05.05.2017 · smart steuern ·

Warum Sie die Steuererklärung pünktlich abgeben sollten

Vielleicht haben Sie sich auch schon mal gefragt: Was passiert eigentlich, wenn man seine Steuererklärung zu spät abgibt? Irgendeine Form der Bestrafung ist natürlich wahrscheinlich, denn warum gibt es denn überhaupt Fristen für die Abgabe. Wie das aber im Moment genau aussieht und was die Zukunft bringt – Sie erfahren es in diesem Artikel.

Nicht jeder muss, aber jeder sollte

Von der Frist 31. Mai haben die meisten Steuerzahler schon mal gehört. Bis dahin muss die Steuererklärung beim Finanzamt sein. Doch einige wissen vielleicht noch nicht, dass das nur die betrifft, die zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet sind. Wir haben hier im Blog schon öfter darüber geschrieben, wer überhaupt die Erklärung machen muss. Dazu gehören unter anderem alle Selbstständigen, Ehepaare mit Ehegattensplitting (Steuerklassen III und V), wer Lohnersatzleistungen bezogen hat, wer bei mindestens zwei Arbeitgebern gleichzeitig beschäftigt war oder wenn das Finanzamt dazu auffordert. Ausführlich können Sie das zum Beispiel in diesem Blogartikel nachlesen.
Wer nicht verpflichtet ist, sollte es aber trotzdem tun. Denn meist bekommen gerade die freiwilligen Abgeber Geld vom Staat zurück. Für die gelten dann übrigens auch ganz entspannte Fristen. Bis zu vier Jahre haben sie Zeit für die Abgabe, bei smartsteuer finden Sie die entsprechenden Steuererklärungen hier.

Fristverlängerung als Notlösung

Wenn Sie als „Pflichtabgeber“ schon absehen können, dass das mit dem 31. Mai nichts wird, bleibt Ihnen eine Fristverlängerung. Die können Sie bis zu diesem Datum beim Finanzamt beantragen, allerdings müssen Sie gewichtige Gründe vorbringen, zum Beispiel noch fehlende Unterlagen, lange Krankheit oder ein Auslandsaufenthalt. Meist setzt das Finanzamt dann die Frist auf den 30. September. Das gilt übrigens noch in diesem und dem nächsten Jahr. Ab 2019 gibt es eine Fristverlängerung nur noch, wenn Sie persönlich nichts für die verspätete Abgabe können. Allerdings ist die Abgabe ab 2019 auch generell bis zum 31. Juli möglich.

Sollte es zeitlich eng werden, helfen Mustervorlagen für das formlose Schreiben an das Finanzamt. Noch einfacher geht es allerdings mit unserem Chatbot auf Facebook.

Wenn Sie Ende September noch immer nichts zum Finanzamt geschickt haben, gibt es noch eine letzte Mahnung mit einer allerletzten Frist. Ein Verspätungszuschlag ist zu diesem Zeitpunkt schon möglich. Der steigt, je länger Sie mit der Abgabe warten. Reagieren Sie auch nicht auf die letzte Mahnung der Finanzbehörde, wird diese eine Steuerschätzung vornehmen und danach einen Steuerbescheid erlassen. Und der wird ganz sicher eher ungünstig für Sie ausfallen…
Es gibt noch eine andere Möglichkeit, die Frist zu verlängern: Ziehen Sie für die Steuererklärung einen Steuerberater oder einen Lohnsteuerhilfeverein hinzu, muss die Erklärung erst am 31.12. beim Finanzamt sein. Statt Verspätungszuschlag müssen Sie dann aber für diese Dienstleistung zahlen. Geld, dass Sie sich hätten sparen können, wenn Sie Ihre Steuererklärung pünktlich mit smartsteuer gemacht hätten.

Wie viel kostet die verspätete Abgabe?

Im Moment ist der Verspätungszuschlag eine Kann-Bestimmung. Der jeweilige Finanzbeamte kann ein Zwangsgeld erheben – bis zu 10 Prozent des Steuerbetrags, höchstens allerdings 25.000 Euro. Meist wird ein Zwangsgeld angedroht, wenn Sie die letzte Frist nicht einhalten. Geben Sie bis dahin aber Ihre Steuererklärung ab, müssen Sie nichts zahlen. Verlassen sollten Sie sich aber trotzdem nicht darauf. Diese Kann-Regelung greift auch noch im nächsten Jahr.
Ab 2019 wird es aber anders laufen. Wer die entsprechende Frist verpasst, muss für jeden Monat 0,25 Prozent der festgesetzten Steuer zahlen, mindestens jedoch 25 Euro. Das soll automatisiert laufen, ohne Ausnahmen. Die Höchstgrenze von 25.000 Euro bleibt erhalten.
Die guten Nachrichten zum Schluss: Wer bei verspäteter Abgabe gar keine Steuer nachzahlen musste, sondern sogar Geld zurückbekommt, zahlt auch keine Strafe. Und wer rückwirkend aufgefordert wird, erstmals eine Steuererklärung einzureichen (etwa Rentner), muss auch keine Verspätungszuschlag zahlen.

Zusammenfassung: Wer zur Abgabe der Steuererklärung verpflichtet ist und diese zu spät abgibt, muss mit einem Verspätungszuschlag rechnen.

Jennifer Dittmann Geschrieben von:

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Rico sagt:

    Baden-Württemberg verlängert die Abgabefrist für die Steuererklärung 2017 auf den 31.7.2018.
    Gilt dies nur für die Abgabe mit der eigentlichen ELSTER
    oder greift dies auch bei Abgabe mit smartsteuer?

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Guten Morgen,

    in Badem-Württember gilt ür elektronisch eingereichte Steuererklärungen zum Jahr 2017 eine verlängerte Abgabefrist. Der Abgabetermin wurde um zwei Monate nach hinten verschoben – auf den 31. Juli 2018. Da smartsteuer die ELSTER-Schnittstelle nutzt, gilt die verlängerte Frist auch bei Abgabe mit smartsteuer. In der Vergangenheit wurde dies auch nie beanstandet.

  • Avatar Rico sagt:

    Sehr geehrter Herr Heine,

    für Ihre rasch erfolgte, verlässliche Antwort möchte ich mich bedanken.
    Haben Sie gute Tage.

    Freundlich grüßt
    Rico


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