19.05.2016 · smart leben ·

Prokrastination: 10 Tipps gegen den inneren Schweinehund

So schnell kann das gehen! Erst in meinem letzten Blogbuch-Eintrag haben wir das weit verbreitete Phänomen der Aufschieberitis unter dem Mikroskop betrachtet. Und da ich euch versprochen habe, es nicht einfach dabei zu belassen, sondern schnellstmöglich mit ein paar handfesten Alltagstipps gegen Prokrastination um die Ecke zu kommen, knüpfen wir dort heute ohne Umschweife an. Nehmt also einen farbechten Stift und schreibt euch für eure nächste kleine oder große Mission die folgenden Anpackhilfen dick hinter die Ohren!

  1. Anfangen, jetzt

Die einfachste und wichtigste Erkenntnis mal ganz am Anfang: Es wird nicht besser! Der perfekte Moment für den Start der Aufgabe kommt nie, denn irgendwas ist schließlich immer: Mal ist man müde, dann hungrig, dann ruft einer an oder man schaut noch fix eine Folge der Lieblingsserie. Das alles hilft aber in Wahrheit kein bisschen – nach fünf Minuten Schlummermodus kommt man morgens schließlich auch nicht wacher aus dem Bett. Lieber also direkt überwinden, es nützt ja nichts!

  1. Schritt für Schritt vorwärts

Der Klausurstoff eines ganzen Semesters, die brandneue Bewerbungsmappe oder der Hausputz vom Keller bis zum Dachboden: Manchmal wirkt die Aufgabe auf der Agenda größer als der mächtigste Eisberg. Um sie trotzdem zu bewältigen, hilft nur, sie in Häppchen zu zerlegen und die einzelnen Schritte realistisch zu planen. Kleine Tagesziele – der Vorlesungsinhalt einer Woche, der aufgefrischte Lebenslauf oder das Reinemachen auf einer Etage – lassen den Koloss nach und nach schmelzen.

  1. Für Teilerfolge belohnen

Die erste Etappe ist geschafft? Super, darauf darf man doch stolz sein! Sich auch für kleine Teilziele immer wieder selbst zu belohnen, ist nicht nur schön, sondern auch wichtig – um langfristig am Ball zu bleiben und die Motivation für den nächsten Schritt zu stärken! Jedes Vorankommen, und mag es gemessen am großen Ganzen noch so mickrig erscheinen, ist ein Sieg über den inneren Schweinehund. Logisch, dass man immer wieder Anreize braucht, um täglich aufs Neue in den Ring zu steigen.

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  1. Pausen genießen

Ich war ja nun schon an vielen Orten auf der Welt – und nirgends hab ich einen Menschen getroffen, der pausenlos arbeitet. Im Gegenteil: In vielen Ländern gehört die Siesta sogar zum guten Ton und ist fester Bestandteil des Tagesplans. Der Arbeitszeit klare Grenzen zu setzen und Pausen bewusst zu genießen, betankt uns wieder mit frischer Kraft und Konzentration, sodass wir hinterher noch effektiver ans Werk gehen können. Also: schlechtes Gewissen abschalten und pünktlich wieder loslegen!

  1. Hochphasen ausnutzen

Von Frühaufsteher bis Nachteule: Jeder Mensch hat seinen ganz individuellen Biorhythmus. Um möglichst produktiv zu sein, empfiehlt es sich, ihm zu folgen, so gut es eben geht. Wer von sich selbst weiß, dass er erst nach fünf Pötten Kaffee und einer halbstündigen Dusche in die Gänge kommt, sollte demnach lieber erst zu fortgeschrittener Stunde loslegen – dann aber auch zu einem festen Zeitpunkt ohne Wenn und Aber. Horcht also in euch selbst hinein und schöpft eure Hochphase voll aus!

  1. Das Schlimmste zuerst

Da ist dieser Anruf, vor dem es einen schon seit Wochen graust und schon wieder schiebt man ihn auf, weil schließlich genug aktuelle Wichtigkeiten zu erledigen sind. Doch das Gewissen piekst weiter – blödes Gefühl, nicht wahr? Deshalb: Wann auch immer ihr eure Tagesetappe absolviert, versucht mal, die verhassteste oder anstrengendste Aufgabe als allererstes abzuhaken. Ihr werdet sehen, wie viel leichter die restliche Arbeit von der Hand geht, wenn der übelste Part erst überstanden ist.

  1. Routinen schaffen

Wer jeden Tag zur gleichen Zeit zur Arbeit geht, hat im Job-Alltag bereits genug Routine. Anders als Studenten und Freiberufler, deren aktive Arbeitsphase nicht auf eine bestimmte Zeit festgelegt ist. Doch ein bisschen Struktur erleichtert das Anpacken ungemein, weshalb es ratsam ist, bestimmte Abläufe zu pflegen – also zu bestimmten Zeiten aufzustehen, zu duschen oder zu essen. In Sachen Hausputz hieße das zum Beispiel: immer samstagmittags staubsaugen und sonntags das Bad putzen.

  1. Eins nach dem anderen

Ihr könnt gleichzeitig den Anker einholen, die Segel setzen und die Route ausloten? Toll, nicht jeder beherrscht Multitasking – vor allem Männer eher selten. Ist aber im Kampf gegen Aufschieberitis auch gar kein Manko, denn wer ständig alles auf einmal erledigen will, macht sich selbst nur unnötigen Stress und kommt selten überall zu einem guten Ergebnis. Besser, sich der Reihe nach auf jeweils nur eine Sache zu konzentrieren. Das macht in der Regel nicht nur effektiver, sondern auch schneller.

  1. Ablenkung ade

An der Kaffeemaschine, bei Facebook, draußen vor dem Fenster oder im Zimmer nebenan: Ablenkung lauert einfach überall. Je mehr potentielle Störquellen man also von Anfang an unschädlich macht, desto besser. Wer beispielsweise noch einmal fix auf die Toilette hüpft und sich genug zu trinken, einen Snack und nicht mehr als das tatsächlich benötigte Arbeitsmaterial zurechtlegt, hat für eine gewisse Zeit erstmal keinen Grund, die Arbeit zu unterbrechen. Und nun hilft nur Konsequenz!

  1. Der Druck des Teams

Tut euch zusammen! Ja wirklich, denn während man die Prokrastination vor sich selbst noch irgendwie rechtfertigen kann, will man im Team eher nicht als Abknicker dastehen. Wer sich also mit einer Freundin zum Laufen verabredet, mit dem Partner den Garteneinsatz plant oder die große Präsentation gemeinsam mit einem Kollegen ausarbeitet, packt die Sache in der Regel eher an. Und ist allen Beteiligten mal der fiese Schweinehund im Weg, kann man sich immerhin gegenseitig motivieren.

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Nicole sagt:

    Hi Steuermann,

    super Artikel und echt gute Tipps um der Prokrastination her zu werden. Vor allem Deinen Tipp 5 finde ich gut. Viele Menschen wissen sich nicht richtig einzuschätzen und fordern morgens viel von sich obwohl sie abends vielleicht viel mehr leisten könnten. Auf unserem Blog habe ich ebenfalls über das Theme Prokrastination berichtet. Vielleicht magst Du mal einen Blick darauf werfen und mir einen Kommentar da lassen. Würde mich freuen.

    Liebe Grüße
    Nicole


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