29.11.2016 · smart steuern ·

Weniger Steuern ab 1. Januar 2017

Mittlerweile haben wir schon Ende November. Nur noch wenige Wochen – und wir sind im Jahr 2017. Und weil ein neues Jahr auch immer ein neues Steuerjahr bedeutet, werfen wir mal einen kleinen Blick voraus. Gibt es nächstes Jahr wirklich mehr Netto vom Brutto, sinkt die Steuerlast für jeden? Und wenn ja, wie viel beträgt die Ersparnis? Die Antworten gibt es gleich.

Gute und schlechte Nachrichten

Nun, wir hatten vor nicht allzu langer Zeit schon darüber geschrieben, dass die Bundesregierung Steuersenkungen plant. Und dass Steuerentlastungen sowie Steigerungen des Kindergelds eher klein ausfallen werden. Mittlerweile hat sich die Große Koalition auf eine Steuerreform geeinigt. Doch nennen wir das Kind beim Namen: Es ist wirklich nur ein Reförmchen. Zwar ist die Rede von einem Gesamtvolumen von 6,4 Milliarden Euro an Entlastungen für 2017 und 2018. Doch wenn man diese Summe mal auf 80 Millionen Einwohner runterbricht, bleiben pro Kopf gerade mal 80 Euro. Und selbst wenn man schätzt, dass nur jeder zweite Deutsche ein Steuerzahler ist, sind es 160 Euro… Aber, und das ist die gute Nachricht: Es gibt überhaupt eine Entlastung – und vor allem – diese wird rechtzeitig auf den Weg gebracht. Es gab auch andere Zeiten, als solche Anpassungen erst rückwirkend stattfanden.
Doch kommen wir nun zu den Details.

Freibeträge und mehr steigen an

Das sind die wichtigsten Zahlen aus der geplanten Steuerreform. Bitte beachten: Sie stammen aus der geplanten Steuerreform, wie sie die Regierungskoalition vorsieht. Der Bundesrat muss aber auch noch zustimmen.

  • Grundfreibetrag: Anstieg von 8.652 Euro auf 8.820 Euro (2017) und 9.000 Euro (2018). Diesen auch Existenzminimum genannten Wert muss die Regierung aus verfassungsrechtlichen Gründen jährlich anpassen. Einkommen bis zu diesen Werten ist steuerfrei, die Besteuerung setzt erst bei höheren Werten ein. Übrigens: Bei Ehepaaren verdoppeln sich die Werte bei gemeinsamer Veranlagung.
  • Kinderfreibetrag: Auch der steigt an. Von aktuell 7.248 Euro auf 7.356 Euro (2017) und 7.428 Euro (2018). Dieser Wert kommt zum Grundfreibetrag oben drauf, wenn man ein oder mehrere Kinder hat. Eltern profitieren also doppelt.
  • Kindergeld/Kinderzuschlag: Da der Kinderfreibetrag bei Eltern mit geringerem Einkommen keine Wirkung hat, wird zugleich das Kindergeld erhöht. Für jedes Kind um 2 Euro pro Monat, jeweils 2017 und 2018. Ist auch nicht gerade viel, immerhin steigt der Kinderzuschlag, den nur Geringverdiener erhalten, von 160 auf 170 Euro.
  • Steuertarif: Auch der soll leicht angepasst werden, und zwar um die erwartete Inflationsrate des Vorjahres. Das sollen 2016 0,73 Prozent und im Jahr 2017 1,65 Prozent sein. Damit soll der kalten Progression entgegengewirkt werden, die verhindert, dass Lohnerhöhungen tatsächlich auch zu höheren Realeinkommen führt.


Und was bedeutet das für mich?

Noch ist die Reform nicht endgültig verabschiedet, die Steuertarif-Tabellen für 2017 und 2018 liegen dementsprechend noch nicht vor. Steuerexperten haben das aber schon mal durchgerechnet.
Ein Single ohne Kinder mit einem Einkommen von 40.000 Euro soll laut FAZ 2017 nur 55 Euro weniger an Steuern zahlen müssen, 2018 dann immerhin 136 Euro. Viel ist das also in der Tat nicht.
Etwas besser sieht es bei Steuerzahlern mit Kindern aus. Die FAZ hat berechnet, dass eine verheiratete Alleinverdienerin mit zwei Kindern und einem Einkommen von 40.000 Euro 2017 eine Steuerentlastung von 126 Euro hat, 2018 dann 270 Euro.
Weitere Zahlenbeispiele finden Sie in diesem Artikel.

Zusammenfassung: Die geplante Steuerreform wird zwar alle Steuerzahler entlasten. Allerdings nur in kleinem Umfang. Am meisten sollen Steuerzahler mit Kindern profitieren.


Stefan Heine Geschrieben von:

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Ruslan Orlov sagt:

    Danke für die Erste gute Nachricht zum Ersten Dezember, auch wenn die zu erwartende Ersparnis eher lächerlich ausfällt. Dabei sollten wir die aktuellen Verhandlungen bezüglich der neuen GEZ Zwangssteuer nicht außer Acht lassen. Wenn das Ergebnis zu unseren Gunsten ausfällt, dann sparen wir zusätzlich 50 Cent pro Monat.

  • Avatar Heinz Siggelkow sagt:

    Zur Vermögenssteuer hat sich die GroKo bedauerlicherweise nicht durchringen können. Also immer das Beste für die, die schon mehr als genug haben. Da ist die Politikverdrossenheit kein Wunder.

  • Avatar Alex sagt:

    Guter Artikel. Was leider die Entlastung wieder schmälert: Die steigenden Krankenkassen-Beitragssätze und steigenden Beitragsbemessungsgrenzen. Somit bleibt wohl weniger netto übrig.

  • Avatar Ursula sagt:

    Leider werden zeitgleich Krankenkassenbeitrag und Pflegeversicherung teurer, so dass man trotzdem nicht mehr Geld zur Verfügung hat.

  • Avatar Stephan sagt:

    Statts uns Bürger mit Steuerersparnis zu überraschen, sollte lieber die aus der Mode geratene GEZ abgeschafft werden, ein rechtswidrige versteckte Steuer die niemand will.
    Heutzutage mit Netflix und Sky etc. ist dies schon lange nicht mehr konform.
    Lieber zahle ich dem Fiskus mehr Steuern vom Lohn.


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