15.12.2017 · smart steuern ·

Steuer-ABC: C wie Computer & Co.

Die dritte Folge unseres kleinen Steuer-ABC dreht sich um den Computer und alles was dazu gehört. Damit meinen wir auch Drucker, Telefon, Handy (Smartphone) sowie Telefon- und Internetkosten. Viele nutzen diese Geräte auch beruflich und es stellt sich die Frage: Was lässt sich davon bei der Steuer absetzen?

Grundsätzliche Aufteilung

Schnell am Abend zu Hause noch die E-Mails aus der Firma abrufen, im Netz recherchieren oder berufliche Gespräche auf dem eigenen Handy oder zu Hause mit dem Festnetztelefon führen – für viele Angestellte ist noch nicht Feierabend, wenn Sie die Firma verlassen. Und immer mehr nutzen auch die Chance auf zumindest tage- oder stundenweises Home-Office.
Prinzipiell gilt: Alle Kosten für Geräte und Verbindungskosten lassen sich absetzen, wenn sie beruflich bedingt sind. Wer also etwa außer seinem privaten Smartphone noch ein zweites (privat angeschafftes) ausschließlich für die dienstliche Nutzung hat, kann sowohl dieses „Job-Smartphone“ als auch die laufenden Kosten von der Steuer absetzen. Der Regelfall ist das aber nicht, meist wird das Handy sowohl dienstlich als auch privat genutzt – und das gilt auch für die anderen Dinge. Es gilt also zu ermitteln, wie hoch der berufliche Anteil der Nutzung ist – nur den kann man schließlich als Werbungskosten von der Steuer abziehen. Da das in der Regel nicht so einfach ist (wie lange sitzt man etwa privat oder dienstlich am Computer?), gibt es für solche Fälle meist pauschale Werte und Anteile.

Der Kauf der Geräte – steuerliche Änderung ab 1. Januar 2018

Generell gilt, unabhängig wie hoch der berufliche Anteil der Nutzung ist: Kaufen Sie einen Computer, ein Smartphone oder ein anderes technisches Gerät, das Sie auch beruflich nutzen, können Sie die Kosten sofort absetzen, wenn es nicht mehr als 487,90 Euro (410 Euro netto) gekostet hat. Ist es teurer, müssen Sie es über die sogenannte Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren abschreiben, das heißt, Sie können bei drei Jahren jeweils ein Drittel pro Jahr absetzen. Wenn das bei Ihnen der Fall sein sollte, warten Sie noch bis ins neue Jahr. Denn: Die Grenze der sofortigen Absetzbarkeit steigt ab dem 1. Januar 2018 deutlich an: auf 952 Euro (800 Euro netto)!
Aber wie wird nun der berufliche Anteil ermittelt?

  • Computer: Sie können zum Beispiel aufzeichnen, wie Sie den Computer (oder das Notebook) nutzen und so über drei Monate ermitteln, wie hoch der Anteil ist. Kommen Sie zum Beispiel auf 60 Prozent berufliche Nutzung, können Sie 60 Prozent der Kosten absetzen. Meist ist das aber nicht so einfach zu ermitteln. Wenn Sie den passenden Beruf haben und Ihnen Ihr Arbeitgeber bescheinigt, dass Sie den Computer auch viel beruflich nutzen, können Sie in der Regel 50 Prozent der Kosten absetzen. Das gilt auch für einen Drucker, wenn Sie damit auch viel dienstlich ausdrucken.
  • Smartphone/Telefon: Hier ist es die gleiche Prozedur. Entweder über drei Monate genaue Erfassung der beruflichen und der privaten Nutzung oder aber auf die Pauschale von 50 Prozent setzen. Auch hier kann die 50-Prozent-Regel greifen, wenn Ihr Beruf eine große berufliche Nutzung verlangt.
  • Software/Apps: Kaufen Sie Programme, die Sie für Ihren Beruf brauchen, können Sie diese zu 100 Prozent absetzen.

 

Was ist mit den laufenden Kosten?

Nun, früher war das schon mal einfacher, da wurden einfach die privaten und beruflichen Anruf- bzw. Internetkosten hergenommen, fertig. Heute in Zeiten von Pauschaltarifen (Flatrates), ist das nicht ganz so einfach. Sie haben wie bei den Anschaffungskosten zwei Möglichkeiten. Entweder protokollieren Sie alles über drei Monate und ermitteln so den beruflichen und den privaten Anteil. Ist Ihnen das zu viel – oder die berufliche Nutzung ist gar nicht so riesengroß, können Sie auch hier auf Pauschalen setzen. In der Regel erkennt das Finanzamt 20 Prozent, aber höchstens 20 Euro im Monat an. Wenn Sie also für Ihren Handy-Vertrag 60 Euro im Monat zahlen, können Sie in diesem Fall 12 Euro pro Monat absetzen, hinzu kommt noch der Festnetzanschluss (Internet- und Festnetz-Flatrate), für die Sie 40 Euro im Monat zahlen. Davon können Sie 8 Euro absetzen. Fallen Reparaturen an, gilt die gleiche Aufteilung.

Zusammenfassung: Ihre privaten technischen Geräte und die laufenden Kosten können Sie als Werbungskosten von der Steuer absetzen, wenn Sie eine – zumindest teilweise – berufliche Nutzung nachweisen können.  

In der nächsten Folge geht es um Dividenden & Co (Kapitaleinkünfte).

Bisher im Steuer-ABC:

 

Theresa Voigt Geschrieben von:

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