20.05.2016 · smart steuern ·

Gut versichert – aber was lässt sich davon von der Steuer absetzen? (Serie, Teil 51)

Ich glaube, jeder von uns ist versichert. Wirklich jeder. Und wir alle zahlen regelmäßig unsere Beiträge – oder sie werden bei Arbeitnehmern gleich jeden Monat vom Gehalt abgezogen. Die spannende Frage: Was ist mit der Steuer? Also kann man Versicherungen beziehungsweise die Versicherungsbeiträge von der Steuer absetzen? Und wenn ja, welche? Und in welcher Höhe? Ich versuche mich mal wieder daran, ein bisschen Licht in den Dschungel aus Versicherungen und Steuern zu bringen.

Alle Versicherungen haben eins gemeinsam – sie dienen der Vorsorge. Faustregel: Wenn Schäden abgesichert werden, die unmittelbar Personen betreffen, lassen sich die Beiträge absetzen. Andernfalls nicht. Eine Haftpflicht zum Beispiel geht, eine Hausratversicherung nicht. Vorsorgeaufwendungen lassen sich als Sonderausgaben absetzen. Dabei gibt es aber drastische Unterschiede. Man unterscheidet die Basisversorgung, andere Vorsorgeaufwendungen und Zusatzvorsorge.

Basisversorgung: Altersvorsorge – hier geht richtig viel

In diese Rubrik fallen die gesetzliche Rente, berufsständisches Versorgungswerk, landwirtschaftliche Alterskasse und die Rürup-Rente.
Für das abgelaufene Jahr 2015 können Sie die entsprechenden Beiträge bis zu einem Höchstbetrag von 22.172 Euro (Ehepaare das Doppelte) in der Steuererklärung angeben. Absetzen lassen sich dann 80 Prozent davon, also maximal 17.738 Euro. Wichtig: Den steuerfreien Arbeitgeber-Anteil zur Rentenversicherung dürfen sie erst von den 80 Prozent abziehen.
Generell gilt: Der Höchstbetrag und die Prozentzahl steigen jährlich an, ab 2025 lassen sich dann 100 Prozent der Basisversorgung absetzen. Dieses auf den ersten Blick merkwürdige Modell hat seine Ursache: Denn nach und nach werden Renten anteilig immer mehr besteuert, 2040 dann komplett. Im Gegenzug werden Vorsorge-Maßnahmen immer stärker steuerlich begünstigt.

Andere Vorsorgeaufwendungen: knapper Höchstbetrag

Hierzu zählen unter anderem Kranken-, Pflege- Haftpflicht-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung sowie „alte“ Lebensversicherungen, die vor 2005 abgeschlossen wurden.
Werfen wir zuerst einen Blick auf die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Diese Beiträge sind (ohne Beiträge für eventuelle Zusatzleistungen) in voller Höhe absetzbar. Egal wie viel das insgesamt ist. Das klingt gut, aber der große Nachteil kommt auch gleich: Wer mit diesen Beiträgen als Arbeitnehmer den Höchstbetrag von 1.900 Euro und als Selbstständiger von 2.800 Euro übertrifft, kann alle anderen Beiträge der genannten Versicherungen nicht mehr absetzen. Und das ist leider bei vielen der Fall.
Nur wer relativ geringe Beiträge in die Kranken- und Pflegeversicherung zahlen musste, kann die anderen Beiträge (etwa für Unfall- oder Haftpflicht) absetzen, aber auch wieder nur bis zum genannten Höchstbetrag.

Schließich gibt es noch die Zusatzversorgung. Das betrifft nur Leute, die riestern, die also einen Riester-Vertrag haben. Sie können bis zu 2.100 Euro absetzen.  

Versicherung und Beruf

Da nicht wenige Versicherungsbeiträge wegen des knappen Höchstbetrags von 1.900 Euro (bzw. 2.800 Euro) unter den Tisch fallen, sollten Sie noch mal genau schauen, ob darunter nicht Versicherungen sind, die komplett oder wenigstens teilweise einen beruflichen Bezug haben. Denn dann lassen sie sich als Werbungskosten absetzen. Dazu gehören etwa eine Berufshaftpflicht (komplett) oder eine Rechtsschutzversicherung (teilweise), wenn diese auch Arbeitsrecht umfasst.
Falls jetzt Ihre sehr spezielle Versicherung hier nicht aufgetaucht ist, oder Sie unsicher sind, was nun tatsächlich absetzbar ist: Mit unserer Online-Lösung smartsteuer verpassen Sie nichts, Versicherungen werden da alle abgefragt.

Zusammenfassung: Beiträge aus Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung lassen sich als Sonderausgaben absetzen. Für Beiträge zu anderen Versicherungen reichen meist die Höchstbeträge dann nicht mehr aus.

 

Zum vorherigen Teil der Serie: Einkommensersatzleistungen – und wie sie versteuert werden (Serie, Teil 50)

Theresa Voigt Geschrieben von:

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