13.01.2016 · smart steuern ·

Die 5 wichtigsten Neuerungen für das Steuerjahr 2016

Alle Jahre wieder, Sie kennen das Spiel. Da ändern sich Dinge, die unser Leben, wenn nicht gleich total umkrempeln, so es doch wenigstens ein bisschen beeinflussen können. Natürlich in Steuerangelegenheiten, um die es auch gleich gehen wird, aber bei weitem nicht nur. Neue Gesetze, Verordnungen, Vorschriften gibt es in allen Lebensbereichen (etwa für Autofahrer, siehe diesen Blogbeitrag). Und neue Preise oder Gebühren kommen natürlich auch.
Oft greifen die gleich zum 1. Januar, wie beim Briefporto: Denn die Briefmarke auf dem guten alten Standardbrief kostet seit Jahresanfang nicht mehr 62 Cent, sondern gleich 70 Cent. Eine Steigerung von fast 13 Prozent!
Dass es aber auch später geht, zeigt die IBAN. Gern auch als IBAN, die Schreckliche bezeichnet. Ab 1. Februar 2016 geht es bei Bankgeschäften nicht mehr ohne das 22stellige Ungetüm. Vorbei ist es dann endgültig für BLZ (Bankleitzahl) und Kontonummer.
Sogar bis zum 1. Juli müssen schließlich Rentner warten, bis ihre Rente recht deutlich (um 4 bis 5 Prozent) erhöht wird. Das hat auch steuerliche Aspekte, aber auf die sind wir hier schon in diesem Artikel eingegangen. Aber nun kommen wir endlich zur Steuer – und meiner persönlichen Top 5 der Neuerungen.

Platz 5: Der Grundfreibetrag steigt an

Dieser auch oft als Existenzminimum bezeichnet Wert wird immer wieder angepasst. In diesem Jahr steigt er um 180 Euro auf 8652 Euro für Ledige und entsprechend auf 17.304 Euro für Ehepaare. Diese Beträge müssen nicht versteuert werden, wessen steuerpflichtiges Einkommen darunter liegt, muss keine Einkommenssteuer zahlen.

Platz 4: Alles rund um die Rente (nicht nur für Rentner)

Die Renten steigen zum 1. Juli (siehe oben), aber dafür steigt auch der steuerpflichtige Anteil der Rente in diesem Jahr für Neurentner von 70 auf 72 Prozent. Mehr Infos dazu gibt es hier.
Wer den Rentenbeginn noch vor sich hat: Im Jahr 2016 können Vorsorgeaufwendungen für den Ruhestand besser von der Steuer abgesetzt werden. Der prozentuale Anteil des absetzbaren Höchstbetrags steigt von 80 auf 82 Prozent. Der Höchstbetrag selbst von 22.172 auf 22.767 Euro.

Platz 3: Freibetrag bei der Lohnsteuerermäßigung für zwei Jahre

Arbeitnehmer, die regelmäßig hohe Werbungskosten haben oder hohe Sonderausgaben erwarten, weil sie zum Beispiel einen langen Arbeitsweg haben, werden sich über diese Neuregelung freuen. Denn bisher mussten sie jedes Jahr einen Freibetrag dafür beantragen. Der sorgte bei Bewilligung durchs Amt dann dafür, dass monatlich netto etwas mehr auf dem Konto landete. Etwas weniger Papierkram heißt es ab jetzt: Denn der Freibetrag gilt jetzt für zwei Jahre und muss deshalb nur noch alle zwei Jahre beantragt werden.

Platz 2: Alles rund ums Kind

Das Kindergeld wurde zum 1. Januar um 2 Euro pro Kind und Monat angehoben. Für das erste und zweite Kind gibt’s jetzt 190 Euro, für das dritte 196 Euro und für jedes weitere 221 Euro pro Monat vom Staat.
Der Kinderfreibetrag steigt um 96 Euro auf nun 4608 Euro im Jahr. Der zusätzliche Freibetrag für den Betreuungs-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf bleibt bei 2640 Euro, so dass es insgesamt 7248 Euro an Freibeträgen pro Kind gibt.
Und schließlich steigt auch der Kinderzuschlag für Eltern, die wenig verdienen, um 20 Euro auf 160 Euro pro Monat, allerdings erst ab 1. Juli 2016.

Platz 1: Die Steuer-Identifikationsnummer

Halt, werden aufmerksame Leser unseres Blog bemerken, die ist doch nicht neu in diesem Jahr. Stimmt, wir haben diese elfstellige Zahl, die nach und nach die herkömmliche Steuernummer ablösen soll, bereits ausführlich im Blog vorgestellt.
Doch die Steuer-IdNr. wird wichtiger!
So ist deren Angabe ab 2016 erforderlich, um Kindergeld beziehen zu können (Schonfrist bis Ende des Jahres, siehe diesen Blogbeitrag).
Die Banken brauchen die Steuer-IdNr. jetzt für jeden Freistellungsauftrag ihrer Kunden. Wer also Zins- oder Kapitaleinkünfte hat – und sich die Kapitalertragsteuer in Höhe von 25 Prozent darauf sparen will – muss die Steuer-IdNr. angeben. Hintergrund: Jeder Anleger hat einen Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro. Auf Zinsen oder Aktiengewinne bis zu diesem Betrag wird kein Steuer fällig.
Und, aller guten Dinge sind drei: Wer Ehegattenunterhalt vom geschiedenen Ex-Partner bekommt, ist verpflichtet, diesem seine Steuer-IdNr. mitzuteilen. Geschieht das nicht, darf der Unterhaltszahler die Steuer-IdNr. vom Bundeszentralamt für Steuern abfragen. Er kann dann die Unterhaltungszahlungen als Sonderausgaben absetzen (bis zu 13.805 Euro im Jahr), der Ex-Partner muss ihn als Einkommen versteuern. Mehr zum Thema hier.

Bleibt mir nur noch, Ihnen einen guten Start ins Steuerjahr 2016 zu wünschen!

Franziska Zachert Geschrieben von:

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