09.12.2016 · smart leben ·

So reisen Sie günstig mit der Bahn – das sind unsere Top 5

An diesem Wochenende ist es wieder mal so weit: Pünktlich zum Fahrplanwechsel erhöht die Deutsche Bahn ihre Preise. Dabei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass das in der 2. Klasse im Fernverkehr die erste Erhöhung seit drei Jahren ist. Im Schnitt 1,9 Prozent sollen die Tickets teurer werden als bisher. Doch wer clever ist, kann auch weiterhin recht günstig mit der Bahn verreisen. Wir zeigen Ihnen, wie das gehen kann.

Verspätungen, nicht sauber, zu teuer, dauernd im Funkloch und WLAN gibt es auch nicht gratis – die Deutsche Bahn hat wirklich nicht den besten Ruf. In diesem Jahr gab es zwar die ersten Verbesserungen bei Pünktlichkeit und Sauberkeit, doch noch ist Luft nach oben. Immerhin soll in ein paar Wochen zum Jahresanfang endlich das WLAN im ICE verlässlich funktionieren und bei normaler Nutzung auch gratis sein – sogar in der 2. Klasse. Das wird übrigens seit ein paar Wochen getestet, heißt „WifionICE“ und funktioniert, dort wo es schon eingebaut ist, recht gut. Der Handyempfang soll erst 2018 nachhaltig besser werden, wie Bahnchef Grube unlängst erwähnte. Bleibt der Preis. Doch an dem kann jeder selbst was machen. Wie? Sie lesen es hier.

Platz 5: Um die Ecke denken

Das sind gleich zwei Tipps in einem:
Oft sind Verbindungen, die im Ausland beginnen oder enden, deutlich günstiger als innerdeutsche Strecken. Es hindert Sie niemand, eine solche Fahrkarte mit Europa-Sparpreis zu kaufen – wenn der noch verfügbar ist  – aber nur einen Teil der eigentlichen Strecke innerhalb Deutschlands zu fahren. Diese Europa-Fahrkarte ist dann auch noch zwei Wochen statt zwei Tage gültig, Zeit für Zwischenstopps haben Sie also allemal.
Im Internet finden sich verschiedene Reise-Vergleichsportale wie fromatob.de, busliniensuche.de oder fernbusse.de, die eigentlich meist nur die günstigsten Buspreise anzeigen. Immer wieder mal finden sich dort aber auch besonders günstige Bahntickets, die die Bahn zu Werbezwecken dort platziert. Das erfordert aber Geduld und ein bisschen Glück.

Platz 4: Kinder, Kinder

Glücklich, wer mit seinen Kindern reist: Denn solange die Kids noch keine 15 Jahre alt sind, kostet sie die Fahrt Nullkommanix. Unter 6 geht das sogar einfach so, ohne Fahrkarte und alles. Darüber müssen Kinder mit Eltern oder Großeltern reisen (einer dieser Erwachsenen reicht aus) – und auf der Fahrkarte eingetragen sein.

Platz 3: Zwischenstopp

Bei Platz 5 schon etwas erwähnt: Wenn es sich anbietet, machen Sie einen Zwischenhalt. Beispiel: Sie müssen an einem Tag von Berlin nach Hamburg und am nächsten von Hamburg nach Stuttgart. Suchen Sie in diesem Fall einfach eine Fahrkarte von Berlin nach Stuttgart und fügen auf der Webseite der Bahn unter „Weitere Optionen“ den „Zwischenhalt“ Hamburg ein. Die Folge: Sie bezahlen für diese Fahrkarte den Vollpreis von 142 Euro. Bei zwei einzelnen Karten wären es aber mehr, stolze 220 Euro. Mit BahnCard geht es natürlich günstiger, dazu kommen wir gleich. Aber: Der Zwischenstopp-Trick funktioniert nur, wenn alle Fahrten innerhalb von höchsten zwei Tagen stattfinden.

Platz 2: BahnCard

Gerade erwähnt, aber eine BahnCard verbilligt die Fahrten zum Teil erheblich. Das kann sich sogar für Leute lohnen, die nur einmal im Jahr eine längere Bahnfahrt planen. Prinzipiell gibt es drei Typen von BahnCards (BC), die BC 25, die BC 50 und die BC 100. Wir stellen hier alle kurz mit Preisen vor, allerdings jeweils nur für die 2. Klasse – und nur für Personen ab 18.

  • BahnCard 25: Da gibt es die Probe-BahnCard für 19 Euro, mit der man drei Monate lang 25 Prozent auf normale Tickets („Flextickets“) und Sparpreis-Tickets erhält. Mit der regulären BC 25 können Sie das ein Jahr lang machen und zahlen dafür 62 Euro. Wer noch keine 27 Jahre alt ist, kann die My BahnCard 25 kaufen. Die leistet genauso viel, kostet aber nur 39 Euro. Personen ab 60 greifen zur ermäßigten BC 25 für 41 Euro. Die BahnCard 25 empfiehlt sich für Gelegenheitsfahrer.
  • BahnCard 50: Hier kostet die Probe-BahnCard 79 Euro für drei Monate. Sie sparen bei den Flextickets 50 Prozent und bei Sparpreistickets noch 25 Prozent. Die reguläre BC 50 für ein Jahr kostet 255 Euro, die My BahnCard 50 für junge Leute unter 27 nur 69 Euro und die für Senioren ab 60 Jahren 127 Euro – bei sonst gleichen Leistungen. Wer regelmäßig mit der Bahn größere Strecken zurücklegt, kommt an der BahnCard 50 nicht vorbei.
  • BahnCard 100: Die kostet ab Sonntag 4190 Euro (bisher 4090 Euro). Damit können Sie aber auch beliebig oft ein Jahr lang quer durch Deutschland mit der Bahn fahren.  

 

Platz 1: Sparpreise

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Dieser alte Spruch passt ganz großartig zu den Sparpreisen der Deutschen Bahn. Bis zu sechs Monate im Voraus kann man seine Fahrkarten buchen – und findet dann unter Umständen Tickets für 29 oder gar 19 Euro, mit denen man etwa von München bis Rostock fahren kann. Doch bevor Sie gleich loslegen, noch zwei Hinweise:
Sparpreis-Tickets sind an eine bestimmte Verbindung gebunden. Sie müssen exakt mit dem gebuchten Zug Ihre Reise antreten. Das Ticket gilt nicht einmal für einen Zug, der eine Stunde früher oder eine Stunde später fährt. Also sollte man sich den Kauf gut überlegen. Stornierungen sind bis einen Tag vor Abfahrt zwar möglich, kosten aber 17,50 Euro.
Zwar werden auch bei der normalen Fahrkartensuche im Internet immer Sparpreise parallel zu den Flexticket-Preisen angezeigt. Doch die besten Sparpreise finden Sie mit dem Sparpreisfinder. Dort sind zum Beispiel alle Verbindungen in einem bestimmten Zeitraum aufgelistet und Sie können, wenn Sie denn flexibel sind, den Zug mit dem besten Preis aussuchen.  

Haben Sie noch einen Supertipp? Dann immer her damit in den Kommentaren. Ansonsten wünschen wir allzeit gute Fahrt!


Theresa Voigt Geschrieben von:

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