09.09.2016 · smart leben ·

Ach, du liebes Kind! Finanzplanung mit Familie

Ahoi, ihr Macher und Planer, Geldverdiener und Familiendompteure! Fast überall sind mittlerweile die Schulferien vorbei und ach, was waren das wieder ereignisreiche sechs Wochen. Im Grunde sind es doch neben der Weihnachtszeit die schönsten im Jahr, nicht wahr? Von gemeinsamen Unternehmungen und Kurzausflügen bis hin zum Sommerurlaub mit allem Drum und Dran nimmt man in jedem Jahr so einige schöne Erinnerung mit und kann so die trüben Monate ein bisschen leichter überstehen. Doch auch wenn jeder seinen Kindern die tollsten Ferienerlebnisse ermöglichen und sich selbst die eine oder andere Auszeit vom Alltag gönnen möchte, heißt das noch lange nicht, dass dabei auch das Familienkonto mitspielt. Das ganz normale Leben kostet schließlich schon eine amtliche Stange Geld – Extras, die dem reinen Vergnügen dienen, sind da manchmal ganz einfach nicht drin.

Kinder – toll und teuer

Wer Nachwuchs auf die Welt befördert, bereichert sein Leben ungemein – muss aber fortan auch metertief in die Tasche greifen. Natürlich spielt das Schicksal manchmal, wie es eben will, die bewusste Entscheidung für Kinder sollte jedoch aus finanzieller Sicht zu jedem Zeitpunkt gut durchdacht sein. Denn nicht nur die grundlegenden Ausgaben für Nahrung, Kleidung, Möbel usw. schmälern den Geldbeutel kontinuierlich, auch Betreuungskosten, Schulequipment, Freizeitaktivitäten und Spielzeug gehen ins Geld. Und selbst, wenn man sich als gestresstes Elternteil manchmal insgeheim fragt, wo man das bockige Kind nun wohl zurückgeben kann: Diese Option kommt selbstredend nicht infrage. Plant ihr außerdem nicht, euer Kind statt in die Schule direkt auf den Arbeitsmarkt zu schicken, macht euch besser direkt auf mindestens achtzehn lange Jahre erheblich erhöhte Fixkosten gefasst. Die gute Nachricht aber direkt vorweg: Ihr könnt euch langsam daran gewöhnen, dass das Familien-Portemonnaie von nun an ein Loch hat. Genau wie euer Sprössling wird es aber im Laufe der Zeit immer größer. Eigentlich doch ganz nett von der Natur, oder nicht?

Was kostet ein Kind?

Ein Säugling stellt zunächst mal keine großen Ansprüche. Er braucht ein Bettchen, Kleidung, Windeln, eine baby-freundliche Umgebung und siedelt früher oder später auch auf gekaufte Nahrung um. Natürlich gibt es bereits hier an vielen Stellen die Möglichkeit zu sparen, indem man beispielsweise bei Einrichtung, Kinderwagen, Kleidung und Co. nach Second-Hand-Artikeln Ausschau hält, die kaum genutzt und noch 1 A in Schuss sind. Ist die Erstausstattung dann einmal vom Tisch, fliegt die Zeit nur so dahin und schon bald kommen möglicherweise Betreuungskosten für Kita oder Kindergarten hinzu, wenn ihr nach der Elternzeit wieder mindestens halbtags eurem Job nachgehen wollt oder müsst. Je nach Einrichtung und Stadt unterscheiden sich die Ausgaben hierfür stark, liegen jedoch meist bei ein paar hundert Euro im Monat. Und selbst, wenn man diesen Kostenfaktor einmal ausklammert und auch die ersten großen Anschaffungen auf ein gesondertes Blatt schreibt, kostet ein Kind vor dem Schuleintritt etwa 6.200 Taler pro Jahr – so hat es das Statistische Bundesamt errechnet. Aber wie angekündigt kommt es noch dicker!

Je oller, desto doller

Je älter die kleinen Mäuse werden, desto mehr verputzen sie nicht nur, sie entwickeln endgültig ihren eigenen Kopf. Auf einmal passt ihnen nicht mehr jedes Kleidungsstück in den Kram, Interessen bilden sich aus und führen zu Hobbys, die Geld kosten. Im Urlaub zahlt man nun meist für einen ganzen Menschen mehr, die erste Schulausstattung muss her, Klassenreisen wollen bezahlt und aufregende Spielsachen ausprobiert werden. Halleluja, da kommt schon einiges zusammen – genaugenommen etwa 7.200 Euro im Jahr, bevor mit der Pubertät die wohl teuerste Phase erst noch anbricht. Ab dem vierzehnten Lebensjahr spielt der eigene Coolness-Faktor nun nämlich die wichtigste Rolle. Die richtigen Klamotten, Schuhe, Make-up und angesagte Unterhaltungselektronik stehen mit einem Mal im Mittelpunkt des Geschehens. Urlaub muss sein und ganz nebenbei wird mehr Taschengeld nötig, um nun auch größere Posten wie Handy, Kino und Co. abdecken zu können. In der Regel machen Kinder im Teenager-Alter außerdem einen beachtlichen Wachstumsschub und fressen einem in der Zwischenzeit buchstäblich die Haare vom Kopf. Insgesamt macht das laut Statistischem Bundesamt rund 8.400 Euro Jahresausgaben bis zur Volljährigkeit. Puh.

Im Dutzend billiger

Habt ihr das Erschreckendste an dieser Rechnung bemerkt? Genau, sie gilt nur für ein einziges Kind. Was aber, wenn auf einen Schlag oder mit wenig Abstand mehrere Würmer auf die Welt kommen und auf beste Art und Weise großgezogen werden wollen? Nun, Himmel sei Dank senkt sich mit jedem Geschwisterchen die Pro-Kopf-Belastung immerhin um ein paar Euro. Viele Anschaffungen wie Kinderzimmer, Kleidung, das erste Fahrrad usw. können schließlich an die Kleineren weitergegeben und müssen nicht mehrfach berechnet werden. Der Haken an dieser optimistischen Feststellung: Je größer die Rasselbande, desto größer auch der benötigte Platz und die Ansprüche an ein Zuhause zum Wohlfühlen. Das Haus mit Garten im beschaulichen Vorort? Für viele Eltern ein Traum, gleichzeitig aber unbezahlbar. Hat man nicht gerade im Lotto gewonnen oder gut geerbt, bleibt es eben nicht aus, an der einen oder anderen Stelle Abstriche zu machen. Dennoch sollten Erwachsene über das Wohl ihrer Kinder ihr eigenes nicht völlig aus den Augen verlieren und sich ab und zu etwas gönnen.

Die richtige Finanzplanung

Um all das parallel stemmen zu können, sollten sich Eltern mit Kinderwunsch im Optimalfall bereits vor der endgültigen Entscheidung über verschiedene Arbeitszeitmodelle und staatliche Zuschüsse informieren – hier ist der Familienservice der Bundesagentur für Arbeit eine verlässliche Adresse. Ist nun zwischen den großziehenden Elternteilen geklärt, wer wann und wie lange mit dem Baby zuhause bleibt und mit welchem Gesamtbudget in den ersten Jahren zu rechnen ist, ist bereits ein wichtiger Schritt getan. Auch für Tabellenhasser und Planungsmuffel empfiehlt sich jetzt in jedem Fall eine möglichst genaue Auflistung sämtlicher Kosten, die für die kleine Familie anfallen werden.

Sammelt am besten bereits vor der Geburt ein paar Erfahrungswerte und notiert euch für ein paar Monate all eure fixen Ausgaben von der Zahnbürste über den Wocheneinkauf bis zum Blumenstrauß für Mutti. Schlagt ihr nun die oben genannten Kosten für das Erstgeborene obendrauf und vergleicht die Summe mit den monatlich zu erwartenden Einnahmen, habt ihr bereits eine gute Grundlage für mögliche Sparmaßnahmen und könnt finanzielle Prioritäten festlegen. Auch ein Puffer für unvorhergesehene Zahlungen sollte hier einkalkuliert werden. Viele Sorgen erspart man sich außerdem, indem man parallel zur Nachwuchsplanung beginnt, einen Teil des monatlichen Einkommens auf die hohe Kante zu packen. So kann man sich von Anfang an auf die schönen Aspekte der Familiengründung freuen – für Kinderlachen und die vielen unvergesslichen Momente nimmt man auch das eine oder andere finanzielle Zugeständnis gern in Kauf.


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