10.04.2018 · smart steuern ·

Steuer-ABC: R wie Rentner

Die Zeiten sind längst vorbei, in denen Rentner nur im absoluten Ausnahmefall Steuern zahlen mussten. Im Jahr 2018 wird mit 4,4 Millionen steuerpflichtigen Rentnern gerechnet. Warum das so ist, warum die Zahl jedes Jahr steigt, wer steuerpflichtig ist – all das erfahren Sie in unserem heutigen Steuer-ABC. Und schließlich sage ich Ihnen auch noch, wie und warum Sie auch als Rentner eine Steuererklärung machen sollten – und was Sie absetzen können.

Nachgelagerte Besteuerung

Seit dem Jahr 2005 erlebt das deutsche Rentensystem die wohl größte Veränderung seines Bestehens. Denn mussten bis dahin nur wenige Rentner Steuern zahlen, wurde die Rente nun generell steuerpflichtig. Allerdings wurde und wird „nur“ ein Teil der Rente besteuert. Wie hoch der ist, hängt vom Renteneintrittsjahr ab. Zudem gilt auch für Rentner der Grundfreibetrag, bis zu dessen Höhe alle Einnahmen steuerfrei sind. Wie sieht das nun genau aus?

  • Das Renteneintrittsjahr: Wer 2005 oder früher in Rente gegangen ist, muss im Renteneintrittsjahr 50 Prozent seiner Rente versteuern. Danach stieg dieser Wert jedes Jahr um 2 Prozent. Wer 2018 in den Ruhestand geht, ist schon bei 76 Prozent. Ab 2021 steigt der Wert „nur“ noch um 1 Prozent pro Jahr. Wer ab 2040 Rentner wird, muss seine komplette Rente versteuern.
  • Der Rentenfreibetrag: Aus den genannten Prozenten wird der Rentenfreibetrag ermittelt – und zwar im ersten Jahr, in dem die Rente über zwölf Monate bezogen wird. Das ist die Summe (nicht Prozent), die von der Steuer verschont wird. Wer also am 1.1.2018 in Rente gegangen ist, muss 76 Prozent versteuern. Bei einer Jahresrente von zum Beispiel 16.000 Euro ist der Rentenfreibetrag 24 Prozent von diesen 16.000 Euro. Und das sind 3.840 Euro. Diese Summe bleibt über die ganze Lebenszeit konstant, selbst wenn die Rente jedes Jahr steigt.
  • Der Grundfreibetrag: Neben dem Rentenfreibetrag gibt es auch noch den Grundfreibetrag, den alle Steuerzahler haben. Der steigt in der Regel jedes Jahr und wird auch Existenzminimum genannt. Im Steuerjahr 2017 betrug er 8.820 für Singles und 17.640 Euro für Ehepaare. 2018 stiegen die Zahlen auf 9.000 beziehungsweise 18.000 Euro.

In unserem Beispiel hat der Rentner von seinen 16.000 Euro in 2018 eine steuerpflichtige Rente von 12.160 Euro. Das sind 3.160 Euro mehr als der Grundfreibetrag (9.000 Euro), die er also versteuern muss.

Wann ist eine Rente steuerfrei?

Nun ist klar, warum immer mehr Rentner Steuern zahlen müssen. Auf der einen Seite steigt der Prozentsatz des steuerpflichtigen Rentenanteils für „neue“ Rentner jedes Jahr an. Andererseits steigen meist die Renten stärker als der Grundfreibetrag. Es kommen also in beiden Fällen mehr Rentner über den Grundfreibetrag – und sie müssen versteuern.
Wer 2005 oder früher in Rente gegangen ist, konnte noch bis rund 1.600 Euro (West) oder 1.500 Euro (Ost) steuerfrei haben. Diese Zahlen beinhalten auch die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung. Diese Werte sind Jahr für Jahr gefallen – und werden es auch weiter tun. 2017 betrug der Wert nur noch rund 1.200 Euro in Ost und West. Das meint übrigens wiederum das Renteneintrittsjahr.
Wenn Sie jetzt denken „Ach, das Finanzamt wird das schon nicht merken…“ liegen Sie falsch. Ihre Rentenzahlungen und auch private Versicherungen werden automatisch ans Finanzamt übermittelt. Warten Sie lieber nicht, bis Sie das Finanzamt zu einer Steuererklärung auffordert, das kann auch rückwirkend für mehrere Jahre geschehen.
Und nicht zu vergessen: Auch Ruheständler können noch andere Einnahmen haben, die dann in der Regel auch versteuert werden müssen. Das können Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, aus selbstständiger Arbeit oder Kapitalerträge sein. Die gute Nachricht: Wer sich mit einem  450-Euro-Job Geld dazu verdient, muss die nicht versteuern.

Steuererklärung lohnt sich auch für Rentner

Wer über den Grenzen liegt oder gar vom Finanzamt aufgefordert wird, eine Steuererklärung zu machen, muss jetzt nicht in Panik verfallen. Denn erstens können Sie auch als Rentner viele Dinge von der Steuer absetzen. Und zweitens gibt es unsere Online-Lösung smartsteuer. Hier wählen Sie Ihre „Lebenswelt“ als Rentner und werden in Form eines Interviews mit leicht verständlichen Fragen geführt. Und schon vorab: Es lohnt sich. So haben auch Ruheständler (wenngleich auch kleine) Pauschalen bei den Werbungskosten und Sonderausgaben. Zudem können Sie auch höhere Ausgaben geltend machen. Etwa Ihre Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, eine private Haftpflicht und Spenden als Sonderausgaben. Auch außergewöhnliche Belastungen senken die Steuerlast. Dazu gehören unter anderem Krankheits- und Pflegeheimkosten. Mehr dazu finden Sie im Steuer-ABC mit dem Buchstaben A. Und nicht zu vergessen die Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen, die sich teilweise absetzen lassen. Lesen Sie dazu einfach das Steuer-ABC mit dem Buchstaben H.

Zusammenfassung: Immer mehr Rentner müssen Steuern zahlen und sollten deshalb auch eine Steuererklärung machen. Mit unserer Online-Lösung smartsteuer geht das besonders einfach.

Bisher im Steuer-ABC:

 

Theresa Voigt Geschrieben von:
8 Kommentare

Schlagwörter: , , , , , , ,



Bisherige Kommentare (Selber ein Kommentar hinterlassen)

  • Werner A. sagt:

    Sauerei! Man hat das ganze Arbeitsleben Steuern bezahlt! Im Wort Der Regierung steckt ja das Wort „Gier“ schon drin!

  • Wolfgang Rink sagt:

    Unser Steuersystem ist unbedingt überholungsbedürftig, da es überwiegend die Schwachen unserer Gesellschaft zu sehr belastet!
    Für die jüngere Generation ist es um so wichtig, sich rechtzeitig um eine private Altersvorsorge zu bemühen.
    Ansonsten laufen sie Gefahr, sich in den Kreis der Altersarmut zu begeben.

  • Heinz-Dieter Frieling sagt:

    Steuersoftware: Ich habe noch das alte Windows XP. Ist dieses Betriebssystem für die Steuersoftware noch geeignet? Für das Elster-Formular ist das Betriebssystem nicht mehr geeignet, weil es von Microsoft nicht mehr unterstützt wird.

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    smartsteuer ist nicht vom Betriebssystem abhängig. Wenn Sie einen aktuellen Browser verwenden, sollten Sie keine Probleme haben.

  • Manfred Konrad sagt:

    Es ist eine Sauerei sondersgleìchen, wir haben alle unsere Steuern im Arbeitsleben bezahlt ( Lohnsteuer Rentenversicherung usw) jetzt soll ich auch mein bisschen Rente versteuern die reicht gerade mal um einigermaßen über die Runden zukommen. Es reicht langsam mit dieser Abzocķerei. [politische Meinungen werden wir hier nicht darstellen]

  • A. Walter sagt:

    Es gibt mittlerweile eine stattliche Zahl von Auslandsrentnern, d.h. Menschen, die im Ausland leben, aber aus Deutschland eine Rente erhalten. Auch diese Rentner erhalten einen Steuerbescheid und werden, falls sie über den Freibeträgen liegen, zur Steuerzahlung herangezogen. Üblicherweise ist ein Auslandsrentner beschränkt steuerpflichtig, d.h. er kann beispielsweise den Grundfreibetrag nicht geltend machen und zahlt somit grundsätzlich eine höhere Steuer als der in Deutschland verbliebene Rentner mit demselben Rentenbetrag. In bestimmten Fällen kann der Auslandsrentner beantragen, als unbeschränkt steuerpflichtig angesehen zu werden.
    Darüber sollten Sie auch berichten.

  • Juliane Bunte Juliane Bunte sagt:

    Den Hinweis nehmen wir gern auf! Dankeschön!

  • M.Paul sagt:

    Auskunft vom Finanzamt als Rentner mus Mann mehr Steuern bezahlen.


Kommentar schreiben (* Pflichtfelder)