger Zeit das „virtuelle Großraumbüro“ nicht mehr ausreicht und sie vorm heimischen Monitor einen Koller kriegen, weil die zwischenmenschliche Ansprache völlig fehlt oder ständig der Paketbote klingelt.

Zum Glück gibt es für Sie inzwischen viele Möglichkeiten, der Routine zu entkommen, wenn Ungestörtheit zu Einsamkeit zu werden droht.

Mobiles Arbeiten und andere Alternativen zum Schreibtisch daheim

Internetcafés sind allerdings keine nette Optionen, auch wenn sie einem sofort als Fluchtmöglichkeit einfallen. Wann haben Sie zum letzten Mal ein rundum gemütliches Internetcafé gesehen?

Seit SIM-Cards als bezahlbare Prepaidkarten überall erhältlich sind, haben sich die reinen Internet-Cafés zu den Wurmfortsätzen internationaler Call-Shops hin entwickelt. Man sitzt in notdürftig abgetrennten Kabinen und teilt sich den Geräuschpegel mit zockenden Teenies und multikulturellen Ferngesprächen.

Dafür gibt es aber heutzutage zum Glück WLAN an vielen schönen Orten. Wenn Sie nur mal kurz raus möchten, um einen Vormittag woanders zu sitzen, können Sie dies an vielen Plätzen in der Innenstadt der meisten Städte tun.

Manchmal muss der Tapetenwechsel aber deutlich weiter gehen, dann sind Coworking Spaces eine gute Lösung. Hier können Sie sich einen Arbeitsplatz für ein paar Stunden, einige Tage oder gleich Wochen oder Monate anmieten.

Die Anbieter von Coworking Spaces kümmern sich für Sie um Internetzugang, Räumlichkeiten und Möbel, Sie bringen den eigenen Rechner mit und können bei Bedarf auch einen Konferenz- oder Meetingraum anmieten, um Termine mit Kunden wahrzunehmen.

Vorteile dieser professionell organisierten Workspaces: Sie buchen genau das, was Sie brauchen für genau den benötigten Zeitraum. Ohne langfristige Vertragsbindung auf Zehnerkarte oder tagesgenau und haben andere kreative Menschen im Nebenraum oder gegenüber, können das eigene Networking ausbauen und finden eventuell sogar noch die passenden Projektpartner.

Coworking Spaces wie das betahaus in Berlin oder Edelstall in Hannover bieten ihren Gästen außerdem regelmäßige Networking-Events und die Teilnahme an unterschiedlichsten Veranstaltungen an, die in ihren Räumlichkeiten stattfinden.

Die Evolution der Workspaces: Kreativ-Locations und Angebote für Startups

In immer mehr Städten entstehen außerdem alternative „Work Locations“ mit besonderem Ambiente. Statt immer gleich aussehender (und gleich riechender) Konferenzräume mit Resopal-Tischen und einem austauschbaren „Meeting“-Grundgefühl trifft man sich an Orten, die Kreativität und Fantasie befeuern.

Das Unperfekthaus in Essen ist ein solcher Ort: Eine Mischung aus Künstlerdorf und Coworking-Erlebnishotel in einem ehemaligen Kloster und dennoch ganz nah am Hauptbahnhof in der Essener Innenstadt.

Besucher können im Unperfekthaus essen, feiern, arbeiten, Meetings abhalten, Barcamps veranstalten, eigene Projekte anbieten oder einfach in einer der vielen individuell gestalteten Ecken von Dachterrasse über Wintergarten bis Konzertbühne sitzen und arbeiten.

Wer sich von dem reichhaltigen Kreativangebot nicht lösen kann, übernachtet mit seinem Team im WG-Hotel oder nimmt ein Zimmer im ebenfalls integrierten Luxushotel im Dachgeschoss. Sie können übrigens jederzeit auch spontan im Unperfekthaus arbeiten: Wenn ein Seminarraum nicht gebucht und bezahlt wurde, bleibt die Türe offen und jeder darf ihn nutzen. Sie zahlen dann nur den normalen Eintritt, der eine Getränkepauschale beinhaltet.

Noch individueller sind die Räume der kreativitätsfördernden Arbeits- und Meeting-Umgebung Denkubator, in dem sich meist Innovations-Teams zum Workshoppen treffen.

Diese inspirierende Umgebung mit sämtlichen Möbeln auf Rollen, rundum beschreibbaren Wänden und einzigartigem Ambiente soll die Möglichkeit zu schnellem Perspektiv-wechsel und großflächigen Visualisierungen bieten.

Gleich vier Raumkonzepte unterstützen den kreativen Prozess im „Denkubator“: Kreation, Prototyping, Kommunikation und Entspannung. Je konservativer eine Firma aufgestellt ist, desto mehr Spaß macht der Denkubator wahrscheinlich den Mitarbeitern.

Eine Nachfrage nach beflügelnden und inspirierenden Räumen ist allgemein vorhanden, wie auch das Angebot von Spacebase zeigt – das Startup konzentriert sich auf exklusive Locations und hat im Workspace-Katalog bereits Angebote aus 10 Ländern zusammengetragen.

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Ein bisschen Vorsicht ist jedoch geboten. Denn wer sich in diesen Angeboten umsieht, möchte anschließend den langweiligen Schreibtisch aus dem Fenster werfen und sich ein Bord aus selbstverschraubten Bohlen basteln oder die Bürowände mit Tafelfarbe streichen.

Während es bestimmt nicht schaden kann, den eigenen Arbeitsplatz so zu gestalten, dass Kreativität nur so sprudelt, muss es aber nicht immer gleich ein ganzes Büro im „Industrial Look“ mit Loft sein, wenn das Home Office mal zu langweilig wird.

Wir empfehlen, einfach mal einen Coworking-Tag bei befreundeten Unternehmern und Netzwerkpartnern einzulegen:

Nebeneinander werkeln, gemeinsam essen und das schöne Gefühl genießen, dass man jederzeit wieder in die preiswerte Ungestörtheit daheim zurückkehren kann.

Geschrieben von:
Franziska Zachert Franziska begeistert nicht nur mit ihrem Temperament, sie beeindruckt auch mit ihrem Fachwissen Kunden und Partner. Durch ihr Studium des internationalen Informationsmanagements schafft sie es, die komplexe Steuermaterie spannend aufzubereiten und für Kunden und Presse perfekt in Szene zu setzen. Mit Ihrem Lachen und ihrer Freundlichkeit kann Franziska ihre Kollegen auch in stressigen Momenten anstecken.
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