28.08.2017 · smart leben ·

Jetzt geht’s los: Azubis und Steuern

Die Schule ist endlich vorbei – und schon beginnt der Ernst des Lebens. Hunderttausende junge Leute beginnen in diesen Tagen ihre Ausbildung. Für viele ist das der erste große Einschnitt im Leben: (Berufs-)Schule gibt es zwar weiterhin, hinzu kommen aber die praktische Ausbildung, neue Azubi-Kollegen, unter Umständen ein neuer Wohnort und damit erstmals nicht mehr im Elternhaus sein. Und damit nicht genug: Für viele ist es auch der erste Kontakt mit dem leidigen Thema Steuern. Wir erklären angehenden und auch allen anderen Azubis, worauf es bei den Steuern ankommt und verraten zudem Eltern, auf was sie nun steuerlich achten sollten.

Aller Anfang ist … nicht so schwer

Das erste richtige Gehalt, da ist die Freude natürlich groß. Doch wer verdient, ist erst mal auch steuerpflichtig. Aber keine Angst, die meisten Azubis müssen trotzdem keine Steuern zahlen. Doch der Reihe nach. Vor Beginn der Ausbildung braucht der Ausbildungsbetrieb unbedingt die Steuer-Identifikationsnummer des Auszubildenden. Die hat jeder schon vor Jahren mal per Post geschickt bekommen (ungefähr im Jahr 2008), es ist eine elfstellige Zahl. Wer die nicht mehr finden kann, muss sich an das Bundeszentralamt für Steuern wenden – und die Steuer-ID erneut anfordern. Das geht am schnellsten über diesen Link. Zusätzlich braucht der Betrieb noch Ihr Geburtsdatum, ob Sie kirchlich gebunden sind sowie die Angabe, ob es sich um Ihr erstes Dienstverhältnis handelt – das sollten Sie im Regelfall mit Ja beantworten können.
Anhand dieser Angaben kann Ihr Arbeitgeber die sogenannten Lohnsteuerabzugsmerkmale elektronisch abrufen – und dementsprechend Ihre Lohnabrechnung mit den richtigen Eckdaten (etwa der Steuerklasse) erstellen.

Steuern nur für Azubi-Spitzenverdiener

Vom monatlichen Azubi-Gehalt wird dann die fällige Lohnsteuer berechnet. Und siehe da: In vielen Fällen steht da Nullkommanix, also 0,00 Euro. Warum? Nun, jeder Steuerpflichtige hat einen Freibetrag, der immer steuerfrei ist. Und das bedeutet, dass ein unverheirateter Azubi in Steuerklasse I (dürfte eher der Normalfall sein) rund 1.000 Euro im Monat verdienen kann – und keinen Cent an Steuern zahlen muss. Klingt doch gut. Und was ist mit den Glücklichen die vierstellig verdienen? Denen wird erst einmal Lohnsteuer vom Gehalt abgezogen. Aber es gibt auch eine gute Nachricht. Denn unter Umständen lässt sich die Steuer – oder zumindest ein Teil davon – über die Steuererklärung im Folgejahr wieder zurückholen. Und bevor gleich das große Stöhnen beginnt („Das kann ich doch eh nicht“) – mit unserer Online-Lösung smartsteuer geht es wirklich einfach, schnell und verständlich.
Der Knackpunkt liegt bei den Werbungskosten
. Wie „normale“ Arbeitnehmer hat die auch ein Azubi. Dazu gehören Fahrtkosten zum Ausbildungsbetrieb und/oder zur Berufsschule, Fachliteratur, Büromaterial, ein selbst bezahlter Computer, der für die Ausbildung notwendig ist oder typische Berufsbekleidung. Kommen dabei mehr als 1.000 Euro im Jahr zusammen, wird im Regelfall eine Steuererstattung fällig. Das liegt daran, dass es eine Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro gibt. Die ist schon im Bruttolohn eingerechnet, wer aber höhere Werbungskosten vorweisen kann, kriegt Geld zurück. Also immer schön die Belege und Quittungen sammeln – es kann sich lohnen.

Und wie sieht es für die Eltern aus?

Auch wenn das Kind jetzt eigenes (Azubi-) Geld verdient, haben die Eltern Anspruch auf Kindergeld oder die Freibeträge für Kinder, solange diese in der ersten Ausbildung (nach der Schule) stecken und noch keine 25 Jahre alt sind. Wenn das Kind volljährig ist und nicht im Heimatort seine Ausbildung macht (und dort auch unter der Woche wohnt) – können die Eltern in ihrer Steuererklärung außerdem einen Ausbildungsfreibetrag von 924 Euro geltend machen.

Nun kann eigentlich nichts mehr schiefgehen, viel Glück allen Azubis beim Start in ein neues Leben!

 

      

Jennifer Dittmann Geschrieben von:

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