26.11.2015 · smart leben ·

Pragmatische Praxistipps für das Survival im Business

Situationen, in denen alles reibungslos klappt, gehören für Selbstständige und Kleinunternehmer zu den seltenen. Sie gezielt anzustreben ist völlig zwecklos. Die meisten Menschen, und Sie wahrscheinlich auch, kennen den Unternehmeralltag nämlich eher unter dem zusammenfassenden Motto „Irgendwas ist immer“.

Kein Wunder also, dass sich sogar aktuelle Studien wie die drei Untersuchungen der Generali Versicherungen, der Zurich-Gruppe und der Heute und Morgen GmbH mit dem Thema beschäftigen, welche Sorgen Unternehmer heute haben und welche unter den vielen Risiken ihnen am meisten Furcht einflößen im Arbeitsalltag.

Steuererhöhungen schlimmer als Naturkatastrophen

Angst haben Selbstständige den genannten Untersuchungen zufolge eher vor Krankheit oder Steuererhöhungen als vor Naturkatastrophen.

Mangelnde Nachfrage nach dem eigenen Angebot, starke Konkurrenten oder deren Preisdumping gehören ebenfalls zu den Dingen, vor denen sich Geschäftsinhaber fürchten – aber auch Verluste wichtiger Kunden und das Risiko einer Krankheit sind Themen.

Tatsächlich gibt es kaum ein Leben, das reibungslos nach Plan verläuft und früher oder später steht jeder Selbstständige vor der Frage, wie man eine Firma betreiben oder sogar parallel erst noch gründen kann, obwohl andere Dinge gerade gar nicht gut laufen.

Eigene Sorgen und Krankheiten, private Probleme von Scheidung bis Midlife-Krise, Liebeskummer, pflegebedürftige Verwandte, Todesfälle, Unfälle und Probleme mit anderen Menschen…

Sie wissen ja selbst nur zu gut: Es gibt viele Steine, die im Lebensweg liegen können.

Als Unternehmer, dessen finanzielles Überleben vom eigenen Einsatz abhängt, kommt für Sie zu einer privaten Krise immer noch die Herausforderung, das eigene Business auf den Schienen zu halten, wenn gefühlt gerade alles andere zusammenbricht.

Eine pragmatische Herangehensweise hilft

Auch wenn es anfangs sehr viel Kraft kostet: Eine pragmatische Herangehensweise hilft Ihnen dabei, auch schlimmste Zwischenfälle wieder in den Griff zu bekommen.

Denn eines steht fest: Nichts an einer Krise wird besser, wenn auch noch ein finanzieller Engpass oder eine Privatinsolvenz dazukommt. Es ist wichtig, einige Prioritäten zu setzen und diese im Blick zu behalten, um nicht abzustürzen.

Das Erste, was jeder Unternehmer lernen muss und was wir auch Ihnen ans Herz legen, wenn das gesamte Umfeld zu bröseln scheint: Hilfe anzunehmen ist völlig in Ordnung.

Ob Sie Kollegen und Freunde um Unterstützung bitten oder rechtzeitig ans Outsourcing wichtiger Aufgaben denken: Es gibt Situationen, in denen ist ein zwischenmenschliches Backup nicht nur „nice to have“, sondern überlebenswichtig.

Warten Sie nicht, bis nichts mehr geht.

Sondern bitten Sie um Unterstützung, sobald sich die Krise abzeichnet. Selbstständige Unternehmer sind erfolgreiche Einzelkämpfer, aber ohne ein Team, Aushilfen oder freie Projektmitarbeiter kommt man trotzdem weder im Erfolgs- noch im Problemfall weiter.

Sie werden schnell feststellen, wie hilfsbereit andere sind und wie wohltuend es ist, nicht mehr jeden Karren ganz alleine ziehen zu müssen. Gönnen Sie sich das.

Transparenz ist wichtig, sofern sinnvoll – und immer vorsichtig dosiert

Um Missverständnisse und Unstimmigkeiten zu vermeiden, ist es für Sie als selbstständiger Unternehmer besonders wichtig, nicht einfach kommentarlos abzutauchen, wenn alles über Ihnen zusammenbricht.

Die meisten Ihrer Geschäftskontakte und Kunden werden Verständnis für eine schwierige Situation haben, auch wenn Sie nicht jeden in alle Details einweihen sollten.

Erklären Sie Ihren Kunden, dass Sie bereits mit der Bewältigung und besseren Organisation rund um die Probleme beschäftigt sind und kurzfristig wieder im Sattel sitzen werden.

Wenn keine normalen Reaktionszeiten vorausgesetzt werden, nimmt Ihnen das viel Druck, den Sie gerade in einer Krise nicht auch noch benötigen.

Aber dosieren Sie die Informationen sorgfältig. Bei allem Verständnis möchte kein Kunde ohne jede Vorwarnung einen weinenden Mitmenschen am Telefon betreuen oder Dinge erfahren, die er oder sie vielleicht selbst auch nicht gut verkraftet.

Wenn es Ihnen hier zu schwer fällt, die richtige Grenze im Informationsfluss zu ziehen, schreiben Sie Ihren Kunden einfach zeitnah, dass Sie ein privates Problem bewältigen müssen und für eine kurze Zeit schlechter erreichbar sein werden.

Wappnen Sie sich innerlich gegen die Erfahrung, dass nicht von jedem mitfühlende Worte zu erwarten sind. Es gibt auch Kunden, die es gar nicht wissen möchten, ob ein Haus gebrannt hat oder ein Kind in Todesgefahr im Krankenhaus liegt.

Diese Menschen möchten ganz einfach nur, dass die Projekte bald wieder laufen und hüllen sich bis dahin in sachliches Schweigen.

So kalt das im Moment des Erlebens wirkt und so unangenehm es ist, das zu erleben… diese Personen haben sogar ein Recht darauf, sich von den Nöten anderer abzugrenzen.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Sie jedem Kunden jede unnötige Reaktion verzeihen müssen:

Es wird sich in jeder Krise auch die Spreu vom Weizen trennen, denn wenn Kunden schon vorher ungeduldig oder unverschämt bis fordernd waren, ist die Chance sehr gering, dass diese Klienten nun gerne und verständnisvoll warten.

Nehmen Sie sich solche Erfahrungen nicht zu Herzen und konzentrieren Sie sich auf Ihre wichtigsten Bestandskunden. Sorgen Sie dafür, dass möglichst viele jener „Premium“-Kunden so zufrieden wie möglich sind, mit denen Sie wirklich gerne arbeiten.

Wenn es machbar ist, lassen Sie Ihre Akquise-Aktivitäten vorübergehend ruhen.

Wer sich mit vielen problematischen Dingen beschäftigen muss, hat nur selten den Kopf frei genug, um sich mit der gebührenden Aufmerksamkeit um Neukunden und ihren Bedarf zu kümmern. Umso wichtiger sind die „guten“ unter den Bestandskunden.

Setzen Sie Markierungen für die wichtigsten Termine in Ihren Kalender und lassen Sie sich per Smartphone, Terminkalender und am besten noch durch Freunde daran erinnern, welche Fristen Sie einhalten müssen und wann welche Abgaben fällig sind.

Umsatzsteuer pünktlich melden, die Steuererklärung rechtzeitig machen… wenn Sie Dinge zuverlässig machen, haben Sie ein Problem weniger, das die meisten in einer Krise ereilt, wenn Organisatorisches scheinbar unwichtiger ist als der Rest.

Denn tatsächlich haben Sie auch ohne Mahnungen und Ärger mit dem Finanzamt schon genug am Hals, wenn Sie sich um private Angelegenheiten kümmern müssen. Zum Glück gibt es für viele Aufgaben komfortable Tools und mit smartsteuer klappt die Steuererklärung so schnell wie unkompliziert auch zeitnah.

Auszeit auch dann, wenn es unmöglich scheint

Aufgaben balancieren, Kunden bespaßen, Fristen einhalten… und doch:

Je schlimmer das Leben um Sie herum tobt, desto wichtiger ist es, dass Sie Ruhephasen haben und sich Zeit für sich nehmen, um sich zu sortieren und aufzutanken.

Auch wenn es aufgrund voller Terminkalender und kilometerlanger To-Do-Listen schier unmöglich scheint, geht die Welt nicht unter, wenn Sie sich ausklinken und eine Stunde durch den Wald laufen. Oder zwei, oder drei.

Wer die Seele bewusst baumeln lässt, kehrt ausgeruhter ins Chaos zurück und leistet dann mehr.

Sollten Sie aber vor Unruhe und Angst nicht schlafen können, ist der Zeitpunkt gekommen, sich von einem Arzt beraten zu lassen und eventuell sogar für eine kurze Zeit ein leichtes Schlaf- oder Beruhigungsmittel zu nehmen.

Unsere 10 pragmatischen Praxistipps für schwierige Zeiten:

  • Holen Sie sich Hilfe, erschaffen Sie sich ein Backup-System
  • Nehmen Sie Unterstützung an, wenn sie Ihnen angeboten wird
  • Teilen Sie allen Ihren Kunden mit, dass Sie gerade ein Problem haben
  • Konzentrieren Sie sich trotz allem noch auf Ihre wichtigsten Kunden
  • Sortieren Sie unverschämte und verständnislose Drängler unter den Kunden aus
  • Lassen Sie Akquise-Aktivitäten ruhen, wenn es irgendwie möglich ist
  • Auszeiten trotz Zeitnot einplanen, und zwar täglich, wenigstens kurz
  • Wo nötig, auch ärztliche Hilfe für Unruhezustände und Schlaflosigkeit annehmen
  • Sprechen Sie mit Freunden und Vertrauten über Ihre Nöte und holen Sie sich Rat.
  • Am Ende wird alles gut. Wenn es noch nicht gut ist, ist es nicht zu Ende.

In der Arbeit trotz allem am Ball zu bleiben ist hilfreich und gibt Struktur, auch wenn es einem anfangs nicht so vorkommt, weil man ganz andere Dinge im Kopf hin- und her wälzt. In Zeiten großer Not und privater Probleme erkennen wir, was wirklich wichtig ist im Leben.

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