13.02.2018 · smart steuern ·

Steuer-ABC: J wie Jobticket und andere steuerfreie Leistungen

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Wenn Ihnen aber der Arbeitgeber etwas schenkt, sollten Sie lieber genauer hinschauen. Ganz egal, ob es sich um „Sachbezüge“, „Aufmerksamkeiten“ oder andere finanzielle Zusatzleistungen handelt. Bei vielen dieser Extras zum Gehalt gibt es feste Grenzen, bis zu denen diese tatsächlich steuer- und auch sozialversicherungsfrei sind. Wir sagen Ihnen, was der Chef Ihnen Gutes tun kann, ohne dass Sie dafür auch nur einen Cent dazu bezahlen müssen.

Sachbezüge: bis 44 Euro pro Monat

Es kann eine gute Motivationsspritze vom Chef sein: ein Jobticket etwa, ein Tankgutschein, die Mitgliedschaft im Fitness-Studio oder ein allgemeiner Warengutschein. Aber: Diese Sachzuwendungen dürfen pro Monat höchstens 44 Euro kosten. Lässt der Arbeitgeber mehr springen, kann es ärgerlich werden, denn dann muss der gesamte Betrag (und nicht nur der Betrag über den 44 Euro) vom Angestellten versteuert werden. Auch Sozialversicherungsbeiträge sind dann zu zahlen. Wichtig ist zum Beispiel auch, dass das Jobticket monatlich gezahlt wird. Auf eine Jahreskarte fallen alle Abzüge wie auf normalen Lohn an. Es ist auch nicht möglich, in einem Monat etwas für 30 Euro zu „schenken“ und im nächsten etwas für 58 Euro. Das sind zwar im Schnitt 44 Euro – aber in diesem Fall müssten die 58 Euro versteuert werden. Immerhin: Für diese Sachbezüge braucht es keinen Grund.

Aufmerksamkeiten: bis 60 Euro pro Anlass

Hier liegt die Steuergrenze zwar etwas weiter oben, aber es braucht einen Grund für die Aufmerksamkeit. Einen tollen Blumenstrauß, Bücher oder einen Präsentkorb für maximal 60 Euro gibt es nur zu bestimmten Anlässen steuerfrei: Dazu gehören unter anderem ein Geburtstag, eine Hochzeit, eine Beförderung oder die Geburt eines Kindes. Aufmerksamkeiten zu Weihnachten sind wie Bargeld ausdrücklich ausgenommen .

Gesundheit: bis 500 Euro pro Jahr

Natürlich freut sich der Chef über gesunde Angestellte. Und er kann dafür auch finanziell etwas tun – bis zu einem Freibetrag von 500 Euro im Jahr. Gefördert werden zum Beispiel Rückenschule, Anti-Stress-Training, Yoga, Rauchentwöhnung und Ernährungsberatung.

Kinderbetreuungskosten in voller Höhe

Sind die Kinder von Angestellten noch nicht schulpflichtig, kann der Arbeitgeber einen Zuschuss oder sogar die kompletten Kinderbetreuungskosten übernehmen. Steuer- und sozialversicherungsfrei! Das kann für einen normalen Kindergarten, aber auch für eine Tagesmutter sein. Wichtig: Dieser Betrag muss zusätzlich zum normalen Gehalt gezahlt werden. Eine Umwandlung des regulären Lohnes in diese Zusatzleistung führt dazu, dass ganz normal Steuern und Sozialbeiträge gezahlt werden müssen.  

Mittagessen: Zuschuss für alles, das über 3,10 Euro pro Tag liegt

Hier ist die einfache Rechnung: Zahlt der Angestellte in der Kantine selbst 3,10 Euro für sein Mittagessen, ist jeder weitere Zuschuss des Chefs steuer- und sozialversicherungsfrei. Beispiel: Ein Essen kostet 6,10 Euro – der Angestellte spart 3 Euro.

Computer/Smartphone: Steuerfrei in voller Höhe

Stellt der Chef PC/Laptop oder Smartphone, damit Sie diese dienstlich (aber auch privat!) nutzen können, ist das ebenfalls steuerfrei möglich. Die Geräte gehören allerdings dem Arbeitgeber, der Sie Ihnen leihweise überlässt.

Zusammenfassung: Arbeitgeber können Ihren Angestellten an vielen Stellen steuer- und sozialversicherungsfreie Leistungen zusätzlichen zum normalen Arbeitslohn zukommen lassen.

Bisher im Steuer-ABC:

 

Theresa Voigt Geschrieben von:
ein Kommentar

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Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Alex sagt:

    …Ergänzung: pauschal besteuerte Fahrten zwischen Wohnung-und Arbeit mit 0,3 € pro Entfernungskilometer für pauschal 15 Tage pro Monat (Urlaub und Krankheit abgegolten).
    Bsp: AN wohnt 20 km weg, AG kann pro Monat 90 € pro Monat (20 km x 0,3 €/km x 20 Tage) brutto wie netto zahlen. AG kürzt den Betrag zwar bei seinen Werbungskosten, fährt damit aber besser, da keine Sozialabgaben anfallen. Bei 90 € x 12 Monate = 1.080 € somit kaum Auswirkung, da 1.000 € sowieso pauschal angesetzt werden.


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