28.02.2017 · smart steuern ·

Mit einem Umzug Steuern sparen

Es gibt so Dinge, da möchte man irgendwie nicht dran erinnert werden. Ein Umzug gehört für viele ganz sicher in diese Kategorie. Einmal den kompletten Hausstand verpacken (lassen), alles wieder auspacken und aufbauen (gern auch neue Möbel oder eine neue Küche) und dabei gefühlt nichts wieder finden. Dazu kommt oft noch die Renovierung der alten und manchmal auch der neuen Wohnung. Das bedeutet Stress, kostet Zeit und, je nachdem wie viel man machen lässt, auch ganz ordentlich Geld.

Da ist es doch gut zu wissen, dass sich ein Umzug unter Umständen von der Steuer absetzen lässt – und gerade zum 1. Februar 2017 die Umzugskostenpauschale erhöht wurde. Doch was bedeutet das? Wer kann diese Pauschale in Anspruch nehmen? Was ist damit abgedeckt? Die Antworten und noch mehr zum Thema Umzug und Steuern lesen Sie hier.

Jeder Umzug lässt sich absetzen

Das ist doch schon mal eine gute Nachricht. Prinzipiell kann jeder Umzug die Steuerlast senken. Aber: Es gibt erhebliche Unterschiede bei der Art des Umzugs. Ist dieser rein privat, lässt sich weniger absetzen, ist er beruflich bedingt, kann es deutlich mehr sein. Aufmerksame Leserinnen und Leser unseres Blogs ahnen schon, warum das so ist: Ausgaben, die beruflich bedingt sind, lassen sich als Werbungskosten abziehen, private nicht. So viel schon an dieser Stelle: die Umzugskostenpauschale greift nur bei beruflichen bedingten Umzügen.
Für private Umzüge gibt es die Möglichkeit, die Ausgaben für das Umzugsunternehmen als haushaltsnahe Dienstleistungen abzusetzen. 20 Prozent der Arbeits -und Fahrtkosten, maximal aber 4.000 Euro, können Sie bei der Steuererklärung ansetzen. Wichtig: Sie dürfen nicht bar bezahlen – und natürlich brauchen Sie eine Rechnung. Materialkosten, etwa für Umzugskartons oder Decken lassen sich nicht absetzen.
Mehr lässt sich steuerlich herausholen, wenn der Umzug aus gesundheitlichen Gründen erfolgen muss. Bestätigt das ein Amtsarzt, dürfen alle Kosten als außergewöhnliche Belastung abgezogen werden.

Der berufliche bedingte Umzug

Ein Umzug ist beruflich bedingt, wenn Sie einen Job in einem anderen Ort annehmen oder Sie innerhalb eines Unternehmens versetzt werden. Wichtig an dieser Stelle: Bezahlt der Arbeitgeber den Umzug, können Sie natürlich nichts mehr von der Steuer absetzen. Sind Sie des Pendels leid, können Sie einen Umzug auch als berufsbedingt anerkennen lassen. Das gilt entweder, wenn Sie deutlich näher an Ihre Arbeitsstelle ziehen, so dass sich Ihr täglicher Fahrweg für Hin- und Rückstrecke insgesamt um mindestens eine Stunde verkürzt. Oder wenn Sie Ihre Zweitwohnung an der Arbeitsstelle zu Ihrer Erstwohnung machen – und damit die am alten Wohnort aufgeben.

In all diesen Fällen können Sie – auf Nachweis – nicht nur die Kosten für das Umzugsunternehmen absetzen, sondern auch Maklergebühren (die seit kurzem aber vom Vermieter bezahlt werden müssen), Ausgaben für Inserate, Fahrtkosten für Wohnungsbesichtigungen und Kosten, die am neuen Wohnort für den Nachhilfeunterricht der Kinder entstehen.
Die Obergrenze für den Nachhilfeunterricht wird – wie die Umzugskostenpauschale (zu der wir gleich kommen) – jedes Jahr leicht angehoben. Ab dem 1. März 2015 waren das 1.841 Euro, ab dem 1. März 2016 1.882 Euro und jetzt seit dem 1. Februar 2017 sind es 1.926 Euro – jeweils pro Kind.

Die praktische Umzugskostenpauschale

Jetzt fragen Sie sich, wozu es noch eine Pauschale braucht. Nun, bei einem Umzug entstehen ja erfahrungsgemäß weitere Kosten, die bisher noch nicht abgedeckt wurden. Dazu zählen Malerarbeiten, Kücheneinbau, Elektrikerarbeiten… Und an dieser Stelle hat der Gesetzgeber gesagt: Wir entlasten die Umziehenden und fordern hier keine Einzelnachweise. Stattdessen können diese sonstigen Umzugskosten pauschal als Werbungskosten anerkannt werden. Immer dran denken, das gilt ausschließlich bei einem beruflich bedingten Umzug. Die Pauschale wird jährlich leicht erhöht. Stichtag ist dabei der Abschluss des Umzugs.
Wir haben in der Tabelle drei Zeiträume aufgeführt. Wer etwa im Februar 2016 umgezogen ist – und das für die kommende Steuererklärung absetzen will – muss in die linke der drei Spalten mit Eurobeträgen schauen:

  ab 01.03.2015 ab 01.03.2016 ab 01.02.2017
Ehepaare 1.460 Euro 1.493 Euro 1.528 Euro
Singles 730 Euro 746 Euro 764 Euro
weitere (etwa Kinder) 322 Euro 329 Euro 337 Euro


Und abschließend: Wer denkt, dass seine Ausgaben für sonstige Umzugskosten über der Pauschale liegen, kann diese auch absetzen, muss aber alles belegen können.


Stefan Heine Geschrieben von:

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Anne sagt:

    Ich habe einen privaten Umzug vor mir. Ein Umzugsunternehmen macht zur Bedingung, dass gleich nach dem Abladen per EC-Karte bezahlt wird. Das würde dann das Finanzamt wie eine Überweisung anerkennen. Stimmt diese Aussage?

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Diese Aussage ist konform mit dem Gesetz: „Voraussetzung […] ist, dass der Steuerpflichtige für die Aufwendungen eine Rechnung erhalten hat und die Zahlung auf das Konto des Erbringers der Leistung erfolgt ist.“

  • Avatar Maxie sagt:

    Der Umzug kann in Deutschland von der Steuer abgezogen werden? Dies ist bei uns in der Schweiz leider nicht so. Wir sind im Februar mit Wagner Umzüge umgezogen. Der Preis war marktkonform, trotzdem kommt da natürlich schon was zusammen, so dass ich dies gerne steuerlich geltend machen würde, leider geht dies bei uns nicht…

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Ja, ein beruflich bedingter Umzug kann unter bestimmten Voraussetzungen als Werbungskosten angesetzt werden.

  • Avatar Lisa Rose sagt:

    Neulich habe ich mich diesbezüglich erkundigt und es hieß, dass ich einen Umzug nicht steuerlich absetzen könnte. Nun bin ich etwas verwirrt, denn ich war mir ziemlich sicher, dass man einen Umzug steuerlich geltend machen kann. Gut, dass ich noch auf euren Artikel gestoßen bin.

  • Avatar R. Franke sagt:

    Ein hilfreicher Beitrag.


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