13.12.2016 · smart steuern ·

Schenken ohne Reue – so können sich Chefs bei Ihren Angestellten beliebt machen

Es soll ja noch die eine oder andere Firma geben, wo die Mitarbeiter mit kleinen Aufmerksamkeiten zum großen Fest bedacht werden. Da ist die Freude meist groß. Doch – und wir sind hier ja auf einem Steuer-Blog – ist das eigentlich so erlaubt? Muss so ein Geschenk nicht versteuert werden? Und wenn ja, wer müsste die Steuer-Zeche eigentlich zahlen? Der Arbeitgeber, oder doch der Arbeitnehmer?
Wir geben die Antworten, gewohnt leicht verständlich.

Ausnahmsweise geht eigentlich fast alles

Merkwürdige Überschrift, finden Sie? Naja, ich erkläre Ihnen gleich, warum die da so steht.
Prinzipiell ist für Geschenke oder andere Zuwendungen an den Mitarbeiter einer Firma nicht nur Lohnsteuer fällig, es müssen zudem noch Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden. Und das alles führt zwar der Arbeitgeber ab, das Minus beim Netto hat aber der Arbeitnehmer. Das hat gesessen, nicht wahr? Nun, jetzt kommen die Abers und Ausnahmen. Denn: Wenn ein Arbeitgeber nicht gerade Bargeld an seine Mitarbeiter verschenkt, gibt es unter bestimmten Bedingungen doch die Möglichkeit, dass das Präsent oder andere Vergünstigungen steuer- und sozialversicherungsfrei sind. Und dass mit dem Bargeld ist auch irgendwie klar, wo wäre denn dann die Grenze zwischen Arbeitslohn und Geschenk?

Mit Grund schenken – bis 60 Euro pro Anlass

Weil Weihnachten vor der Tür steht, kommen wir zuerst zu den Zuwendungen mit Grund: Arbeitgeber können Ihren Angestellten Geschenke zu bestimmten Anlässen machen. Dazu gehören Weihnachten, Ostern, Geburtstag, Hochzeit, Geburt des Kindes und noch einiges mehr. Sie dürfen sogar zu jedem Anlass Präsente verteilen und nicht nur einmal im Jahr, aber: Solche Geschenke sind nur einmal pro Monat erlaubt. Zudem darf der Wert jedes einzelnen Geschenks höchstens 60 Euro betragen. Wird diese Freigrenze auch nur knapp überschritten, wird der gesamte Betrag (und nicht nur der Betrag, der über den 60 Euro liegt) steuer- und sozialversicherungspflichtig. Und, nur zur Erinnerung: Ein 50-Euro-Schein geht auch nicht…

Ohne Grund schenken – bis 44 Euro pro Monat

Zusätzlich und unabhängig von diesen Präsenten mit Grund haben Chefs die Möglichkeit, ihren Angestellten grundlos Zuwendungen zukommen zu lassen. Hier gilt die Regel: Monatlich dürfen diese die Freigrenze von 44 Euro wertmäßig nicht überschreiten, sonst passiert das Gleiche wie bei den Geschenken mit Grund: Der komplette Betrag muss versteuert und Sozialversicherungsbeiträge geleistet werden.
Aber immerhin, jeden Monat kann Ihnen Ihr Chef über den Lohn hinaus was Gutes tun. Was ist aber vorstellbar als Zuwendung? Nun, zum Beispiel bezahlen Chefs Ihren Angestellten etwa ein Job-Ticket, also eine Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr. Allerdings funktioniert das in größeren Städten kaum noch, da die in der Regel mehr als 44 Euro pro Monat kosten. Beliebt sind auch Tankgutscheine oder eine Mitgliedschaft im Fitness-Club. Wichtig ist, neben der Freigrenze, dass sich der Gutschein nicht doch irgendwie zu Geld machen lässt. Es muss zum Beispiel ausgeschlossen sein, dass man zum Beispiel mit dem 44-Euro-Tankgutschein zur Tankstelle fährt, für 10 Euro tankt und sich den Rest in bar auszahlen lässt.

Sie sehen, da lässt sich doch was machen. Und weil sich Chefs in der Regel schwer tun mit richtigen Lohnerhöhungen, bitten Sie ihn doch um eine solche Zuwendung. Vielleicht lässt er sich ja überzeugen, denn davon profitieren schließlich Sie und Ihr Chef. Sie haben eine Anerkennung, die sich über einen kleinen Umweg auch in Ihrem Geldbeutel bemerkbar macht, weil Sie bei einem Tankgutschein als Beispiel eben 44 Euro weniger für das Tanken ausgeben müssen. Und der Chef hat einen Mitarbeiter, der wenigstens ein kleines bisschen zufriedener ist.

Weihnachten kann also kommen.

Stefan Heine Geschrieben von:

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