08.04.2016 · smart steuern ·

Warum der Schornsteinfeger Glück und auch Geld bringt (Serie, Teil 45)

Ich bin ehrlich: Manchmal ist es schon nicht so leicht, hier zu schreiben. Warum? Nun, wer schreibt, möchte auch gelesen werden. Da es hier in der Regel aber um Steuerthemen geht und die selten sexy sind, rufen nicht gleich alle sofort: „Will ich unbedingt lesen!“ Aber heute fällt es mir leicht. Es geht – wie in der Überschrift angekündigt – um Glück, Geld und was der Schornsteinfeger damit zu tun hat. Das klingt doch gut. Also: Jetzt unbedingt lesen!

Zum Glück – hätten Sie’s gewusst?

Bevor ich zum Abschnitt mit dem Geld (und damit dem Steuern sparen) komme, will ich Sie mit ein bisschen Angeberwissen ausrüsten. Kann nicht schaden, beim Familienfest, in der Firma oder der Kneipe. Also: Jeder weiß, dass der Schornsteinfeger Glück bringt. Genauer, wenn man ihn oder den goldenen Knopf berührt. Deshalb ziert er heute oft neben Kleeblättern, Glücksschweinen oder Hufeisen Glückwunschkarten. Aber warum ist das eigentlich so? Wir müssen dazu in die Geschichte blicken: Früher, richtig früher, da führten ungereinigte Kamine dazu, dass es kalt wurde im Haus oder das Essen nicht warm. Noch schlimmer, auch viele Brände in den damals oft noch strohbedeckten Häusern hatte darin ihre Ursache. Wenn der Schornsteinfeger den Kamin säuberte, brachte er somit sprichwörtlich das Glück in das jeweilige Haus. Soviel zum Angeberwissen.

Der Schornsteinfeger bringt auch Geld

Wer meine Serie hier verfolgt hat, dürfte bemerkt haben, dass der Schornsteinfeger immer mal wieder am Rande aufgetaucht ist, wenn es um das Thema „Haushaltsnahe Dienstleistungen“ und/oder „Handwerkerleistungen“ ging, zum Beispiel hier.
Kurz gesagt: Wenn Sie in Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus einen Handwerker mit Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen beauftragen, können Sie 20 Prozent der Kosten (aber nur Arbeits- und Fahrkosten, keine Materialkosten) von der Steuer absetzen. Höchstens aber 1.200 Euro im Jahr – also dürfen die erlaubten Kosten höchstens 6.000 Euro betragen. Ganz wichtig: Das klappt nur, wenn alles über Rechnung läuft und nicht bar bezahlt wird.

Zu diesen Handwerkerleistungen gehören auch die des Schornsteinfegers. Aber halt, Anfang 2014 hatte das Bundesfinanzministerium entschieden, dass nur Kehrarbeiten sowie Reparatur- und Wartungsarbeiten steuerlich begünstigt sind, nicht aber Mess- oder Überprüfungsarbeiten sowie die „Feuerstättenschau“ des Schornsteinfegers. Erklären kann diese Unterscheidung vermutlich mittlerweile auch niemand mehr. Aber immerhin rückten die Finanzbehörden Ende 2015 wieder davon ab und entschieden (auch rückwirkend): Die genannte Aufteilung entfällt. Zu deutsch: Schornsteinfeger ist Schornsteinfeger, egal was er macht. All seine Leistungen lassen sich absetzen.

Interessant für Eigentümer, aber auch für Mieter

Wenn Sie als Mieter jetzt sagen: „Das geht mich alles nichts an, um den Schornsteinfeger kümmert sich schließlich der Besitzer beziehungsweise die Hausverwaltung – und die bezahlen den auch“, liegen Sie falsch. Denn die Kosten für den Schornsteinfeger legt der Besitzer über die Nebenkostenabrechnung auf alle Mieter um – und Sie bezahlen schließlich doch selbst den Schornsteinfeger, zumindest anteilig. 20 Prozent dieses Anteils können Sie wiederum von der Steuer absetzen.

Zusammenfassung: Alle Kosten für den Schornsteinfeger lassen sich zu 20 Prozent von der Steuer absetzen. Eigenheimbesitzer machen das direkt, Mieter lesen ihren Anteil aus der Nebenkostenabrechnung ab.

 

Zum vorherigen Teil der Serie: Das steht auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung (Serie, Teil 44)


Theresa Voigt Geschrieben von:

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