23.12.2015 · smart steuern ·

An andere denken – und Steuern sparen (Serie, Teil 36)

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Aber jetzt in der Vorweihnachtszeit gibt es für mich gefühlt nur zwei Lager: Die einen, die sich auf das Fest der Liebe im Kreis der Familie freuen, (fast) ohne Einschränkung. Dann die anderen, für die die Adventszeit nur mit Stress verbunden ist und die deshalb von Weihnachten genervt sind. Und diese beiden Lager finden einfach nicht zusammen.
Wie gut, dass ich heute etwas über ein Thema schreiben kann, dass zwei Dinge zusammenbringt. Zwei, die nicht unmittelbar zueinander passen: Gutes tun und Steuern sparen. Es geht also um Spenden.

Jedes Jahr aufs Neue: Welle der Hilfsbereitschaft

Im Jahr 2014 spendeten rund 22,4 Millionen Deutsche die unglaubliche Spendensumme von 5,0 Milliarden Euro, so der Deutsche Spendenrat. Und in diesem Jahr zeichnet sich nach drei Quartalen nochmals eine deutliche Steigerung ab. Und ich sage mal ganz keck: Bestimmt wissen einige davon nicht, dass sie sich ihre Spendenbereitschaft vom Staat „entlohnen“ lassen können…

Spenden sind Sonderausgaben

Dabei ist es ganz einfach: Spenden lassen sich als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Nur zwei Grenzen gilt es dabei zu beachten, aber die sind für die meisten eher theoretischer Natur. Da gibt es die Untergrenze, der Pauschbetrag von 36 Euro: Das bedeutet, wenn Sie gar keine anderen Sonderausgaben haben und zum Beispiel 30 Euro spenden, sparen Sie auch keine Steuern. Das passiert erst, wenn Sie mehr als 36 Euro an Sonderausgaben zusammentragen. Die Obergrenze: Sie dürfen pro Jahr höchstens 20 Prozent Ihrer gesamten Einkünfte als Sonderausgaben absetzen. Aber, wenn Sie tatsächlich mehr spenden, können Sie die überschüssige Summe ins nächste Jahr in der Steuererklärung eintragen („vortragen“).

Wann wird eine Spende anerkannt?

Nun, Sie müssen zuerst einmal an eine Organisation spenden, die ihren Sitz in Deutschland hat. In der EU geht prinzipiell auch, ist aber mit vielen Umständen verbunden und nicht empfehlenswert. Und: So schön es sich anhören mag, Geld direkt in ein fernes Land zu spenden zu wollen, es hilft bei der Steuer nicht. Diese Organisation muss außerdem steuerbegünstigt sein. Das sind zum Beispiel gemeinnützige Vereine und Stiftungen, Universitäten, Schulen, Kirchen und staatliche Museen. Im Zweifel lieber vorher fragen oder im Internet recherchieren.
Für Spenden bis 200 Euro brauchen Sie nicht mal eine Spendenquittung. Es reicht in der Regel ein „vereinfachter Nachweis“, etwa der Kontoauszug, wenn darauf zu erkennen ist, welche (gemeinnützige) Organisation die Spende erhalten hat. Wenn es mehr als 200 Euro sind, muss es eine Spendenquittung („Zuwendungsbestätigung“) sein.  

Ausnahmeregelungen

Diese 200-Euro-Grenze wurde bei großen Katastrophenfällen immer wieder aufgeweicht und größere Spenden auch ohne Spendenquittung anerkannt. Im aktuellen Fall der vielen Flüchtlinge und der großen Hilfsbereitschaft der Deutschen hat sich sogar das Bundesfinanzministerium direkt eingeschaltet und eine großzügigere Spendenpraxis verordnet. Spenden in diesem Zusammenhang werden vom Finanzamt generell mit dem „vereinfachten Nachweis“ anerkannt. Das gilt für Spenden vom 1. August 2015 bis zum 31. Dezember 2016. Es sollte nicht der einzige Grund aber vielleicht ein Grund mehr sein für den ein oder anderen, gerade jetzt in der Weihnachtszeit Menschen zu helfen, denen es nicht so gut geht.

Zusammenfassung: Spenden lassen sich als Sonderausgaben absetzen. Für Spenden über 200 Euro braucht man meist eine Spendenquittung, darunter tut es auch ein Kontoauszug oder ähnliches.

 

Zum vorherigen Teil der Serie: Teile und herrsche – alles zur Splittingtabelle (Serie, Teil 35)

 

 

Geschrieben von:
Theresa Voigt Theresa war anfangs ein kompletter Steuer-Neuling. Mittlerweile hat sich die gelernte Softwareentwicklerin aber als Semi-Steuerprofi entpuppt und beschäftigt sich seither hauptsächlich mit den alltäglichen Problemen und Fragen im Hinblick auf die Steuererklärung. Durch das Muttersein ist sie gleichzeitig zum Organisationstalent geworden und hält im selben Atemzug das Entwickler-Team im Zaum.
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