05.08.2016 · smart leben ·

Quality Time – Es ist Zeit, sich wertzuschätzen!

Ahoi, ihr Leseratten! Erinnert ihr euch noch an meine ersten Wochen in der smartsteuer-Zentrale? Damals sind wir mit frischem Wind in den Segeln um Themen gekreist, die uns als Werktätige nun wirklich alle angehen: Wie viel Arbeit ist eigentlich gesund, ab wann macht Stress kaputt, wie gelingt bewusstes Abschalten und auf welche Weise bekommt man sein Berufs- und Privatleben zukünftig besser ins Gleichgewicht? Nachdem wir die Work-Life-Balance also ausgiebig unter die Lupe genommen haben, widmen wir uns diesmal der nächsten englischsprachigen Begrifflichkeit, für die es keine ordentliche deutsche Übersetzung gibt – der sogenannten Quality Time. Obwohl vermutlich jeder eine grobe Ahnung hat, will ich’s heute mal genauer wissen: Wie ist die Qualitätszeit definiert, welchen Nutzen hab ich davon und gibt es vielleicht auch dafür eine Art Bedienungsanleitung?

Quality Time: mehr als ein Trend

Wie so viele tolle Erfindungen stammt auch dieser Begriff aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten – und ist ganz und gar keine neumodische Erscheinung, sondern in den USA schon seit den 70er Jahren eine feste Größe in Sachen Lebensgestaltung. Als mittlerweile international gebräuchliches Schlagwort steht es stellvertretend für die Zeit, die man – ungestört von beruflichen oder häuslichen Verpflichtungen und ständiger Erreichbarkeit – mit den liebsten Menschen verbringt. Ganze Tage oder nur ein paar Stunden also, die ausschließlich von schönen Momenten geprägt und voll und ganz in eine bedeutsame, zwischenmenschliche Beziehung investiert werden. Während man also bewusst einen Abend allein mit dem Partner verbringt, für ein Wochenende mit der besten Freundin verreist, endlich mal wieder die Eltern besucht oder ein langes Gespräch mit Oma führt, spielt nichts und niemand anderes eine Rolle. Zwischen Job und Haushalt und den alltäglichen Anforderungen ist Zeit heute unser wichtigstes Gut – und in dieser konzentrierten Form bekommt sie eben buchstäblich eine besondere Qualität. In Momenten voller Zuneigung, die unsere Kraftreserven neu betanken.

Am schönsten ohne Plan

Natürlich gibt es keinen Maßstab, mit dessen Hilfe man die Qualität einer Zeiteinheit exakt bestimmen kann. Und selbstredend macht es auch keinen Sinn, sich selbst in Bezug auf möglichst gute Zeitinvestition unter Druck zu setzen. Jeder weiß doch, wie schwer es ist, etwas so richtig mit allen Sinnen zu genießen, wenn man sich permanent selbst zum möglichst bewussten Genuss ermahnt. Nun, vermutlich ist es tatsächlich wenig zuträglich, mit allzu großen Ambitionen ans Werk zu gehen. Wer also denkt: Ich hab nur eine Stunde und muss die jetzt mit Person X möglichst gewinnbringend nutzen, damit am Ende das Ergebnis stimmt – der sollte die betriebswirtschaftliche Denke beim nächsten Mal besser im Büro lassen und direkt mal einen Gang runterschalten. Denn ja, ob man gemeinsam in einen laufenden Fernseher starrt oder beispielsweise bei einem guten Glas Wein ein inniges Gespräch führt, hat logischerweise unterschiedliche Auswirkungen auf die Beziehung und das eigene Wohlgefühl. Wird die Qualitätszeit jedoch durch detailreiche Planung zu unnatürlich strukturiert, gleicht sie am Ende eher einem geschäftlichen Meeting und macht niemanden glücklich.

Wir-Zeit: ablenkungsfreie Zone

Wichtig ist vor allem, sich für eine Weile den Kopf von allen äußeren Belastungen freizupusten. Und das gelingt am besten, indem man technische Geräte rigoros verbannt. Okay, ein bisschen musikalische Untermalung schadet einer guten Unterhaltung natürlich nicht. Der soziale Störfaktor Nummer eins, das Smartphone, sollte jedoch wirklich mal Sendepause haben. Kaum etwas signalisiert dem Gegenüber nämlich so sehr wie der minütliche Blick aufs Handy, dass man im Grunde Wichtigeres zu tun hat, als die gemeinsame Zeit wertzuschätzen – und man selbst fühlt sich angesichts der Verfügbarkeit für andere auch nicht wirklich im Hier und Jetzt. Wenn man hingegen so richtig physisch und mit dem Kopf beisammen ist, verliert ein einfaches „Wie geht’s dir?“ ganz schnell seinen floskelartigen Charakter und kann der Einstieg in ein tolles persönliches Gespräch sein, zu dem einem im hektischen Alltag oder am Telefon oftmals die Ruhe fehlt. Qualität auf einer sehr simplen Basis also.

Durchatmen und sich selbst (be)achten

Mindestens genauso wichtig jedoch und keinesfalls Verschwendung wertvoller Minuten: Die Quality Time mit uns selbst! Denn so gern man auch Zeit mit nahestehenden Menschen verbringt, so unersetzbar sind doch die Momente, in denen man völlig für sich sein kann. Ob ein ausgiebiger Spaziergang durch Wald und Wiesen, ein heißes Bad oder die ungestörte Lektüre eines spannenden Schmökers – wir alle kennen die gängigsten Methoden, um mal wieder durchzuatmen, die Gedanken zu sortieren und unser eigenes Leben und Handeln zu reflektieren. Jetzt halten wir inne, sperren den Rest der Welt aus dem Kopf und hören statt auf gutgemeinte Ratschläge von anderen mal nur auf die leise Stimme in uns selbst. Mit toller Wirkung! Zwar hab ich bereits vor einer Weile meine zehn besten Tipps zum Abschalten zusammenklamüsert – für die waschechte Quality Time im Solo-Modus bedarf es aber manchmal auch ein bisschen Mut zum Alleinsein und den Blick über den Tellerrand.

Bewusst auf sich allein gestellt

Habt ihr schon mal von dem fantastischen Effekt gelesen, den eine Reise ohne Begleitung auf die Persönlichkeit haben kann? Kein Wunder, denn wer fernab von Stress und Verpflichtungen ganz auf sich allein gestellt und gleichzeitig völlig frei in seinen Entscheidungen ist, beschäftigt sich zwangsläufig besonders intensiv mit seinen eigenen Wünschen und Gedanken. Es muss jedoch nicht immer der große Selbstfindungstrip ans andere Ende der Welt sein, denn ehrlicherweise ist Derartiges auch nur schwer mit einem reibungslosen Familien- und Berufsleben zu vereinbaren. Was allerdings auch jederzeit zwischendurch funktioniert und sich vergleichbar positiv auf Körper und Geist auswirken kann: Dinge allein zu tun, die man normalerweise nur in Gesellschaft macht. Wann habt ihr zum Beispiel zum letzten Mal einfach auf einer Parkbank in der Sonne gesessen, das Handy in der Tasche, und die Umgebung in euch aufgesaugt? Wann allein in einem Restaurant eure Lieblingsspeise bestellt und sie einfach ganz bewusst genossen? Mal wieder völlig ungestört alle Sinne aktiviert und Raum zum Träumen geschaffen? Nehmt mal euren Mumm zusammen, probiert es aus, schafft euch regelmäßig kleine Auszeiten für wohltuende Einzelgänge und ihr werdet sehen: Allein unterwegs zu sein ist gar nicht so komisch, wie man denkt. Viel Spaß, Matrosen, mit eurer ganz privaten Quality Time!

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