17.02.2017 · smart steuern ·

Steuern vom Staat zurückholen – so geht’s

Wir wollen keine Panik verbreiten – und dazu besteht auch noch kein Anlass. Aber seien wir ehrlich: Es ist jedes Jahr das Gleiche. Man schiebt die Steuererklärung irgendwie vor sich hin. Gibt ja auch gefühlt tausend andere Sachen, die man stattdessen machen kann. Nur: es gibt wenige, die sich so sehr lohnen. Und als kleine Motivationshilfe haben wir für Sie eine kleine Infografik erstellt, in der Sie ganz schnell die wichtigsten Punkte für die Steuererklärung sehen. Wenn Sie jetzt neugierig geworden sind, lesen Sie einfach auch noch diesen Text. Denn da gehen wir etwas mehr ins Detail und zeigen Ihnen, wo Sie weitere Informationen finden können.

Wann lohnt sich die Abgabe?

Sie sehen hier drei Punkte. Ganz klar, bei wem das Einkommen über das Jahr gesehen stark schwankt, kann immer damit rechnen, dass er über die Steuererklärung einiges an Geld vom Staat zurück holen kann. Doch auch bei wem sich nichts großartiges beim Gehalt geändert hat, sollte die Flinte nicht gleich ins Korn werfen. Denn es gibt ja die Werbungskosten. Das sind Ausgaben, die Sie für Ihren Job gemacht haben. 1.000 Euro erkennt das Finanzamt schon mal pauschal an. Wenn es bei Ihnen mehr wird, müssen Sie das belegen können. Was alles zu den Werbungskosten gehört, lässt sich in diesem Artikel nachlesen. Ein Beispiel vorab: Wenn Ihre Arbeitsstätte weiter als 16 Kilometer von Ihrer Wohnung/ Ihrem Haus entfernt liegt, kommen Sie allein mit der Kilometerpauschale schon auf die Grenze von 1.000 Euro. Neben den Werbungskosten können aber auch außergewöhnliche Belastungen, etwa bei erheblichen Krankheitskosteneine entscheidende Rolle dafür spielen, dass Sie Steuern vom Staat erstattet bekommen. Und schließlich mindern oft auch Versicherungsbeiträge die Steuerlast, das gilt vor allem für die Altersvorsorge.
Sie sehen schon anhand der Beispiele, dass sich die Abgabe eigentlich für jeden lohnt. Warum das so ist – und wer verpflichtet ist, eine Steuererklärung einzureichen, lesen Sie in diesem Blogbeitrag.

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Bis wann muss ich eine Steuererklärung abgeben?

Das ist schon einfacher: Wer nicht zur Abgabe verpflichtet ist, hat maximal vier Jahre Zeit dafür. Das bedeutet, dass Ihre Steuererklärung für das Steuerjahr 2016 spätestens am 31.12.2020 beim Finanzamt sein muss. Umgekehrt heißt das aber auch, dass Sie auch rückwirkend noch Steuererklärungen abgeben können, und zwar in diesem Jahr für die Steuerjahre 2013, 2014 und 2015. Wählen Sie auf dieser Seite einfach die entsprechenden Steuerjahre.
Wer hingegen vom Gesetz her eine Steuererklärung für 2016 abgeben muss, hat nur Zeit bis zum 31. Mai 2017. Und nur zur Sicherheit auch an dieser Stelle. Falls Sie gehört oder gelesen haben, dass sich diese Frist verlängert, haben Sie prinzipiell richtig gehört. Aber: Erst im Jahr 2019 (für das Steuerjahr 2018) rückt das Abgabedatum zwei Monate nach hinten auf den 31. Juli.

Welche Unterlagen brauche ich?

Auch wenn Ihr Arbeitgeber Ihre Lohnsteuerbescheinigung elektronisch ans Finanzamt geschickt hat, brauchen Sie auch die ausgedruckte Fassung. Prinzipiell können Sie die Lohnsteuerdaten, wie auch einige andere Daten bei den Behörden auch selbst elektronisch abfragen (Stichwort „Vorausgefüllte Steuererklärung“). Das ist aber heutzutage nur mit einiger Vorarbeit möglich.
Ansonsten gilt die einfache Faustregel: Für alles, was Sie von der Steuer absetzen wollen, brauchen Sie entsprechende Nachweise und Belege. Spannender ist schon die Frage, welche Belege Sie mit der Steuererklärung ans Finanzamt schicken müssen. Das „Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahren“ sieht ab diesem Jahr vor, dass immer weniger Belege zum Finanzamt geschickt werden müssen. Im Amtsdeutsch heißt das: „Die generellen Belegvorlagepflichten werden weitgehend durch Vorhaltepflichten ersetzt.“ Noch gibt es aber keine aktuelle Liste, was das konkret bedeutet. Bis dahin sollten Sie einfach auf die Informationen aus diesem Blogbeitrag setzen.

Wie erstelle ich meine Steuererklärung?

Natürlich können Sie Ihre Steuererklärung auch vom Steuerberater machen lassen. Ganz billig ist das nicht – und Ihre Belege müssen Sie auch in diesem Fall zusammensuchen, was oft schon den Großteil der Arbeit bei der Steuererklärung ausmacht. Die clevere Alternative: Machen Sie es mithilfe einer Software selbst. Das geht zum Beispiel mit unserer Online-Lösung smartsteuer nicht nur besonders einfach und schnell – Sie zahlen sogar erst, wenn Sie die Steuererklärung abgeben. Und die Welt kostet das auch nicht…


Jennifer Dittmann Geschrieben von:

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Weiß Ingo sagt:

    Hallo
    Ich hab da mal eine Frage zu den Abgabefristen. Wir haben eine Wohnung die wir vermieten und diese wird von einer Wohnungsverwaltung verwaltet. Diese Verwaltung erstellt die Betriebskostenabrechnung immer sehr spät. Für 2015 erhielten wir diese Anfang Dezember 2016 per Email. Somit konnten wir unsere Steuererklärung 2015 erst im Januar 2017 fertig machen und abgeben. Zweimal mussten wir um eine Fristverlängerung betteln und das jedes Jahr. Was kann man da tun?
    Danke für Ihre Antwort im Voraus.
    Mit freundlichen Grüßen
    Anke und Ingo Weiß

  • Franziska Zachert Franziska Zachert sagt:

    Hallo Ingo, hallo Anke, die Fristverlängerung ist genau das Richtige. Ihr müsst weiterhin Fristverlängerung beantragen oder mit eurem Sachbearbeiter beim Finanzamt sprechen, ob ihr eine dauerhafte Fristverlängerung bekommen könnt.

  • Avatar Rolf Kretzberg sagt:

    Wäre es auch möglich die Betriebskostenabrechnug von z.B. 2015 in der Steuererklärung für 2016 zu erfassen, wenn die Abrechnung nicht rechtzeitig zum Abgabetermin vorlag?

  • Franziska Zachert Franziska Zachert sagt:

    Das würden wir nicht empfehlen. Beantragen Sie lieber eine Fristverlängerung oder fragen Sie bei Ihrem Finanzbeamten nach.

  • Avatar Chris Ku sagt:

    Hallo, ich mache gerade eine Weiterbildung i.H.v.6000EUR, welche im Septemer 2016 angefangen hat und bis Mitte 2018 geht. Beträge á 357 EUR werden monatlich abgebucht. Finanziere das ganze jedoch über Bafög. Die Rückzahlung erfolgt ab 2021. Kann ich für 2016 was ansetzen oder wär das unsinnig, weil ich das über das Bafög erhalten habe, bzw. ich die eigentlichen Aufwendungen ja erst 2021 dafür habe. Vielen Dank vorab, Grüße

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Hallo Chris,
    BaföG wird in der Steuererklärung gar nicht angegeben.
    Zahlungen für eine Weiterbildung kannst du unter Fortbildungskosten ansetzen.

  • Avatar Alex sagt:

    … eine Abgabe lohnt sich auch noch, wenn man in der Kirche ist, da die gezahlte Kirchensteuer als Sonderausgabe abziehbar ist und dementsprechend das Einkommen und dadurch die Einkommensteuerlast senken.

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Stimmt genau. Und wenn man eine Kirchensteuernachzahlung in dem abzugebenden Jahr geleistet hat, wird diese auch noch als Sonderausgabe berücksichtigt.

  • Avatar Heike sagt:

    Ich muss für mein Sohn Kindergeld nachzahlen, Beginn 10.2016 bis 06.2017, kann ich dass als außergewöhnliche Belastung bei der Steuererklärung aufführen?

  • Franziska Zachert Franziska Zachert sagt:

    Hallo Heike, die Rückzahlung des Kindergeldes kann nicht als außergewöhnliche Belastungen berücksichtigt werden.

  • Avatar Feist, Michl sagt:

    Hallo.
    Ich habe meine zweite Steuererklärung nun über diese Seite angefertigt und abgesendet.
    2015 war alles ok.
    2016 war ein Abenteuer im März 16 beim FinAmt in Koblenz.

    Schade das alle Anbieter sich von Win XP verabschiedet haben. Nun lege ich mir die Win 7er Version an.
    UND:
    Warum kann man eigentlich nicht die Kosten von 1 X 72,00 € der Mieterbundhilfe absetzen ?

    Schade. Schöne Zeit noch..

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Leider kann ich die Frage nicht beantworten, da leider nicht klar ist wofür Sie diese Kosten ansetzen wollten.
    Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich gern unseren Support.


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