05.06.2016 · smart leben ·

Routine-Arbeit: In 4 Schritten vom Wunsch zum Ziel!

Na, habt ihr meinen ersten Artikel über die Wunderwirkung von Motivationsritualen schon verarbeitet? Zur Erinnerung: Wenn ihr ein bestimmtes Ziel erreichen wollt, klappt das am besten, indem ihr den Weg dorthin in viele einzelne Etappen unterteilt und ohne Ausreden und Kompromisse am Ball bleibt. Zieht ihr das durch wie echte Männer und Deerns, verzeichnet ihr regelmäßig lütte Erfolge und tankt immer wieder Treibstoff für die nächste Einheit. Natürlich ist das konsequente Dranbleiben oftmals harter Tobak. Verwandelt ihr euer Mini-Pensum aber in eine waschechte Routine – macht es also wie Zähneputzen und Abendessen zum felsenfesten Bestandteil eures Alltags – wird euer Traum langfristig wahr. Darauf mein Steuermannehrenwort! Nachdem ich sie also beim letzten Mal gestreift habe wie die Titanic den Eisberg, soll es heute nochmal ganz konkret um folgende Frage gehen: Wie genau lassen sich neue Routinen möglichst einfach in den ohnehin übervollen Alltag integrieren und mit welchen Tricks wird aus der anfänglichen Überwindungsarbeit wirklich eine feste Gewohnheit? Uns trennen nur vier Erkenntnis-Schritte von der Ziellinie, steuern wir sie also gemeinsam an!

1. Klein anfangen: Quantität über Qualität

Okay, wer Sport hauptsächlich aus dem Fernsehen kennt und entsprechend schlecht in Schuss ist, der wird morgen vermutlich keinen Sprintrekord aufstellen oder mit einem Astralkörper erwachen – völlig egal, wie doll er sich heute noch bemüht. Beim Erreichen großer Träume sind Ausdauer und Disziplin die Zauberwörter. Denn nur mit der Wiederholung kleiner Einheiten über einen (manchmal gefühlt unendlich) langen Zeitraum, können wir uns echte Gewohnheiten antrainieren und so fast ohne es zu merken unser gerade noch meilenweit entferntes Ziel verwirklichen. Kleine Etappen also und jeden Tag ein Stück voran – klingt eigentlich genau wie in der Seefahrt! Und je häufiger die Segel gesetzt werden, desto besser: Wer nur zwei- bis dreimal in der Woche an seiner Mission arbeitet, verbucht mehr Tage ohne Mini-Erfolg als mit. Deshalb empfiehlt es sich, je nach Ziel eine realistische KME (kleinste mögliche Einheit) festzulegen und diese ohne Wenn und Aber ins Tagesprogramm einzubauen. Wer also beispielsweise das eigene Heck in Form sporteln möchte, startet mit fünf Kniebeugen am Tag. Wer über Jahre einen Berg aus Büchern angesammelt hat, die er unbedingt lesen will, zwingt sich ab sofort zu mindestens einer Seite pro Tag – logisch, je nach Laune auch gern mehr!

Kleinste Mögliche Einheit

Diese softe „Komme-was-wolle“-Methode lässt uns besser am Ball bleiben als jedes Hauruck-Prinzip. Und wieso? Klar, weil sie so einfach umzusetzen und eine Kursabweichung wirklich ziemlich schwer zu entschuldigen ist. Durch die winzige KME liegt der Fokus nicht auf der Anstrengung, die einzelne Etappe durchzustehen, sondern auf der täglichen Wiederholung. Solange, bis sie sich einfach verselbstständigt. Und erst dann geht es Stück für Stück an den Ausbau: Aus fünf Minuten werden nach ein paar Wochen zehn, aus einer ausgelassenen Gewohnheits-Zigarette zwei und so weiter – bis zum angepeilten Ziel. Doch Obacht, wer sich zu viele neue Gewohnheiten auf einmal antrainieren möchte, kommt in der Regel schnell vom Kurs ab und erreicht am Ende gar nichts. Versucht man zum Beispiel, sich selbst zu einer achtstündigen Nachtruhe zu erziehen und will gleichzeitig jeden Morgen eine Sporteinheit einlegen, ist die Kollision dieser Wünsche vorprogrammiert. Besser also, sich jeweils auf die Ausbildung einer einzigen Routine zu konzentrieren und diese gewissenhaft zu pflegen.

2. Vorbeugen: Hindernisse aus dem Weg schaffen

Bis hierher ist der Plan ganz gut, nicht wahr? Nun sollten wir noch mit allen Mitteln die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass wir unsere tägliche Teilaufgabe auch wirklich erledigen – um sie letztlich in eine Mini-Gewohnheit umzuwandeln, die uns ans gewünschte Ziel bringt. Natürlich entscheidet am Ende nur unsere eigene Willensstärke über Erfolg oder Niederlage. Trotzdem können wir den Routinenaufbau Tag für Tag mit ein paar flotten und einfachen Handgriffen unterstützen, indem wir uns das benötigte Equipment bereitlegen. Eine kleine Veränderung mit entscheidender Wirkung! Zum Beispiel dann, wenn wir bereits im Bett liegen und realisieren, dass unsere tägliche Lese-Einheit noch immer aussteht. Wär es nicht wunderbar, wenn die aktuelle Lektüre nun bereits auf dem Nachttisch neben der Lampe auf uns warten würde? Eben, und darum sollten wir sie bereits im Voraus dort deponieren. Was wiederum bedeutet, dass wir schon davon ausgehen, unsere Lese-Etappe vor dem Einschlafen zu absolvieren. Eine Art festes Ritual also, ein unumstößliches Wenn-dann-Gesetz: Wenn ich mich abends hinlege, dann lese ich vor der Reise ins Schlummerland noch mindestens eine Seite.

Beispiele Hindernisse

3. Feste Zeiten: an alte Routinen andocken

Damit sind wir auch schon mitten im dritten Schritt auf der Reise zur neuen Gewohnheit, der auf euren Erfolg ganz sicher einen amtlichen Einfluss haben wird. Der beste Trick, um wirklich gewissenhaft an der täglichen Einheit festzuhalten, ist ihre Kopplung an einen ganz bestimmten Auslöser. Natürlich möchte ich euch nicht demotivieren, aber mit der Devise „Der Tag hat 24 Stunden, da werde ich die paar Minute schon irgendwo unterbringen“ kommt man in der Regel nicht sonderlich weit. Schließlich soll bei der ganzen Geschichte am Ende eine Routine herauskommen, die eben keiner komplizierten Unterbringung im Alltag mehr bedarf, sondern wie von selbst über die Bühne geht. Darum: Absolviert eure Tagesetappe immer auf die gleiche Art, zur gleichen Tageszeit am gleichen Ort – von Montag bis Sonntag und dann wieder von vorn. Wenn ihr sie also wie im Lesebeispiel bombenfest mit einem anderen unumstößlichen Punkt auf eurer alltäglichen Agenda verknüpft, müsst ihr euch im Grunde gar keine neue Gewohnheit  anerziehen, sondern erweitert einfach eine bestehende. Zum Zubettgehen gehört nun also neben dem Umziehen, Zähneputzen und Zudecken ebenso das Lesen einer Seite. Eine Art Kettenreaktion also, die auf existierenden Routinen aufbaut.

Beispiele Routinekette

4. Nachklapp: Gewohnheiten dokumentieren

Konsequenz ist gut, Kontrolle ist besser – oder wie sagt man noch gleich? Die Dokumentation eures eigenen Fortschritts zeigt euch nicht nur, wie toll die Routinentechnik beim Erreichen eines hochgesteckten Ziels funktioniert, sondern auch, wo es eventuell noch ein bisschen hakt. Notiert ihr, um beim Lesebeispiel zu bleiben, im Laufe einer Woche vielleicht einmal fünf, zweimal drei, dreimal zwei und einmal nur die eine mindestens geforderte Seite und fügt in ein paar Stichpunkten eure Stimmung und die wichtigsten Eckdaten des Tages hinzu, lässt sich das Ganze im Nachhinein wunderbar analysieren. In welche Stimmung muss ich kommen, um mehr zu schaffen? Welche Ereignisse steigern meine Motivation, abends ein bisschen länger zum Buch zu greifen, wodurch wird mein Antrieb gebremst? Auf diese Weise könnt ihr bereist im Laufe des Tages die nötigen Vorkehrungen treffen, um die frischgebackene Routine möglichst zufriedenstellend absolvieren zu können. Wird das Checken des eigenen Vorankommens so ganz nebenbei auch zur täglichen Gewohnheit, umso besser! Ob klassisch auf Papier, in einer sauberen Tabelle auf dem Computer oder mit speziellen Apps: Welche Art des Trackings am besten funktioniert, müsst ihr nach individuellen Vorlieben entscheiden. Wichtig ist nur, dass ihr stets dabei und immer realistisch bleibt. Das Ziel ist nur eine kleine Routine entfernt!

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Avatar Der Steuermann ist wortwörtlich mit allen Wassern gewaschen: Nachdem er Zeit seines Lebens die Ozeane bereist und vom Kap der guten Hoffnung über das Bermuda-Dreieck bis zur Beringstraße alles gesehen hat, lässt er sich auf seine alten Tage nieder, um seinen reichen Erfahrungsschatz mit unseren Blog-Lesern zu teilen. Konkret heißt das: jede Menge smarte Tipps, Ratschläge und Wissenswertes zu verschiedenen Lebens- und Arbeitsbereichen. Dabei zeichnet er sich stets durch Kumpelhaftigkeit, Direktheit und einen gesunden Pragmatismus aus.
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