24.04.2018 · smart steuern ·

Steuer-ABC: T wie Tiere und Tarife

Langsam biegt unser kleines Steuer-ABC auf die Zielgerade ein – und es bringt heute mal wieder gleich zwei steuerliche Themen. Bei Tieren geht es nicht darum, dass auch Tiere Steuern zahlen müssen. Soweit sind wir noch nicht (denken Sie sich hier einen Smiley). Wir wollen zeigen, wie sich mit Tieren Steuern sparen lassen. Und bei Tarifen wollen wir uns nicht mit den Preisen für Bus und Bahn beschäftigen. Natürlich geht es um Steuertarife und im Zusammenhang damit auch um Steuersätze. Los geht’s.

Hund, Katze, Maus

Fast in jedem zweiten deutschen Haushalt gibt es mindestens einen tierischen Mitbewohner. Die acht Millionen Hunde werden sogar noch von 13 Millionen Katzen getoppt. Die schlechte Nachricht: Die sind – aus verständlichen Gründen – fast immer reines Privatvergnügen. Und deshalb erstmal nicht von der Steuer absetzbar. Ausnahmen sind etwa Dienst- oder Therapiehunde. Aber auch alle anderen Haustierbesitzer können unter Umständen Ausgaben für Ihren Liebling absetzen. Das Zauberwort lautet meistens haushaltsnahe Dienstleistungen (siehe Steuer-ABC mit dem Buchstaben H).

  • Tiersitter in Ihrer Abwesenheit: Die können helfen, wenn Sie in den Urlaub fahren oder Ihrem Hund seinen täglichen Auslauf garantieren wollen, während Sie arbeiten. Jedes Jahr dürfen Sie 20 Prozent der dabei entstandenen Ausgaben von der Steuer absetzen, maximal jedoch 4.000 Euro. Was gilt es dabei zu beachten? Sie dürfen nur die Arbeits- und Fahrtkosten, nicht jedoch Materialkosten absetzen. Es muss sich beim Tiersitter um einen Profi handeln, Ihr Nachbar zählt hier nicht. Alles muss auf Rechnung laufen und Sie müssen das Geld überweisen, Barzahlungen erkennt das Finanzamt nie an. Und: Der Tiersitter muss zu Ihnen nach Hause kommen. Wenn Sie etwa Ihren Hund während des Urlaubs in eine Tierpension geben, lässt sich davon nichts absetzen. Strittig war lange, ob das Gassigehen eine haushaltsnahe Dienstleistung ist. Schließlich verlässt man ja dafür in der Regel das Grundstück und den Haushalt. Doch im letzten Jahr entschied der Bundesfinanzhof, dass Gassigehen eine haushaltsnahe Dienstleistung sein kann. Er wies die Revision des Finanzamts zurück, das mit der Entscheidung des Finanzgerichts Hessen zugunsten einer Hundehalterin nicht einverstanden war. Der Begriff „im Haushalt“ sei räumlich-funktional auszulegen (Az. VI B 25/17).
  • Hundefriseur bei Ihnen zu Hause: Auch wenn Sie den Hundefriseur zu sich nach Hause kommen lassen, können Sie die Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung absetzen, müssen aber selbstverständlich die gleichen Regeln wie oben beachten.
  • Handwerker: Ähnliches gilt für bestimmte Handwerkerleistungen. Lassen Sie sich auf Ihrem Grundstück etwa eine Hundehütte fertigen, eine Katzenklappe einbauen oder einen Fischteich anlegen, können Sie 20 Prozent der Kosten (reine Arbeits- und Fahrtkosten, kein Material) absetzen, maximal aber nur 1.200 Euro im Jahr. Auch hier alles auf Rechnung und nicht mit Bargeld.
  • Tierhalterhaftplicht: Die Kosten dafür lassen sich prinzipiell als Sonderausgaben absetzen – siehe unser vorheriges Steuer-ABC. Aber: meist sind die Maximalbeträge (1.900 Euro bei Singles, 3.800 Euro bei Paaren) schon mit der Krankenversicherung ausgeschöpft – und die Steuerentlastung entfällt.  

Und zu guter Letzt: Nicht absetzen lassen sich Tierarztkosten und auch die Hundesteuer.

Steuertarife und Steuersätze

Kommen wir nun zu etwas mehr Theorie – die aber natürlich auch praktische Bedeutung für Sie hat. Der Steuertarif steht für den Steuerbetrag in Abhängigkeit der Bemessungsgrundlage. Klingt erstmal kompliziert, denn was soll eine Bemessungsgrundlage sein? Nun, das kann ein Geldbetrag sein – dazu kommen wir gleich – oder etwa eine Mengeneinheit. So ist die Kaffeesteuer 2,19 Euro pro Kilogramm. Oder die Energiesteuer: 5,50 Euro pro Megawatt. Nun aber zum richtigen Geld – und damit den Steuersätzen. Es gibt fixe, etwa bei der Mehrwertsteuer (19 Prozent oder 7 Prozent). Aber auch welche, die von der Höhe des Geldbetrags abhängen. Und das betrifft Sie dann auch, denn bei der Einkommensteuer kommen solche Steuersätze zum Tragen. Dabei unterscheidet man vier Steuersätze, die ich Ihnen hier kurz vorstellen möchte.

  • Grenzsteuersatz: Er gibt an, wie viel Steuern Sie für einen zusätzlichen Euro zahlen müssten. Bis zum Grundfreibetrag von aktuell 9.000 Euro ist der Grenzsteuersatz null. Danach startet er mit 14 Prozent und steigert sich in mehreren Stufen bis aktuell 45 Prozent. Ausführlicher können Sie das in diesem Blogbeitrag nachlesen.
  • Eingangssteuersatz: Das ist ein spezieller Grenzsteuersatz. Er beträgt, wie eben schon erwähnt, 14 Prozent.
  • Spitzensteuersatz: Ebenfalls „nur“ ein Spezialfall und ebenfalls gerade schon zu lesen, beträgt er 45 Prozent. Dieser greift erst bei einem Einkommen von etwas mehr als 260.000 Euro. Oft wird auch 42 Prozent als Spitzensteuersatz genannt. Dieser kommt schon ab knapp 55.000 Euro zum Tragen.
  • Durchschnittssteuersatz: Wie viele Steuern wir nun tatsächlich zahlen, sagt aber nur der Durchschnittssteuersatz. Er ist einfach nur der Anteil der zu zahlenden Steuern am gesamten Einkommen. Dafür gibt es im Internet Tabellen zum Nachschlagen, etwa hier. Nicht vergessen sollten Sie aber, dass da immer noch der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer obendrauf kommen. 

Bisher im Steuer-ABC:

Theresa Voigt Geschrieben von:
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