05.01.2018 · smart steuern ·

Das ändert sich 2018 bei den Steuern

Zuerst wünschen wir Ihnen ein gesundes neues Jahr, liebe Leserinnen und Leser unseres Blogs. Wir hoffen, Sie hatten wie wir entspannte Festtage und sind gut in 2018 gelandet. Und weil wir Sie wie gewohnt auf dem Laufenden halten wollen, schreiben wir heute, was sich in diesem Jahr so alles ändern wird. Eine Konstante wird es hoffentlich geben: Deutschland soll natürlich auch am Jahresende der amtierende Fußballweltmeister sein…
Kommen wir aber nun zu den ernsten Themen, denn steuerlich tut sich in der Tat eine ganze Menge.

Die Einkommensteuer

Als Arbeitnehmer sollten Sie es am Monatsende auf Ihrem Lohnzettel sehen. Aber bevor Sie jetzt gleich den Champus aufmachen, lesen Sie bitte weiter. Denn das Netto wird nur ein klein wenig steigen. Warum? Die Einkommensteuer sinkt aus zwei Gründen: Erstens steigt der Grundfreibetrag von bisher 8.820 auf 9.000 Euro, das heißt, bis zu 9.000 Euro sind jetzt steuerfrei. Das sorgt dafür, dass – bei gleichbleibendem Brutto – die Steuerlast etwas sinkt. Zweitens werden die Steuersätze auch noch an die Inflation angepasst, aber Inflation hatten wir zuletzt nicht so viel. Wer Kinder hat, erhält zudem einen erhöhten Freibetrag (von 4.716 auf 4.788 Euro). Es geht daher dann wirklich leider nur um wenige Euro weniger an Steuern im Monat. Hoffen wir mal, dass eine neue Regierung das dann besser hinbekommt.
Weil wir gerade beim Lohnzettel sind: Auch der Rentenbeitrag sinkt minimal von 18,7 auf 18,6 Prozent. Von den Krankenkassen war zumindest nichts von Beitragssteigerungen zu hören. Der Wermutstropfen: Die Beitragsbemessungsgrenzen steigen sowohl bei Kranken- und Pflegeversicherung (von 52.200 auf 53.100 Euro) als auch bei Renten- und Arbeitslosenversicherung an. Bei letzteren von 67.200 auf 69.000 Euro im Osten und von 76.800 auf 78.000 Euro im Westen. Wer im Bereich dieser Grenzen oder darüber liegt, muss leider höhere Beiträge zahlen.

Die Steuererklärung

Wir hatten ja in den letzten beiden Jahren immer mal wieder geschrieben, dass sich da einiges tun wird in den nächsten Jahren. Seit 2017 müssen Sie bei der Steuererklärung nicht mehr Ihre gesammelten Belege ans Finanzamt schicken. Aus der Belegpflicht wurde eine Belegvorhaltepflicht – Sie müssen alle Quittungen und Belege weiterhin sammeln – und gut aufbewahren. Denn das Finanzamt kann sie jederzeit anfordern. Achtung: Ganz wichtige und vielleicht auch für das Finanzamt überraschende Belege, etwa Umzugskosten oder eine größere Spende, sollten Sie dann doch immer noch lieber mitschicken.
Die Steuererklärung muss übrigens im Regelfall immer noch am 31.  Mai abgegeben werden. Erst 2019 haben Sie zwei Monate mehr Zeit für die Steuererklärung 2018.

Große Änderungen bei Fonds

Hier gilt: Die verschiedenen Fonds werden jetzt alle nach der gleichen Systematik besteuert – das war bisher anders. Es wird jährlich Abgeltungssteuer fällig, aber es kommen auch Freibeträge zum Tragen. Im Regelfall müssen Sie sich um nichts kümmern, die Bank berechnet Steuern und führt sie ab. Zudem gibt es keinen Bestandsschutz mehr für Fonds, die vor 2009 erworben worden sind. Dafür aber immerhin einen großen Freibetrag von 100.000 Euro. Wer betroffen ist, sollte unbedingt diesen Blogbeitrag aus dem letzten Dezember lesen.

Computer und Smartphone auf einen Rutsch absetzen

Bisher konnten Sie sogenannte geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) nur bis zu einer Grenze von 487,90 Euro (410 Euro netto) sofort absetzen. Lagen Sie darüber, etwa bei einem neuen Computer, einem Smartphone oder einem Schreibtisch, mussten Sie diese über mehrere Jahre abschreiben. Zum 1. Januar 2018 wurde die „GWG-Grenze“ nahezu verdoppelt! Ab sofort lassen sich GWG bis zu 952 Euro (800 Euro netto) komplett einmalig absetzen. Warum das gut ist, lesen Sie in diesem Artikel.

Gute und schlechte Nachrichten für Rentner

Auch 2018 werden die Renten wieder steigen, wie immer zur Jahresmitte und voraussichtlich um rund 3 Prozent. Aber: Wer dieses Jahr in Rente geht, muss 76 Prozent der Rente versteuern. Im letzten Jahr waren es noch 74 Prozent, im nächsten 78 Prozent. Das hängt mit dem Umbau des Rentensystems zusammen, das ab 2040 eine komplette Besteuerung der Renten vorsieht. Wie das konkret aussieht – und warum auch 2018 immer mehr Rentner eine Steuererklärung machen müssen, lesen Sie zum Beispiel in diesem Blogbeitrag. Tipp: Auch Rentner können ihre Steuererklärung mit unserer Online-Lösung smartsteuer machen. Das geht besonders schnell und einfach.

Zusammenfassung: Die Einkommensteuer sinkt geringfügig, bei Fonds ändert sich viel, berufsbedingte Anschaffungen lassen sich besser absetzen und bei der Steuererklärung müssen Sie nur noch die allernötigsten Belege ans Finanzamt schicken.

 

Jennifer Dittmann Geschrieben von:
ein Kommentar

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Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Hans-Gerd Hoffmann sagt:

    Schlechte Nachrichten für Rentner

    Viele haben vergessen, warum Rentner ab 2005 überhaupt ihre Rente versteuern müssen. Die „Schuld“ hierfür liegt bei drei Beamten, die vor dem
    Bundesverfassungsgericht geklagt haben: Sie wollten mit ihren üppigen monatlichen Pensionen, die sie versteuern müssen, den Rentnern gleichgestellt werden, die ihre Rente ja auch nicht versteuern müssen.

    Doch da hat das Bundesverfassungsgericht nicht mitgemacht, die Beamten müssen auf ihre Pensionen weiter Steuern zahlen. Doch damit nicht genug. Die Verfassungsrichter nahmen ihre Entscheidung zum Anlass, dass künftig auch die Rentner ihre Rente versteuern müssen. Eine entsprechende Auf-forderung erging an den Gesetzgeber.

    Problem: Was soll mit den Rentnern geschehen, die bis Ende 2004 bereits Rente erhalten?

    Alle Rentner, die bis Ende 2004 bereits eine gesetzliche Rente erhalten, müssen ab 01.01.2005 nur 50 % ihrer Rente versteuern, so lange sie leben.

    Beginnt die gesetzliche Rente im Jahr 2005, müssen Rentner (plus 2 %) bereits 52 % ihrer gesetzlichen Rente versteuern, so lange sie leben; d.h.
    Rentenbeginn in 2006 (54 %), 2007 (56 %), 2008 (58), 2009 ( 60 %) und so weiter, ergo pro weiteres Jahr jeweils 2 %. Das wiederum bedeutet für die jüngere Generation, ab 2030 müssen Rentner (wie Beamte) ihre Rente zu
    100 % versteuern.

    Dank des Bundesverfassungsgerichts stehen sich Beamte, die keine Rentenbeiträge in eine gesetzliche „Pensionskasse“ leisten müssen, mit ihrer üppigen Pension aus Steuergeldern wieder besser.

    Doch damit ebenfalls nicht genug. Der ehemalige Bundesfinanzminister W. Schäuble (CDU) mit Wahlkreis Offenburg hatte zur Rentenbesteuerung eine perfide Idee:
    Alle Rentner müssen allerdings ihre jährliche Rentenerhöhung, die ab 01.01.2005 gewährt wird, zu 100 % versteuern.

    Beispiel:
    Ein Rentner hat bis zum 31.12.2004 eine Rente iHv. 1.500,00 €/monatlich. Hiervon muss er ab 01.01.2005 die Hälfte, nämlich 750,00 €/monatlich, versteuern. Zum 01. Juli 2005 wird die Rente um 2,3 % erhöht:
    2,3 % von 1.500 Euro ergeben 34,50 €.
    Das bedeutet: der Rentner muss für das Jahr 2005 versteuern:
    1. die Hälfte der Rente iHv. 750,00 € mit 50 %,
    2. die Erhöhung iHv. 34,50 € mit 100 %, dank Herrn Schäuble.


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