27.06.2018 · smart steuern ·

Wie viel Kinderarbeit ist erlaubt?

„Kinderarbeit ist verboten“ – ein schöner Satz. Besonders vom eigenen Kind in dem Moment, wenn es das eigene Zimmer aufräumen soll. Aber im Ernst. Die Ferienzeit kommt gerade – und damit auch die Frage: Wann dürfen Kinder und Jugendliche arbeiten und wie lange? Was gilt es allgemein zu beachten – und die Königsfrage: Werden da auch schon Steuern und Sozialbeiträge fällig? Sie erfahren es hier – als Eltern und Kind…

Erfahrungen sammeln – auch schon als Kind

Träume werden Wirklichkeit: ein Urlaub, ein neues Smartphone oder einfach nur schicke Klamotten. Das nötige Kleingeld können sich auch Schüler mit dem passenden Job besorgen. Aber – und das ist die schlechte Nachricht – Kinderarbeit ist in der Tat verboten und für etwas größere Kinder auch nur mit deutlichen Einschränkungen erlaubt. Wie sieht es nun genau aus?
Wir sind in Deutschland – und deshalb ist das haargenau geregelt. Im Gesetz zum Schutz der arbeitenden Jugend. Das heißt wirklich so. Die Abkürzung gefällt mir fast noch besser: JArbSchG. Ein Kind ist nach dem Gesetz, wer noch keine 15 Jahre ist. Ein Jugendlicher, wer mindestens 15 aber noch keine 18 Jahre alt ist. Und, jetzt kommt es: Kinderarbeit ist laut Gesetz verboten. Aber – wir sind wieder in Deutschland – es gibt natürlich Ausnahmen:

  • Theatervorführungen: Daran dürfen Kinder über sechs Jahre vier Stunden am Tag teilnehmen – das gilt auch für Proben.
  • Musikaufführungen, TV- und Hörfunkaufnahmen: Kinder von drei bis sechs Jahren dürfen zwei Stunden am Tag, Kinder über sechs Jahre bis zu drei Stunden am Tag mitmachen.
  • Kinder über 13 Jahre dürfen dann sogar auch noch „richtig“ arbeiten: maximal zwei Stunden am Tag (in der Landwirtschaft maximal drei Stunden), nicht vor der Schule und nicht nach 18 Uhr und vor allem muss es eine leichte Tätigkeit sein. Etwa Prospekte verteilen.

 

Ältere Schüler dürfen mehr arbeiten

Wer sich als Schüler vom Gesetz her Jugendlicher nennen darf, also mindestens 15 und noch nicht 18 Jahre alt ist, kann mehr arbeiten. In einem Kalenderjahr sind es maximal vier Wochen, also 20 Arbeitstage mit maximal acht Stunden Arbeitszeit. Auch hier darf die Arbeit nicht zu schwer sein, aber schon schwerer als bei den Kindern. Wochenendarbeit nur als Ausnahme und keine Nachtarbeit. Zwischen den „Schichten“ müssen immer mindestens 12 Stunden liegen.
Und zu guter Letzt: Wer schon 18 und immer noch Schüler ist, darf bis zu drei Monate oder 70 Arbeitstage arbeiten. Zumindest noch in diesem Jahr, ab 2019 soll das wieder auf 50 Tage oder zwei Monate sinken. Volljährige Schüler haben noch ein weiteres Privileg: Für sie greift der gesetzliche Mindestlohn von aktuell 8,84 Euro pro Stunde. Bei Schülern unter 18 ist das nicht der Fall.

Und was ist nun mit den Steuern?

Bevor wir gleich dazu kommen noch das Thema Sozialversicherung. Das kann ich kurz machen: Die oben erwähnten Jobs sind sozialversicherungsfrei. Das ist doch schon mal gut. Bei der Steuer dauert es ein bisschen länger, aber ist auch nicht so schwer. Zuerst: Auch der Lohn aus einem Ferienjob ist prinzipiell steuerpflichtig. Aber: Wer in einem Kalendermonat auf ungefähr 1.000 Euro kommt, zahlt keine Steuern. Erst über diesem Bruttolohn beginnt die Steuer zu greifen.
So oder so – und ich wende mich jetzt direkt an die Schüler hier: Ihr müsst Eurem Chef vor Arbeitsbeginn Eure Steuer-Identifikationsnummer mitteilen. Das ist eine elfstellige Zahl, jeder Bundesbürger hat sie zugeschickt bekommen. Fragt im Zweifel Eure Eltern, wo die ist. Sind auch die ratlos, müsst Ihr Euch diese Nummer erneut zuschicken lassen, das geht am besten auf dieser
Webseite. Dauert aber ein paar Wochen, bis die Nummer bei Euch im Briefkasten ist. Mehr zu dieser Zahl findet Ihr in diesem Blogbeitrag.
Und noch ’ne gute Nachricht: Wer doch mehr als die genannten 1.000 Euro verdient hat und dem Steuern abgezogen worden sind: Das schöne Geld lässt sich über die Steuererklärung im nächsten Jahr zurückholen. Und zwar alles – es sei denn, jemand hat über 12.000 Euro verdient… Und ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage: Mit unserer Online-Lösung smartsteuer geht das einfach und schnell.

Was bedeutet das konkret für mich?
Auch Schüler dürfen in gewissen Umfängen arbeiten. Das ist sozialversicherungsfrei. Es braucht allerdings die Steuer-Identifkationsnummer. Falls Steuern vom Lohn abgezogen werden sollten, können sich auch Kinder das Geld im nächsten Jahr über die Steuererklärung zurückholen. 

 

Theresa Voigt Geschrieben von:
Kein Kommentar

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , ,



Leider wurde bisher noch kein Kommentar abgegeben


Kommentar schreiben (* Pflichtfelder)