21.06.2016 · smart leben ·

7 Fragen & 7 Antworten: Kaufprämie und Steuervorteile für Elektroautos

Es war und bleibt ein stolzes Ziel: Eine Million Elektroautos sollen 2020 auf deutschen Straßen rollen. Und da es Anfang 2016 nur rund 25.000 reine E-Autos waren, hat die Bundesregierung kürzlich ein Förderprogramm für Elektroautos beschlossen. Von den 4.000 Euro Kaufprämie haben viele sicher schon gehört. Aber wie funktioniert es im Detail? Welche Steuervorteile gibt es? Wie lange läuft die Förderung? Wir beantworten diese und andere wichtige Fragen – gewohnt leicht verständlich.

1. Wie hoch ist die Prämie für welche Autos?

  • 4.000 Euro Prämie beträgt die Förderung beim Kauf von reinen Elektroautos.
  • 3.000 Euro Prämie gibt es für Wagen mit Plug-in-Hybrid. Das sind Autos, die sowohl Verbrennungs- als auch Elektromotor haben und sich zudem an einer Steckdose aufladen lassen.

 

2. Welche Autos bekommen keine Förderung?

  • Autos, deren Basisversion einen Listenpreis über 60.000 Euro netto (71.400 Euro brutto) haben. Mehrausstattung, also die sogenannten Extras, zählen nicht rein. Der sagenumwobene Tesla S ist aber zum Beispiel trotzdem mit mehr als 80.000 Euro raus aus der Förderung.
  • Wagen mit „klassischem“ Hybrid-Antrieb, die ohne Steckdose auskommen, wie der Toyota Prius.

 

3. Wie komme ich an die Prämie?

Die Autohersteller und der Staat teilen sich die Prämie. Prinzipiell soll es so laufen:

  • Der Autohersteller zieht seine Hälfte der Prämie (2.000 beziehungsweise 1.500 Euro) vom Kaufpreis ab und vermerkt das im Kaufvertrag.
  • Mit diesem Kaufvertrag sowie Fahrzeugbrief und Fahrzeugschein beantragt man dann online die zweite Hälfte der Förderung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Auf www.bafa.de sollen in Kürze die entsprechenden Unterlagen zu finden sein.


Prinzipiell ist der Startschuss für das Programm schon gefallen, allerdings war das BAFA nicht schnell genug mit der Umsetzung.

4. Ist das Förderprogramm befristet?

Ja. Wie schon bei der Abwrackprämie gilt das Prinzip: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ – bis das Geld alle ist. Im „Fördertopf“ liegen insgesamt 1,2 Milliarden Euro (jeweils 600 Millionen Euro bei Bund und Autoherstellern). Ist am 30. Juni 2019 immer noch Geld im Fördertopf, wird das Programm aber trotzdem beendet.

5. Welche steuerlichen Vorteile gibt es?

  • E-Autos sind zehn Jahre nach Erstzulassung von der Kfz-Steuer befreit. (Das ist jetzt nicht so neu, und galt auch schon bis Ende 2015 für reine Elektrowagen. Seit Anfang 2016 waren es nur noch fünf Jahre, was aber nun rückwirkend „korrigiert“ wurde. Plug-In-Hybrid-Wagen waren bisher auch schon sehr günstig bei der Kfz-Steuer.
  • Erlaubt der Arbeitgeber das Laden eines privaten E-Autos, ist (nicht wie sonst) kein geldwerter Vorteil zu versteuern. Aber warum sollte ein Arbeitgeber das machen? Antwort:
  • Arbeitgeber können sich für den Aufbau von Ladestationen Zuschüsse sichern.

 

6. Tut sich auch was mit der Infrastruktur?

Neben dem meist recht hohen Preis von E-Autos schreckte viele potenzielle Käufer bisher die recht geringe Reichweite in Kombination mit recht wenigen Ladestationen ab. Doch auch dieses Problems will sich die Politik annehmen: mit einer Förderrichtlinie zur Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Zwischen 2017 und 2020 soll es vom Bund 200 Millionen Euro für Schnellladesäulen und nochmal 100 Millionen Euro für normale Ladesäulen geben.

7. Bringt das alles was?

Ob sich die staatlichen Förderungen letztendlich auszahlen werden, um das „Eine-Million-E-Autos-Ziel“ 2020 zu erreichen, bleibt abzuwarten. Denn im Fördertopf liegt „nur“ Geld für rund 300.000 bis 400.000 E-Autos. Und meist führt das Ende solcher Programme zu einer „Verkaufsdelle“ – wie damals bei der Abwrackprämie…

Überlegen Sie sich ein Elektroauto als Firmenwagen zuzulegen? Dann lohnt sich ein Blick in dieses YouTube-Video für Sie:

Stefan Heine Geschrieben von:

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