16.05.2017 · smart steuern ·

Die Werbungskosten im Endspurt

Nun haben wir schon den Mai. Und mal abgesehen von den ganz vorbildlichen smartsteuer-Nutzern, die schon längst ihre Steuererklärung abgegeben haben, sind da wohl noch recht viele, die so langsam loslegen müssen. Denn in diesem (und im nächsten) Jahr ist der Stichtag für die Abgabe der 31. Mai. Eine der größten Steuersparquellen sind die Werbungskosten, weshalb wir Ihnen heute zeigen wollen, was alles darunter fällt.

Pauschale von 1.000 Euro

Als Werbungskosten versteht man ganz allgemein alle Ausgaben, die im Zusammenhang mit der Arbeit entstehen. Und weil das ein recht weites Feld ist, gibt es für Arbeitnehmer schon mal die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro. Die kann jeder ohne jeglichen Nachweis über die tatsächlichen Ausgaben geltend machen. Aber: der Staat rechnet aus gutem Grund damit, dass viele es deshalb dabei belassen. Denn sehr oft kommen Arbeitnehmer locker über diese magische Grenze. Wenn Sie also die Werbungskosten nicht detailliert erfassen, verzichten Sie auf Geld – und schenken es dem Staat. Und das wollen Sie doch bestimmt nicht. Wir haben für Sie die Werbungskosten in drei Gruppen zusammengefasst: Mobilität, Bildung & Job und Sonstiges.

Werbungskosten in der Mobilität

Hier finden Sie Werbungskosten, die etwas mit Bewegung im weitesten Sinne zu tun haben.

  • Fahrtkosten zur Arbeit: Ganz egal wie Sie zu Ihrer Arbeitsstätte kommen, Sie können eine Kilometerpauschale in Höhe von 0,30 Euro pro Kilometer für die einfache Strecke (nicht Hin- und Rückweg) ansetzen. Bei normalerweise 220 Arbeitstagen im Jahr und einer Entfernung von mindestens 16 Kilometern kommen Sie schon über die 1.000 Euro der Werbungskostenpauschale. Ausführlich können Sie das in diesem Blogbeitrag nachlesen.
  • Reisekosten: Verreisen Sie dienstlich – und Ihr Arbeitgeber bezahlt das nicht – können Sie alle Aufwendungen von der Steuer absetzen: Fahrtkosten, Übernachtung und Verpflegung. Das kann sogar klappen, wenn Sie das mit einem Urlaub verbinden.
  • Unfallkosten: Diese können Sie bei einem Unfall während beruflicher Fahrten und auf der Strecke zur Arbeit absetzen.
  • Doppelte Haushaltsführung: Sie haben eine Zweitwohnung am Beschäftigungsort und pendeln nur am Wochenende zu Ihrer Familie? Dann lassen sich die zusätzlichen Unterkunftskosten und einiges mehr absetzen. Was genau dazu gehört, finden Sie ganz schnell in diesem Blogartikel.  
  • Umzugskosten: Wenn Sie aus beruflichen Gründen sogar umziehen müssen – und der Chef das nicht zahlt – können Sie das von der Steuer absetzen. Das gilt sogar für einen  möglichen Nachhilfeunterricht für die Kinder am neuen Wohnort. Mehr Details, auch zur Umzugskostenpauschale, gibt es in diesem Blogpost.
  • Bahncard: Verreisen Sie öfter beruflich mit der Bahn – die Fahrten zur Arbeit sind damit nicht gemeint – können Sie die Kosten für eine Bahncard absetzen.

Werbungskosten im Bereich Bildung & Job

An dieser Stelle finden Sie Werbungskosten, die mit Arbeitsmitteln, Ausbildung, Weiterbildung, und Bewerbung zu tun haben.

  • Arbeitsmittel: Dazu gehören Dinge, die Sie für Ihren Job brauchen: zum Beispiel Fachbücher und Fachzeitschriften, Werkzeuge, Computer/Laptop, Telefon, typische Berufskleidung und eine Arbeitstasche. Einige davon können Sie nur anteilig absetzen, etwa einen Computer oder die Telefonkosten. Wichtig: Kostet ein Arbeitsmittel mehr als 487,90 Euro, müssen Sie es über die vorgeschriebene Nutzungsdauer abschreiben.
  • Arbeitszimmer: Hier stehen die Chancen sehr, sehr schlecht. Sie können das Arbeitszimmer nur von der Steuer absetzen, wenn Sie für den Job keinen anderen Arbeitsplatz haben oder der Raum der Mittelpunkt ihres beruflichen Lebens ist. Eine teilweise Nutzung, etwa für Arbeitnehmer, die zwei Tage die Woche im Home Office arbeiten, kommt nicht in Frage. Ein Urteil des Bundesfinanzhofs bestätigte das im letzten Jahr.  
  • Berufsausbildung: Die Kosten für eine zweite Ausbildung (bei Studenten ist das zum Beispiel auch das Masterstudium nach dem Bachelor) lassen sich als Werbungskosten absetzen. Für die erste Ausbildung sieht es Stand jetzt nicht so gut aus, aber es steht noch eine höchstrichterliche Entscheidung aus. Achtung Studenten: smartsteuer bietet eine spezielle Version für sie. Mehr Infos unter diesem Link.
  • Weiterbildung: Lehrgänge, Seminare, Sprachkurse und ähnliches können Sie absetzen, wenn sie mit Ihrem Beruf zu tun haben.
  • Bewerbungen: Auf zu neuen Ufern? Dann können Sie alle Kosten im Zusammenhang mit Bewerbungen steuerlich anrechnen.

Sonstige Werbungskosten

Abschließend noch Werbungskosten, die nicht in die ersten beiden Kategorien fallen.

  • Feier: Sie haben einen runden Geburtstag oder ein Dienstjubiläum? Dann können Sie die Kosten für eine Feier im Kollegenkreis unter Umständen absetzen. Wie das genau aussieht, können Sie an diesem Beispiel sehen.
  • Kontoführung: Hier werden in der Regel 16 Euro als Werbungskosten anerkannt.
  • Beiträge: Arbeitnehmer können zum Beispiel den Gewerkschaftsbeitrag oder den Beitrag für einen Berufsverband absetzen.
  • Versicherung: Das betrifft nur Versicherungen, die unmittelbar mit dem Job zu tun haben, etwa eine Berufshaftpflicht.

Zusammenfassung: Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, ihre Werbungskosten von der Steuer abzusetzen. 1.000 Euro gibt es als Werbungskostenpauschale, doch viele erreichen höhere Beträge.


Juliane Bunte Geschrieben von:

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LETZTE BEITRÄGE

Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Avatar Stefan sagt:

    Hallo,
    eine Frage zu der Pauschale und Smartsteuer. Ich weiß aus Erfahrung, dass ich die 1.000 Euro nicht mal annähernd erreiche. bisher habe ich das trotzdem immer bei Smartsteuer eingetragen, dann wurden aber auch immer die 1.000 Pauschale erfasst und nicht meine eingetragene Werte (was ja auch richtig ist).
    Meine Frage: wenn ich weiß, dass ich die 1.000 E nicht erreiche, kann ich mir das eintragen dann einfach komplett sparen und die 1.000 werden in jedem Fall von der Software und vom Finanzamt angerechnet?

  • Franziska Zachert Franziska Zachert sagt:

    Hallo Stefan, wenn du Arbeitnehmer / Angestellter bist und du die 1.000 Euro nicht erreichst, rechnet smartsteuer automatisch mit dem Pauschbetrag von 1.000 Euro und du kannst dir das eintragen sparen.

  • Avatar Bolong Jiang sagt:

    Hallo,

    weil ich Auslaender bin, verstehe ich nicht ganz, worum es geht.

    Meine Frage ist, ob ich die Werbungskosten noch bezahlen muss.

    Wenn ja, bitte geben Sie mir die Bankdaten und ich kann weiter ueberweisen.

    Beste Gruesse und vielen Dank fuer die Antwort.

    Bolong Jiang

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Werbungskosten sind in diesem Fall Kosten, die im Zusammenhang mit einer Arbeit als Angestellter entstehen.
    Die Kosten sind also bereits bezahlt. Bei der Steuerberechnung können diese berücksichtigt und deshalb angegeben werden.
    Wenn die Werbungskosten über 1.000€ liegen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass eine Erstattung bei der Steuererklärung heraus kommt.

  • Avatar Stephanie Bätz sagt:

    Hallo,

    benötige ich für die Reinigung von Arbeitskleidung einen Beleg (z.B. Zusammefassung Excel Tabelle) oder reicht es aus, wenn ich den errechneten Betrag eintrage?

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Kosten für die Reinigung zu Hause können mit Pauschalen geltend gemacht werden. In smartsteuer lässt sich das bequem eintragen.
    Bei Kosten für eine Textilreinigung kann das Finanzamt die Quittungen verlangen.

  • Avatar Christine sagt:

    Hallo !!
    Ich habe unter Werbungskosten meine Fahrkosten zur Arbeit Eingetragen,
    Es wird aber nicht angerechnet in der Smart Steuer
    Da ich mehr als 2000€im Jahr wäre es schade was kann ich tun?

  • Stefan Heine Stefan Heine sagt:

    Hallo,

    leider bekommen Sie die Werbungskosten nicht direkt erstattet. Die Werbungskosten mindern nur den Betrag von dem Ihre Steuer berechnet wird.

    Die errechnete Steuer wird dann mit der bereits gezahlten Steuer (zB Lohnsteuer) verglichen und die Differenz wird erstattet. Gerne können Sie sich auch an unseren Support unter hilfe@smartsteuer.de wenden.


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