02.08.2016 · smart steuern ·

Kurtaxe auf Malle – alles zur neuen Steuer auf Mallorca

Seit 1. Juli ist sie auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln gültig: die sogenannte Steuer für einen nachhaltigen Tourismus, auch Ballermann-Steuer oder Mallorca-Abgabe genannt. Was es damit auf sich hat, wie hoch die Steuer ist, wer sie zahlen muss und was sich noch so ändert auf Deutschlands liebster Insel – die Antworten gibt es hier.

Mallorca & Co. – das Reiseziel der Deutschen

Zu Mallorca und den anderen Inseln der Balearen hat wohl jeder seine Meinung. Die einen schwören auf die stimmungsvolle Party-Atmosphäre in den touristischen Zentren von Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera: Andere kritisieren das als Ballermann-Tourismus und preisen die Ruhe sowie landschaftliche Schönheiten im Hinterland. Rund vier Millionen Touristen kamen allein aus Deutschland im letzten Jahr auf die Inseln, die meisten suchten Erholung und/oder Party auf der größten Insel Mallorca. Und ein Ende des touristischen Booms ist nicht abzusehen, da andere beliebte Urlaubsziele wie die Türkei, Ägypten und Tunesien wegen Terrorgefahr an Beliebtheit verloren haben. Ausgerechnet in dieser Phase kommt die neue Steuer…    

Steuer bis 2 Euro am Tag

Wohl fast jeder kennt die Kurtaxe, die Urlauber zum Beispiel in Kurorten und Seebädern in Deutschland zahlen müssen. Nun, die neue Steuer auf Mallorca funktioniert sehr ähnlich. Urlauber zahlen seit dem 1. Juli 2016 für jeden Tag auf den balearischen Inseln eine Steuer. Sie liegt zwischen 50 Cent und 2  Euro pro Tag pro Person. Kinder unter 16 Jahren zahlen nichts. Die Höhe der Steuer hängt von der Qualität der Unterkunft ab. Wer zum Beispiel im 5-Sterne-Hotel nächtigt, zahlt 2 Euro – wer auf dem Zeltplatz oder einer Pension schläft, zahlt nur 50 Cent. Wer mit dem Kreuzfahrtschiff anlegt, zahlt 1 Euro.
Ab dem neunten Urlaubstag halbiert sich der Steuersatz. Halbe Preise bei der Steuer heißt es generell in der Nebensaison vom 1. November bis zum 30. April. Wichtig: Hinzu kommt immer noch die Mehrwertsteuer, die aktuell 10 Prozent beträgt. Die jeweiligen Gastgeber müssen die Steuer von den Urlaubern bei An- oder Abreise „eintreiben“ und ans Finanzamt abführen.
Rechenbeispiel für die Tourismus-Steuer: Eine Familie mit zwei Kindern (beide unter 16) zahlt für einen 14-Tage-Urlaub im gehobenen Hotel (1,50 Euro pro Tag Steuer) insgesamt 36,30 Euro (inkl. Mehrwertsteuer). Das ist jetzt schon nicht wenig und mehr als ein Eis für jeden aus der Familie. Allerdings wird an diesem Betrag auch kein Urlaub scheitern.

Die Hintergründe der Touri-Steuer – und was sich noch so ändert

Seit rund einem Jahr haben die Balearen eine linke Regierung, die mit der Steuer versucht, „die Auswirkungen des Tourismus auf Natur und Landschaft durch dringend notwendige Investitionen auszugleichen“, wie es auf der offiziellen Informationsseite zur „Steuer für nachhaltigen Tourismus“ heißt. 50 bis 60 Millionen Euro sollen so jährlich an den Staat gehen. Laut den Behörden wird dieses Geld vor allem in den Umweltschutz, aber auch in neue Rad- und Wanderwege sowie in die Erhaltung des kulturellen Erbes fließen.

Wird es die lokale Regierung mit der Steuer wohl eher nicht schaffen, Touristen von ihrer Reise nach Mallorca & Co. abzuhalten, dürfte eine andere Maßnahme den ein oder anderen Ballermann zu einer Änderung seiner Urlaubspläne bewegen. Denn die Behörden haben auch dem „Sauftourismus“ den Kampf angesagt. So wurde die berühmt-berüchtigte Playa de Palma zu einer „speziellen Eingreifzone“ erklärt. Wer sich nicht an ein „Zusammenleben in Harmonie“ halten will und stattdessen (wie früher) übermäßig laut grölt und trinkt in der Öffentlichkeit, muss mit einem Bußgeld von bis zu 3.000 Euro rechnen. Nach Aufstellung der Warnschilder sollen innerhalb einer Woche mehr als 160 Bußgeldbescheide ausgestellt worden sein. Nicht bekannt ist allerdings, wie hoch die Bußgelder tatsächlich waren.

Geschrieben von:
Franziska Zachert Franziska begeistert nicht nur mit ihrem Temperament, sie beeindruckt auch mit ihrem Fachwissen Kunden und Partner. Durch ihr Studium des internationalen Informationsmanagements schafft sie es, die komplexe Steuermaterie spannend aufzubereiten und für Kunden und Presse perfekt in Szene zu setzen. Mit Ihrem Lachen und ihrer Freundlichkeit kann Franziska ihre Kollegen auch in stressigen Momenten anstecken.
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