30.11.2015 · smart steuern ·

Mehr Rente 2016 – 70.000 Rentner erstmals steuerpflichtig

Jahrelang hatten Rentner kaum was zu lachen, zumindest wenn es um die jährliche Rentenerhöhung ging. Die fing meist gerade mal so die Inflation ab. Vor rund zehn Jahren gab es sogar drei Jahre lang nacheinander überhaupt keine Steigerung.
Da sollte die Freude groß sein, dass ab 1. Juli 2016 beträchtliche Erhöhungen von rund 4,4 Prozent im Westen und rund 5 Prozent im Osten des Landes zu erwarten sind. Wenn da nicht gleich der Fiskus die Hand aufhalten würde, wie die Bild-Zeitung berichtet …

Was an der Sache dran ist mit Rentnern und Steuern, lesen Sie hier. Wie immer verständlich für jeden.

Immer mehr Rentner zahlen Steuern

Seit 2005 zahlen jedes Jahr mehr Rentner Steuern. Waren es 2011 noch 3,5 Millionen, werden für 2016 schon 3,9 Millionen erwartet. Jetzt werden Sie zurecht fragen, warum es solche und solche Rentner gibt – welche, die steuerfrei durchs Leben gehen und welche, die Steuererklärungen abgeben müssen. Das hängt, Sie ahnen es vielleicht, von mehreren Faktoren ab. Natürlich von der Höhe der Rente und möglicherweise zusätzlicher Einnahmen, aber es gibt noch andere Möglichkeiten.   

Die drei Faktoren

  • Die steigende Rente und der Rentenbeginn: Nur ein Teil jeder Rente ist überhaupt steuerpflichtig. Wie groß dieser Anteil ist, hängt von dem Jahr ab, an dem er oder sie in den Ruhestand gegangen ist. Bei wem das 2005 oder früher der Fall war, der musste im ersten Rentenjahr 50 Prozent seiner Rente versteuern. Zur Zeit steigt der Anteil jedes Jahr um 2 Prozent. Wer also 2010 in Rente ging, bei dem sind es 60 Prozent, 2015 schon 70 Prozent.
  • Der konstante Rentenfreibeitrag: Der Anteil, der im ersten Rentenjahr nicht steuerpflichtig ist, heißt Rentenfreibeitrag. Und der ist richtig wichtig. Weshalb ich ihn an einem Beispiel erklären möchte. Eine Rentnerin geht 2015 in Rente. Sie erhält eine Jahresrente von 14.000 Euro, wovon 70 Prozent steuerpflichtig sind, 30 Prozent nicht. Der Rentenfreibeitrag ist also 30 Prozent von 14.000, was 4.200 Euro sind. Diese Summe bleibt nun über die Jahre gleich, selbst wenn die Rente steigt.
  • Das steigende steuerfreie Existenzminimum: Und um die Verwirrung komplett zu machen, gibt es auch noch diesen Begriff, auch steuerlicher Grundfreibetrag genannt. Der sagt kurz und gut: Alles, was unter dieser Grenze liegt, ist steuerfrei. Der Betrag wird angepasst, zuletzt sogar jedes Jahr. In diesem Jahr liegt er für Ledige bei 8.472 Euro (Verheiratete 16.944 Euro) und steigt auf 8.652 Euro (17.304 Euro).

Steuererklärung am besten mit smartsteuer

Sie sehen: Der Rentenfreibetrag bleibt über die Jahre gleich. Das Existenzminimum und die Rente selbst steigen aber an. Im nächsten Jahr die Rente mit 4 bis 5 Prozent recht stark, das Existenzminimum nur um etwas mehr als 2 Prozent. So kommt es, dass 2016 relativ viele Rentner erstmals vom Fiskus zur Kasse gebeten werden, obwohl sie es vorher nicht mussten. Aber: Vermutlich „rutschen“ die meisten nur knapp über das Existenzminimum – und müssen entsprechend wenig Steuern zahlen.
Sie sollten im Folgejahr aber auf jeden Fall trotzdem eine Steuererklärung abgeben, selbst wenn sie es nicht unbedingt müssten. Denn auch Rentner können vieles von der Steuer absetzen, von der Werbungskostenpauschale über Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung bis zu haushaltsnahen Dienstleistungen wie eine Reinigungskraft.
Übrigens: Am einfachsten erledigen auch Rentner ihre Steuererklärung mit unserer Online-Steuerlösung smartsteuer. Da wird alles einfach abgefragt und leicht verständlich erklärt.

Jennifer Dittmann Geschrieben von:

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Ralf Eisenhardt sagt:

    Hallo Frau Dittmann,

    Zur Besteuerung der Rentner habe ich doch noch ein paar Fragen.
    1. Gelten die Vorschriften gleichermaßen für Rentner und Pensionäre?
    2. Wenn der „Konstante Freibetrag“ im ersten Rentenjahr berechnet wird, wird dann die zugrundeliegende Rente auf ein Jahr hochgerechnet? Was geschieht, wenn die ers e Rente bspw. im Oktober bezogen wird?
    3. Zum Thema haushaltsnahe Dienstleistung. Wenn ein Nachbar eine solche Leistung erbringt und dafür auch etwas Geld erhält (Ca. 50,-/Monat), ist es dann sinnvoll ihn als geringfügig Beschäftigten anzumelden, um die Dienstleistung geltend zu machen? Und was passiert, wenn er sich in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis befindet? Muss er das dann als Einnahmen in seiner Steuererklärung deklarieren?

    Vielen Dank für den guten Beitrag, mir helfen die Hinweise immer sehr gut.

    Mit besten Grüßen

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Hallo Herr Eisenhardt,

    dieser Artikel bezieht sich nur auf Rentner, die gesetzliche Rente beziehen, nicht auf Pensionäre, die Beamtenpension o.ä. erhalten.
    Der Freibetrag wird im ersten Jahr, in dem die Rente für 12 Monate erhalten wird, ausgerechnet.
    Sie benötigen immer eine Rechnung und eine Abbuchung als Nachweis um die haushaltsnahe Dienstleistungen geltend zu machen.
    Wenn Sie jemanden im Haushalt beschäftigen und dies zB als MiniJob anmelden, dann muss der Arbeitnehmer diese Einnahmen im Regelfall nicht in der Steuererklärung erklären.
    Wenn Sie konkrete Fragen haben, kann Ihnen eventuell auch unsere öffentliche Community: steuerfrage.de weiterhelfen!


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