10.02.2016 · smart leben ·

Steuern für Selbstständige und Unternehmer – kennen und gestalten!

Die Gründung eines Unternehmens oder auch die nebenberufliche Selbstständigkeit ist eine ebenso spannende wie komplexe Herausforderung. Neben den zahlreichen fachlichen Fragen nach Tätigkeitsschwerpunkten, Zielgruppen und Geschäftsmodell sind auch Steuern ein großes Thema. Und das sind einige, denn neben Vorsteuer, Umsatzsteuer, eventuell Körperschaftssteuer und natürlich auch Einkommenssteuer zahlen die meisten auch noch Gewerbesteuer – es sei denn, sie sind freiberuflich tätig.

Welche Steuern genau für Ihre Selbstständigkeit oder Ihr Unternehmen anfallen ist dann außerdem auch noch von der gewählten Rechtsform abhängig.

Nur wer sich hier auskennt kann unliebsame Überraschungen vermeiden. Gleichzeitig bieten die im ersten Moment unüberschaubar scheinenden Regelungen auch vielfältige Möglichkeiten zur steuerlichen Gestaltung. Diese Blogbeitrag gibt einen ersten Überblick über das Thema und erleichtert so den Einstieg.

Diese Steuern kommen auf Selbstständige zu

Die Einkommensteuer betrifft alle, die von ihrer selbstständigen Tätigkeit leben; die Umsatzsteuer ist für Selbstständige in der Regel Pflicht, wenn die Kleinunternehmerregelung nicht greift. Gewerbetreibende unterliegen der Gewerbesteuer und wer eine GmbH gegründet hat oder einen Verein betreibt, zahlt Körperschaftssteuer.

Wir haben Ihnen die einzelnen Steuerarten für verschiedene Rechtsformen noch einmal detaillierter aufgeschlüsselt:

Steuern für natürliche Personen

Einzelunternehmer und Kaufleute sind natürliche Personen, die auf Ihre selbstständige Tätigkeit Einkommensteuer sowie ggf. Umsatzsteuer und Gewerbesteuer zahlen müssen.

Steuern für Freiberufler

Freiberufler zahlen in erster Linie Einkommenssteuer, die sich auf den Gewinn bezieht. Dabei können Betriebsausgaben wie Arbeitszimmer, Bewirtungen, Geschenke für Kunden, Werbungskosten oder Firmenfahrzeuge geltend gemacht werden. Zusätzlich wird für Freiberufler ein Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Einkommensteuer erhoben und ggf. Kirchensteuer.

Auch Freiberufler müssen Umsatzsteuer in Höhe von 7 bzw. 19% auf die erzielten Umsätze zahlen.

Steuern für Personengesellschaften

Betreiber einer GbR oder OHG gehören unter anderen zu den Personengesellschaften und zahlen natürlich Einkommenssteuer.

Der Gewinn einer Personengesellschaft unterliegt jedoch keiner direkten Besteuerung, sondern die Gesellschafter müssen den ihnen anteilig zustehenden Gewinn in ihrer persönlichen Einkommensteuererklärung angeben und versteuern. Wie dieser Gewinnanteil dann genau ausfällt, ist in der Regel durch den Gesellschaftervertrag geregelt.

Die Höhe der Steuern ist bei Personengesellschaften abhängig vom anteiligen Gewinn der Gesellschaft und der Steuersatz ist progressiv angelegt: Je höher der Gewinn, desto höher auch die Einkommenssteuer. Zusätzlich wird ein Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Einkommensteuer erhoben und ggf. Kirchensteuer.

Gewerbesteuer fällt immer dann an, wenn die Personengesellschaft als Gewerbe geführt wird – die Höhe der Gewerbesteuer hängt dann einerseits vom Ertrag, andererseits vom aktuellen Hebesatz für Gewerbesteuer der jeweiligen Gemeinde ab. Einen Freibetrag von 24.500 € gibt es immer und die Gewerbesteuer ist auch auf die Einkommensteuer anrechenbar.

Vor- und Umsatzsteuer: Eine Personengesellschaft ist wie jeder Unternehmer umsatzsteuerpflichtig mit 19% oder 7% auf die erzielte Umsätze, je nach Ware/Dienstleistung.
Auf diese so genannte Umsatzsteuerschuld ist die Vorsteuer anrechenbar, und die gezahlte Umsatzsteuer auf eingekaufte Waren und Dienstleistungen wird abgezogen.

Steuern für Kapitalgesellschaften

Zu den Kapitalgesellschaften zählen zum Beispiel die UG, die GmbH oder die Aktiengesellschaft. Zu den relevanten Steuern für Existenzgründer dieser Rechtsform zählt die Körperschaftsteuer, deren Höhe für Unternehmer 15 % des Gewinns beträgt.

Zusätzlich müssen Kapitalgesellschaften dann aber noch einen Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 % auf die Körperschaftsteuer und ggf. Gewerbesteuer abführen. Bei der Gewinnausschüttung an die Gesellschafter wird eine Abgeltungssteuer in Höhe von 25 % fällig zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer.

Für die Vor- und Umsatzsteuer gilt: Auch Kapitalgesellschaften müssen Umsatzsteuer in Höhe von 19 % auf die erzielten Umsätze zahlen bzw. in Ausnahmefällen 7%.

Steuern für die Beschäftigung von Mitarbeitern

Wer Mitarbeiter beschäftigt, ist dazu verpflichtet, sowohl Lohnsteuer als auch Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer bei der Auszahlung des Lohns einzubehalten und an das Finanzamt weiterzuleiten – und zwar bis zum 10. jedes Monats.

Auch alle anderen Fristen für die Abgabe von Steuererklärungen und das Leisten von Zahlungen sollten Sie unbedingt einhalten, um Strafzinsen und andere Konsequenzen zu vermeiden.

Auf die zu erwartende Einkommens- und Gewerbesteuer sind Vorauszahlungen zu leisten, für die das Finanzamt einen Bescheid mit vierteljährlichen Zahlungsterminen erteilt. Auch diese Termine sollten Sie – wie alle anderen Fristen – dringend beachten.

Fristen, die Selbstständige einhalten müssen

Die Frist zur Abgabe der Einkommenssteuererklärung endet am 31. Mai des Folgejahres, ebenso wie die Frist für die Gewerbesteuererklärung am letzten Tag im Mai des folgenden Jahres endet.

Die quartalsweise Zahlung der Einkommenssteuer ist jeweils am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember fällig. Gewerbesteuer wiederum wird am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November vorausgezahlt.

Die Umsatzsteueranmeldung und -zahlung haben ebenfalls monatlich bis zum 10. zu erfolgen – mit einer Dauerfristverlängerung haben Sie jeweils Zeit bis zum Zehnten des Folgemonats, um die Daten elektronisch ans Finanzamt zu senden und parallel auch gleich die entsprechende Zahlung zu leisten.

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Jennifer Dittmann Geschrieben von:

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