14.06.2016 · smart steuern ·

Das hat ja so einen langen Bart – warum wir für eine ganz besondere Steuer sind

Wir von smartsteuer beschweren uns hin und wieder über Sinn und vor allem Unsinn einzelner Steuern. Dabei haben wir sicher auch schon mal die Abschaffung einzelner Steuern angemahnt. Oder die Nichteinführung einer neuen Steuer gefordert, etwa der Pferdesteuer (siehe diesen Artikel). Aber noch nie, also wirklich nie, haben wir mehr oder höhere Steuern gefordert. Nun, was soll ich sagen: Einmal ist immer das erste Mal. Und deshalb trete ich vehement für eine neue Steuer ein, für eine Bartsteuer, um genau zu sein. Warum ich die gern hätte und wie groß die Chancen für die Einführung sind – sie lesen es in diesem überhaupt nicht ernst gemeinten Artikel…

Wo ist der Staat, wenn man ihn mal braucht?

Ja, ich hätte nie gedacht, dass ich das mal sagen würde. Aber für mich ist jetzt das Ende der Fahnenstange erreicht. Ich kann es nicht mehr sehen und nicht mehr ertragen. Sie fragen, was mich so wütend macht? Es sind Männer mit Bart, am besten mit Vollbart. Genau genommen die Sorte Männer, denen man sofort ansieht, dass sie vor nicht allzu langer Zeit noch zu denen gehörten, die sich jeden Morgen absolut akkurat rasierten, auch am Sonntag. Aber jetzt plötzlich der immer größer werdenden Herde vollbarttragender Männer folgen. So werden und wurden zum Beispiel aus einst stets frisch rasierten Computer-Nerds im obligatorischen T-Shirt vermeintlich gestandene Männer mit Rauschebart und Holzfällerhemd oder aus braven Büroangestellten verwegene Abenteurer.

Ganz ehrlich: Bart steht den meisten Männern nicht. Und doch müssen wir Frauen das sehen. Es gibt natürlich Ausnahmen: Meinem Chef steht sein Bart natürlich ausgezeichnet. Und über unseren Steuermann müssen wir überhaupt nicht reden, der trug schon Bart, als die meisten Vertreter meiner „Zielgruppe“ noch in die Windel machten.

Gegen die Bartisierung der Gesellschaft

Richtig gelesen, diese Zwischenüberschrift prägt mein Handeln. Im Freundeskreis nahm ich natürlich kein Blatt vor den Mund. Ich verwies zum Beispiel darauf, dass viele Frauen das eher abtörnend finden würden. Genutzt hat es, seien wir ehrlich, wenig. Und das war nur mein direktes Umfeld. Und all die anderen erreiche ich ja gar nicht. Doch dann kam mir die Idee, so richtig wie bei Wickie damals. Geld regiert die Welt! Wenn Männer für ihren Bart zahlen müssten, würden sie ihn bestimmt abrasieren! Und wie lässt sich das besser organisieren als mit einer Steuer. Die Geburtsstunde der Bartsteuer, dachte ich zumindest.

Aus der Geschichte lernen

Gibt es natürlich schon, so eine Bartsteuer, wie eine Blitzrecherche im Internet ergab. Oder besser, es gab sie. Vor allem in Russland, eingeführt 1698 von Zar Peter I., weil er die Bärte als Zeichen gegen seinen Kurs der Modernisierung sah. Um es kurz machen: Einige Elemente der Bartsteuer aus dem alten Russland, die übrigens 1772 von Zarin Katharina II. wieder abgeschafft wurde, fand ich sehr interessant:

  • So hing die Höhe der Steuer vom Stand des Betroffenen ab – ich würde sagen, die Höhe der Steuer sollte sich heute an Einkommen und Bartlänge orientieren.
  • Wer seinen Bart behalten wollte, musste die Bartsteuer zahlen. Dafür bekam er als „Quittung“ eine beeindruckend schöne Kupfermünze. Das können wir eins zu eins beibehalten!
  • Die Quittung (Kupfermünze) musste der Bartträger immer bei sich tragen. Klar, das müsste auch heute so sein. Denn:
  • Hatte der Bartträger bei einer Kontrolle durch Ordnungshüter seine Quittung nicht dabei, erfolgte eine umgehende Zwangsrasur. Klingt zumindest praktisch…

Sie sehen, eigentlich ist das alles doch gar nicht so schwer mit der Bartsteuer. Wegen mir könnte es sofort losgehen! Auch wenn ich nicht davon ausgehe, dass es wirklich passiert…

Ich hoffe, sie hatten ein bisschen Spaß bei meinen Ausführungen über die Bartsteuer. Es geht mir jetzt auch schon viel besser. Es musste nur einfach mal raus!
Und damit Sie nicht sagen können, davon hatte ich ja gar nichts, gibt es noch einen Kulturtipp zum Thema Bart: Im Neuen Museum in Berlin läuft noch bis zum 3. Juli die Ausstellung „Bart – zwischen Natur und Rasur„.

 


Theresa Voigt Geschrieben von:

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